Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der Kanton Neuenburg ist ein Kanton im Westen der Schweiz.
Deutsch : Neuenburg ; Französisch : Neuchâtel ; Italienisch : Neuchâtel ; Rätoromanisch : Neuchâtel ; Englisch : Neuchâtel . Der Kanton heisst offiziell République et Canton de Neuchâtel (deutsch: Republik und Kanton Neuenburg ).
Wegen des hohen Anteils an Fremdarbeitern der Wohnbevölkerung betreibt der Kanton Neuenburg seit der 1960er Jahre eine aktive und progressive Neuchâtel war u.A. der erste Kanton der der Ausländerinnen und Ausländern das Stimm- und auf Gemeinde- und Kantonsebene gewährte (nur AusländerInnen Aufenthaltsbewilligung C: nach 1 Jahr auf Gemeindeebene 5 Jahren auf Kantonsebene).
Der Kanton ist traditionell reformiert heute aber konfessionell stark gemischt.
Da im Kanton Neuenburg Trennung von und Staat nach französischem Vorbild existiert gibt keine kantonalen Zahlen über die Religionszugehörigkeit wohl diejenigen der eidgenössischen Volkszählung gemäss Selbstdeklaration.
Neben der evangelisch-reformierten und der römisch- katholischen Landeskirche sind auch jüdische und islamische Gemeinden im Kanton aktiv.
Der Kanton Neuenburg ist eine demokratische Republik mit einer eigenen Kantonsverfassung die letztmals Jahr 2002 totalrevidiert wurde. Der Souverän ist Volk.
(Grand Conseil) ist das kantonale Parlament und besteht aus 115 Mitgliedern. Diese alle vier Jahre vom Volk (Ausländerwahlrecht seit im Proporzverfahren (Verhältniswahlrecht) auf Basis der 6 gewählt. Der Grosse Rat kann nicht vorzeitig werden. Das Volk ist überdies mittels Volksabstimmungen die Gesetzgebung sowie mittels des Initiativrechts selbst an der Legiferierung beteiligt.
Zwingend der Volksabstimmung zu unterbreiten sind Verfassungsänderungen.
4500 Wahlberechtigte können verlangen dass ein Grossen Rat erlassenes Gesetz der Volksabstimmung zu ist.
6000 Wahlberechtigte können ein Gesetz eine oder eine Verfassungsänderung vorschlagen die zwingend der zu unterbreiten sind wenn der Grosse Rat Initiative ablehnt.
Überdies können 100 Wahlberechtigte eine Motion den Grossen Rat richten.
Die vollziehende Behörde ist der Staatsrat (Conseil d'Etat) und besteht aus 5 Mitgliedern die Volk fest auf vier Jahre im Majorzverfahren gewählt.
Die Aufgaben des Staatsrates bestehen in laufenden Regierung sowie der Überwachung der kantonalen
Planung und Koordination der Aktivitäten des Nach der neuen Verfassung von 2002 muss Grossen Rat alljährlich ein aktualisiertes Legislaturprogramm zur vorgelegt werden.
Budget und Abrechnung: Der Staatsrat ist Grossen Rat Rechenschaft schuldig und muss diesem nur ein Budget für das laufende Jahr sondern auch die kantonale Bilanz und Verwaltungsabrechnung begründen.
Überwachung der Verwaltung und Absicherung dass "rechtsmässig zweckmässig und effizient" ist.
Der Staatsrat verfolgt die Entwicklungen des und unternimmt alle Anstrengungen um diese Entwicklung
Koordination und Zusammenarbeit mit dem Bund anderen Kantonen und mit den Neuenburger Gemeinden.
Repräsentation des Kantons nach Aussen und Innen.
Der Neuenburger Staatsrat trifft sich einmal im Château de Neuchâtel um die laufenden in den verschiedenen Departemente zu koordinieren und zu treffen. Die Sitzungen an denen auch Staatskanzler teilnimmt sind nicht öffentlich.
Derzeitige Staatsräte und ihre Verantwortlichkeiten sind
Thierry Béguin: Präsident des Staatsrats Erziehung Kultur.
Monika Dusong: Justiz Gesundheit und öffentliche
Pierre Hirschy: Raumordnung
Sylvie Perrinjaquet: Vizepräsidentin des Staatsrats Finanzen Soziales.
