Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 25. August 2019 

Narkotikum


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Ein Narkotikum (griech. Plural: Narkotika) ist ein Arzneimittel zur Erzeugung einer Narkose .

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Die Narkotika lassen sich in vier einteilen:

  1. Hypnotika ( Schlafmittel )
  2. Analgetika ( schmerzdämpfende Mittel ) wobei ausschließlich Opioide Verwendung finden
  3. Muskelrelaxantien (Mittel zur Erschlaffung der Willkürmuskulatur)
  4. Reflexdämpfende Mittel

(Diese Einteilung ist etwas mutig da nur die Hypnotika und die Analgetika zu Narkotika gehören. Moderne Narkosen setzen aber eine der beschriebenen Mittel voraus)

Die Grenzen zwischen den Gruppen sind so haben z.B. die Hypnotika oft auch Wirkung und die Analgetika hypnotische Eigenschaften. In Praxis werden einzelne Medikamente der Gruppen miteinander Dem liegt die Erkenntnis zugrunde dass dieses eine Dosisreduktion der Einzelmedikamente erlaubt was zu weniger führt.

Hypnotika

Bei den Hypnotika finden einige medizinische volatile (dampfförmige) und injizierbare (einspritzbare) Medikamente. Gase Dämpfe unterscheiden sich in ihren physikalischen chemischen biologischen Kenngrößen grundlegend von den Injektionsnarkotika.

Gase und Dämpfe

Beschreibung

Zu den Gasen gehören:

  1. Lachgas
  2. Xenon

zu den volatilen (verdampfbaren ) Narkotika

  1. Äther
  2. Chloroform
  3. Halothan
  4. Methoxyfluran
  5. Enfluran
  6. Isofluran
  7. Sevofluran
  8. Desfluran

Die volatilen Narkotika werden durch spezielle (Vapor) dem Frischgas im Narkosesystem beigefügt.

Narkosegase werden dem Patienten durch die (Ventilation) zugeführt. Da es sich um Gase Dämpfe handelt muss also die Konzentration in Einatemluft höher sein als die Konzentration in Ausatemluft.

Die Einleitung mittels Inhalation wird als empfunden und kommt nur in Ausnahmefällen in (z. B. bei Kindern). Fast immer werden per Injektion eingeleitet und dann mit Gasen/Dämpfen fortgeführt.

Während der Unterhaltung ( statische Phase ) der Narkose muss die Zufuhr des der Ausfuhr entsprechen. Die Konzentration des gasförmigen in der Einatemluft ist der Konzentration in Ausatemluft gleich.

Zur Ausleitung ( Abflutung )werden die Narkosegase dem Organismus durch die entzogen. Dazu muss nur die Zufuhr des unterbrochen und die abgeatmeten Gase müssen abgeleitet Die Konzentration in der Einatemluft ist niedriger diejenige in der Ausatemluft.

vergleichende pharmakologische Daten

Sollte ein Mittel eine schnelle Ein- Ausleitung ermöglichen dann wird es als gut bezeichnet. Diese Eigenschaft hängt von verschiedenen physikalisch-biologischen ab die wesentlich die Güte eines Inhalationsanästhetikums

Zwei der wichtigsten Parameter sind:

  • Blut/Gas-Verteilungsquotient
  • minimale alveoläre Konzentration

Blut/Gas-Verteilungskoeffizient
Beschreibt das Lösungsverhalten eines gas- oder Anästhetikums. Ein hoher Koeffizient bedeutet dass bei Narkoseeinleitung erst große Mengen an Anästhestikum im gelöst werden bevor ein Ausgleich zwischen den Partialdrücken in Atemluft (der Luft in den - Alveole ) und Blut eintritt. Somit kommt es zu verzögerter Abgabe des Narkotikums in das womit sich die Einleitungsphase verlängert. Geringe Blut/Gas-Verteilungskoeffizienten für hohe Qualität des Narkotikums (siehe Tabelle).

minimale alveoläre Konzentration (MAC)
Maß für die Wirkungsstärke eines Anästhetikums. MAC gibt die Konzentration des Anästhestikums in Alveolen an bei der 50% aller Patienten mehr auf einen Hautschnitt reagieren. Je niedriger MAC eines Anästheitkums ist umso größer ist Wirkstärke.

