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Muskelrelaxantium


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Ein Muskelrelaxantium ist eine Substanz die eine reversible aufhebbare) Lähmung der Willkürmuskulatur bewirken. Als Arzneimittel werden Muskelrelaxantien für gewöhnlich zur Narkose und in der Intensivmedizin angewendet.

Es lassen sich

  1. nichtdepolarisierende und
  2. depolarisierende Muskelrelaxantien
unterscheiden.

Muskelrelaxantien sollen am Menschen nur von verwendet werden die deren Wirkungen und Nebenwirkungen kennen und behandeln können. Das sind in Regel Fachärzte für Anästhesie und Intensivmedizin ( Anästhesisten ).

Inhaltsverzeichnis

Wirkungsweise

motorische Endplatte

Struktur

Die Hauptwirkung der Muskelrelaxantien ist an neuromuskuläre Endplatte gebunden. Sie ist eine Sonderform Synapse und verbindet das Axon eines motorischen Nerven mit einer Muskelzelle . (siehe Abbildung)

Das Axon teilt sich in der der Muskulatur in zahlreiche Füßchen auf wovon eins abgebildet ist. Das Füßchen ist durch schmalen Spalt von der Muskelzelle getrennt. Zwischen Nervenzelle und der Muskelzelle besteht also keine Strukturverbindnung.

Im Innern des axonalen Teils der befinden sich Vesikel (Blasen). Sie beinhalten Acetylcholin . Am synaptischen Spalt sind Freisetzungstellen für Acetylcholin ausgebildet.

An der Oberfläche der Muskelzelle befinden Rezeptoren für Azetylcholin.

Funktion

Bei Erregung der Nervenzelle wird Achetylcholin Botenstoff) aus den Vesikeln über die axonalen in den synaptischen Spalt abgegeben.

Das Acetylcholin diffundiert zu den Rezeptoren Muskelzelle bindet sich dort an und führt eine Änderung der allosterischen Konfiguration der Rezeptormoleküle einem Einstrom von Natrium-Ionen in die Muskelzelle. kommt es zu einer Depolarisation des Membranpotentials (Erregung) womit die Kontraktion der Muskelzelle wird.

Acetylcholin wird wiederum rasch durch Diffusion enzymatischen Abbau (Achetylcholinesterase) aus dem synaptischen Spalt Damit sind die Bindungsstellen am Rezeptor frei stehen für erneute Erregung zur Verfügung.

Wirkung der Muskelrelaxantien

Die Substanzen lagern sich an die der Muskelzelle an. Sie besetzen diese Bindungsstellen dass sie für Azetylcholin nicht mehr zur stehen.

Bei einer Erregung der Nervenzelle wird zwar der Botenstoff (Azetylcholin) freigesetzt das Azetylcholin aber an der Muskelzelle nicht zu Wechselwirkungen den Rezeptoren gelangen. Im sog. klinischen Bild der Muskel gelähmt aktive Bewegungen sind ausgeschlossen.

Depolarisierende Muskelrelaxantien führen am Anfang ihrer Wirkung zu kurzen Muskelkontraktion. Ursache liegt in der Bindung Substanz an die Rezeptoren. Sie wirken hier Azetycholin erregend. Diese Erregung führt zu einer Muskelkontraktion.

Nichtdepolarisierende Muskelrelaxantien binden sich zwar auch an die an sie führen aber nicht zu einer der Muskelzelle.

Substanzen

Abgesehen von geringen und seltenen Nebenwirkungen bevorzugte Muskelrelaxantien im Sinne guter Steuerbarkeit ihrer einen raschen Wirkungseintritt und kurze Wirkdauern.

depolarisierende Muskelrelaxantien

Depolarisationsblocker
Name Wirkungs
eintritt
Wirkungs
dauer
Nebenwirkungen Bemerkungen
Suxamethonium 60 - 90 sek 7 - 12 min Herzrhythmusstörungen Hyperkaliämie sog. "Muskelkater" einziger beim Menschen eingesetzter Depolarisationsblocker kommt wegen seiner Nebenwirkungen aus der Mode
Dekamethonium 10 min in der Humanmedizin nicht im Einsatz

nichtdepolarisierende Muskelrelaxantien

Nichtdepolarisationsblocker
Name Wirkungs
eintritt
Wirkungs
dauer
Nebenwirkungen Bemerkungen
Pancuronium 3 - 5 min 45 min Herzrhythmusstörungen
Pipecuronium 3-5min 90-120min sehr lange Wirkdauer deshalb kaum im
Vecuronium 3-4min 35-45min gering
Rocuronium 1 5-3min 30-40min geringer Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg
Rapacuronium 60-90sek 15-25min Herzfrequenzanstieg Ventilationsstörungen beschrieben
Atracurium 3-4min 35-45min Herzfrequenzanstieg Bronchospasmus Hofmann-Elimination deshalb im Abbau unabhängig von und Nierenfunktion!
Cis-Atracurium 4-6min 40-50min
Mivacurium 3-5min 10-25min Histaminfreisetzung (Flush) vor allem bei zu Injektion Abbau abhängig von Leber- und Nierenfunktion; Vorteil dieses Muskelrelaxantiums liegt in seiner kurzen es ist somit gut steuerbar



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