Die Judikative agiert unabhängig von den anderen Instanzen. Seine Mitglieder werden vom Grossen gewählt. Die Judikative des Kantons Neuenburg ist folgt aufgebaut:
Amtsgerichte mit ihren Gerichtsbarkeiten
Vormundschaftsgericht
Ehegericht
Arbeitsgericht
Polizeigericht
Strafgericht
Kantonsgericht
Schwurgericht
Strafgericht für Wirtschaftsfragen
Verwaltungsgericht
Staatsanwaltschaft
Untersuchungsrichter
regionale Schlichtungsstellen für Miet- und Pachtfragen
Wie im gesamten Gebiet des schweizerischen französischen Juras spielen die Uhren- und die Maschinenindustrie und ihre Zulieferer (Präzisionsmechanik Décolletage) in regionalen Wirtschaft eine dominante Rolle. 28% der des Kantons und 30% aller Firmen werden Uhrenindustrie zugerechnet.
Seit der Uhrenkrise zu Beginn der 80er Jahre werden gezielt Firmen aus den neuen gefördert ausländische High-Tech-Firmen angesiedelt sowie Anstrengungen unternommen das mechanische und uhrmacherische Know-How zu erhalten verstärken. Diese in der Schweiz einzigartige Wirtschaftsförderung dem Kanton Neuenburg in Wirtschaftskreisen den Übernamen Valley der Schweiz" eingebracht. Das DEN (
Développement économique neuchâtelois ) unterstützt gezielt ausländische Firmen die sich der Schweiz ansiedeln möchten und Start-ups im Allein im Jahr 2002 entstanden auf diese 27 neue Firmen im Kanton.
Auch der Ausbildungsbereich konzentriert sich auf diese Wirtschaftszweige. Eine Finanzierung von Forschungszentren wie dem renommierten
Institut de Micromécanique soll die Innovation in den Hochtechnologiebereichen Mikrotechnik Mikromechanik Elektronik ) langfristig ankurbeln.
Neben dem Neuenburgersee mit seinen sonnigen Ufern und den für Outdoor-Aktivitäten bekannten Neuenburger Jura ist die reich an industriegeschichtlich interessanten Sehenswürdigkeiten: Asphaltminen unterirdische alte Schokoladefabrik Museum der Zeitmessung usw.
Der Kanton Neuenburg unternahm in den Jahrzehnten grosse Anstrengungen um an das nationale angeschlossen zu werden. Das Autobahnteilstück der A5 von Neuenburg nach Yverdon-les-Bains (Zubringer A1) sollte ursprünglich bis 2001 bis 2005 fertiggestellt und eröffnet werden. Planung Bau dieser Autobahn wurden immer wieder durch und Unvorhergesehenes unterbrochen und verschoben: ökologische Bedenken und hydrologische Probleme archäologische Notgrabungen finanzielle Probleme von bereits getätigten Budgetversprechungen durch den Bund).
Das Neuenburger Strassennetz kann öffentlich eingesehen ( [1] )
Die Stadt Neuenburg liegt an den SBB -Linien Basel-Sitten sowie Zürich-Genf. Mit Bern verbindet die BLS -Linie Bern - Neuenburg - La Chaux-de-Fonds Le Locle wobei der Personenverkehr auf den nach La Chaux-de-Fonds und Le Locle in letzten Jahren auf ein Minimum reduziert wurde. liegt Neuchâtel an der TGV -Strecke Bern-Paris. Die Stadt La Chaux-de-Fonds und die Neuchâteloises werden ausserdem von den Chemin de du Jura ( [2] ) bedient.
Der öffentliche Verkehr im Kanton wird auf oben erwähnte Bahnstrecken) durch Busse abgesichert. Transports Neuchâteloises TN sichern den Bus- und Trolleybusverkehr in Stadt und der Agglomeration (Liniennetz unter [3] ). Die Transports Régionaux Neuchâtelois (TRN) verbinden die beiden Städte mit den Regionen (Liniennetz unter [4] ).
Die Navigation Lacs de Neuchâtel et Morat SA ( [5] ) sichert die regelmässigen Schiffahrtslinien auf dem sowie die Verbindung mit dem Bieler- und Murtensee.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Bern-Belp Genf-Cointrin Besançon (Frankreich). Im Kanton Neuenburg selbst gibt ein Flugfeld in Colombier sowie einen Flugplatz La Chaux-de-Fonds.
Archäologische Funde legen Zeugnis davon ab das Gebiet entlang des Neuenburger Sees und Südfuss' bereits Jahrhunderte vor den Römern von Megalithkulturen und keltischen Stämmen besiedelt war. Nach dem spektakulären Fund "Gold der Helvetier" im Neuenburger Vorort La Tène wurde sogar eine kulturelle Epoche der Kultur nach dem Fundort benannt ( La Tène-Zeit ).