Blut-/Gasverteilungskoeffizient und MAC einiger typischer Inhalationsnarkosemittel
BGV MAC in % Bemerkung
Äther 12 1! 58 starke Nebenwirkungen (Übelkeit u.a.) nur von Interesse!
Chloroform 8 4 ? starke Nebenwirkungen bis hoch giftig!! Nur historischem Interesse
Halothan 2 3 0 76 Nebenwirkungen auf die Leber (sog. Leberhepatitis) heute immer seltener in Anwendung
Sevofluran 0 69 2 05 geringste Nebenwirkungen gut verträglich modernes Anästhetikum!
Lachgas 0 47 104 Lachgas ist ein gutes Schmerzmittel es zu Narkosezwecken mit einem Schlafmittel kombiniert werden. die hohe verwendete Konzentration (für gewöhnlich werden eingesetzt) und seine schlechte Blutlöslichkeit besteht bei Ausleitung der Narkose die Gefahr des Sauerstoffmangels Diffusionshypoxie ) deshalb werden solche Narkosen mit 100% ausgeleitet. An der hohen MAC ist auch erkennen dass man eine Narkose ohne Kombination anderen Mittel nur unter erhöhtem Umgebungsdruck machen
Desfluran 0 42 6-7 stechender Geruch kann zu Hustenreflex führen
Xenon 0 14 71 sehr gut aber zu teuer bisher Routineanwendung in der Klinik. Aus der hohen von 71 ergibt sich dass Xenon dann verwendet werden kann wenn die Zufuhr von Sauerstoffkonzentrationen (>30%) benötigt werden sollte. Es ist nicht universell einsetzbar.
Wesentlich sparsamer ist die intravenöse Verabreichung einer von Xenon in einer Fettemulsion.

So kann der Anästhesist also mit eine Narkose wesentlich schneller ein- und ausleiten mit Äther. Bis 1959 stand außer Äther Wesentlichen) nur noch Chloroform als Alternative zum zur Verfügung. Siehe dazu den folgenden Überlieferungsbericht.

Überlieferungsbericht
Einer meiner ehemaligen Chefs ( Ch. Rieger Frankfurt/Oder ) berichtete das Folgende: Den alten Anästhesisten bekannt dass eine Narkoseeinleitung mit Äther sehr vonstatten gehen konnte (bis zu einer halben wenn man es ungeschickt anfing!) was sehr für die Patienten war. Auf der anderen stand Chloroform zur Verfügung das besser steuerbar Chloroform hatte aber den Nachteil dass seine sehr komplikationsanfällig war. (siehe Tabelle oben). Man es so dass die Narkose mit Chloroform wurde. Um die Einwirkung des gefährlichen Mittels kurz wie möglich zu halten ließ man Patienten zählen. Irgendwann im Laufe der Einleitung sich die Leute was das Zeichen für Anästhesisten war dass die Patienten am Einschlafen Die kritische Phase war überstanden und somit jetzt Äther zur Fortführung der Narkose eingesetzt

Äther und Chloroform werden in den seit langem nicht mehr eingesetzt! Selbst Lachgas und Enfluran werden schon unmodern. In der Routine befinden sich derzeit Isofluran Sevofluran und

Injektionsnarkotika

Beschreibung

Injektionsnarkotika sind flüssige oder in Lösung Substanzen die dem Patienten injeziert (eingespritzt) werden Das kann durch eine mit der Hand Injektionsspritze erfolgen oder durch Spritzen die durch Automaten (Perfusoren) betätigt werden. Letzteres ist im der TIVA (totale intravenöse Anästhesie) gebräuchlich.

Aufnahme und Elimination eines Injektionsnarkotikums unterscheiden generell von den Inhalationsnarkotika. Während die Gase Wesentlichen durch die Atmung dem Organismus zugeführt entzogen werden erfolgt die Zufuhr bei den durch einspritzen ( Injektion ) und die Elimination durch Verstoffwechslung in Leber oder Ausscheidung durch die Nieren.

Die Einleitungsphase ist bei den Injektionsnarkotika wesentlich kürzer bei den Inhalationsnarkotika. Sie dauert nur so bis das Narkotikum den Weg von der (meist periphere Vene) bis zum Gehirn zuurückgelegt (wenige Sekunden).

In der statischen Unterhaltungsphase müssen Zufuhr und Elimination im Gleichgewicht um immer eine konstante Konzentration im Blut damit Narkosetiefe) zu halten.

In der Ausleitungsphase wird die Zufuhr gestoppt damit lediglich Eliminationsprozesse zur Geltung kommen können.

vergleichende pharmakologische Daten

Zu den wichtigsten Parameter gehören:

Clearance in ml/kg/min
Die Clearance bezeichnet diejenige Menge an die je Zeiteinheit durch die Wirkung der Nieren von der betreffenden Substanz befreit wird. hohe Clearance spricht also für hohe Extinktionsleistung Niere. Da die Entfernung der Substanz aus Organismus schnell abläuft kann die Zufuhr gut den Bedarf angepasst werden. Die Wirkung des wird in diesem Falle gut steuerbar.

HWZ
Ist die Halbwertzeit im Sinne der im Blut. Kurze Halbwertzeiten sprechen für gute Halbwertzeiten sind das Ergebnis von Umverteilungsvorgängen Extinktion Leber und Nieren sowie enzymatischen und spontanen

hepatische Ausscheidung
Ist das Maß für die Elimination Narkosemittels über die Leber.

Clearance Halbwertzeit (HWZ) hepatische Ausscheidung einiger Injektionsnarkotika
Clearance HWZ hepatische Bemerkung
(ml/kg/min) (Stunden) Ausscheidung
Methohexital 10 9 3 9 0 5 Barbiturat
Etomidat 17 9 4 6 0 9
Propofol 59 4 0 9 0 9 meist gebräuchlich im Rahmen der TIVA oben) Propofol wirkt antiemetisch (d.h. es ist Übelkeit wirksam) (siehe Narkose Abschnitt Komplikationen und Nebenwirkungen ) diese Wirkung ist im Rahmen der von Bedeutung
S(+)-Ketamin 20-33 2-3 5 Sehr neu weniger psychotrope Nebenwirkungen als seinem Razemat das Mittel ist eigentlich auch Analgetikum. Man kann es verwenden ohne es anderen Mitteln zu kombinieren das ist bei anderen Injektionsnarkotika nicht der Fall (siehe Einleitung Punkt Narkotika)
Diazepam 0 4 32 0 03 Die Daten zeigen: Diazepam wird kaum Niere und Leber ausgeschieden und hat deshalb extrem lange HWZ und damit Wirkdauer. Es somit sehr schlecht steuerbar und kaum für Durchführung einer Narkose geeignet
Midazolam 7 5 2 5 0 51 Weiterentwicklung des Diazepam und schon aufgrund Daten besser zu Narkosezwecken geeignet

Es muss darauf hingewiesen werden dass Halbwertzeit (HWZ) nur bedingt auf die Wirkdauer lässt. Durch regionale Anreicherungs- und Umverteilungsvorgänge ergeben Abweichungen von einfachen exponentiellen Konzentrationsverläufen im Gehirn

Alle aufgeführten Injektionsnarkotika sind heute gebräuchlich. sind Midazolam Propofol und S(+)-Ketamin auf den gekommenen.

Opioide

Diese Mittel werden unter einem eigenen beschrieben ( Opioide )

Muskelrelaxantien

Diese Mittel werden unter einem eigenen beschrieben ( Muskelrelaxantien )

reflexdämpfende Mittel



Bücher zum Thema Narkotikum

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Narkotika.html">Narkotikum </a>