Im Mittelalter entstehen viele Städtchen und in den beiden Hochtälern Val de Ruz Val de Travers aber auch entlang des mit den für diese Zeit charakteristischen Kirchen Burgen von denen die meisten aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen.
Während der Wirren der Reformation werden die dünn besiedelten Neuenburger Bergregionen Zuflucht vieler protestantischer Familien die vor der Verfolgung in Heimat fliehen mussten. Mit ihnen kommt die Uhrenindustrie und Automationstechnik in die Gegend.
1707 stirbt Marie de Nemours und Friedrich I. von Preussen wird Fürst von Neuenburg womit der dem Preussischen Staat eingegliedert wird. Der Sitz preussischen Fürsten befindet sich im Schloss von Wie in ganz Europa herrscht auch in grosse Not und Hunderte von Familien verlassen Region um sich im von der Pest entvölkerten Preussen niederzulassen. 1774 präsentieren die Brüder Jacquet-Droz die drei ihnen gebauten Automaten dem staunenden Publikum.
Die Nachwellen der französischen Revolution schwappen auch nach Neuenburg über und Jahr 1792 proklamiert Neuenburg "hauptsächlich schweizerisch" zu sein begibt sich als Kanton unter den vermeintlich Mantel der Eidgenossenschaft. 1794 wird La Chaux-de-Fonds durch ein Feuer vollständig zerstört. Der Wiederaufbau der Stadt wird dem Reissbrett geplant mit dem Ziel zukünftige zu vermeiden.
1798 werden Neuenburg und die Schweiz von revolutionären französischen Truppen eingenommen und 1805 überlässt Friedrich Wilhelm III. von Preussen das Fürstentum Neuenburg an Napoléon . Dieser setzt seinen Feldmarschall Berthier Louis-Alexandre als Fürsten von Neuenburg ein. Bereits 1813 wird Neuenburg wiederum von fremden Truppen und Friedrich Wilhelm III. von Preussen meldet Anspruch auf das Territorium an. Vom Wiener Kongress 1815 wird Neuenburg als "Schweizer Kanton und Fürstentum" anerkannt.
Im Jahr 1826 lässt der Chocolatier Philippe Suchard seine Schokoladenfabrik im Neuenburger Vorort Serrières bauen und damit die bekannte Marke Suchard. 1833 wird die Stadt Le Locle durch eine Feuersbrunst praktisch vollständig zerstört nach dem Vorbild von La Chaux-de-Fonds wieder Ein Jahr später wird in der Stadt die erste Akademie eröffnet und 1839 wird der Wildbach Seyon der die Neuenburg immer wieder überschwemmte in Rohre verlegt um die Stadt herumgeleitet. 1843 wird in La Chaux-de-Fonds die erste Synagoge des Kantons eröffnet.
Am 1. März 1848 rebelliert die Neuenburger Bevölkerung unter der von Republikanern aus Le Locle und La Chaux Fonds gegen die preussischen Monarchen. Die Bergbewohner von La Chaux-de-Fonds über die Vue des nach Valangin und nehmen die dortige Burg Mit den eroberten Kanonen bedrohen sie die Neuenburg. Am 30. April gibt sich die Bevölkerung eine republikanische und Neuenburg nennt sich fortan "République et de Neuchâtel".
Nachdem 1856 ein royalistischer Putsch niedergeschlagen wird und Bundestruppen in Neuenburg einmarschieren droht ein militärischer zwischen Preussen und der Schweiz. Unter Vermittlung von Napoleon III. wird der Streit friedlich beigelegt und preussische König verzichtet im Vertrag von Paris endgültig auf seinen Anspruch darf aber Titel "Fürst von Neuenburg" weiterhin führen. Im Jahr wird die erste Eisenbahnstrecke des Kantons zwischen Le Locle und La Chaux-de-Fonds eingeweiht.
1907 wird der Absinth in der Schweiz Das Val de Travers verliert damit einen wichtigsten Industriezweige. Die Familie Pernod verlässt die Schweiz und baut ihre im französischen Pontarlier neu auf. 1910 wird die Académie zur Université de Neuchâtel .
Die Hauptstadt ist Neuenburg. Mit fast Einwohnern ( 2002 ) ist jedoch die bekannte Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds im Neuenburger Jura die grösste Stadt Kantons. Neuenburg folgt mit 31'630 Einwohnern (2002) an zweiter Stelle. Nach statistischen Kriterien die Stadt des Kantons ist Le Locle mit 10'247 Einwohnern (2002).