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Orgel


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Orgelprospekt

Das Musikinstrument Orgel (von griech. organon "Werkzeug Instrument") ist spieltechnisch ein Tasteninstrument . Vom Klangerzeugungsprinzip ist es entweder ein Aerophon oder ein Elektrophon .

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Vom Aufbau her setzt sich die typischerweise aus Werken zusammen. Jedes einzelne Werk wird durch eigene Klaviatur ( Manual ) am Spieltisch gesteuert wobei das Pedalwerk über eine Pedaltastatur bedient wird. Die einzelnen Werke werden nach ihrem Standort benannt ("Rückpositiv" im Rücken Spielers in der Emporenbrüstung; "Brustwerk" direkt vor Spieler; "Oberwerk") oder über ihre Funktion ("Hauptwerk" lautestes Werk; "Schwellwerk" als an- und abschwellbares Pedalwerk s.o.; "Fernwerk" an einem weit von Hauptorgel entfernten versteckten Standort). Die Aufteilung in kann muß aber nicht am Äußeren der ablesbar sein.

Große Orgeln bestimmen oftmals mit der ihres Gehäuses (~Orgelprospekt) die Wirkung des Raums dem sie aufgestellt sind. In Kirchen beherrschen oftmals die Rückwand; die evangelische Kirche hat auch Formen der Aufstellung im Chor gefunden. Konzertsälen ist die Orgel meist an der über dem Orchesterpodium angebracht.

In der Renaissance zeigt sich die die diesem optischen Aspekt beigemessen wurde daran nicht selten die Kosten für das Orgelgehäuse Skulpturenschmuck Ornamentschnitzwerk Gemälden und Vergoldung) jene des überstiegen.

Register

Eine Orgel hat in jedem ihrer Werke mehrere Register (Sätze von Orgelpfeifen jeweils gleicher Klangfarbe ) z. B.: Principal 8' (sprich: acht Fuß ) Octave 2' Trompete 8'. 16' 8' 2' waren ursprünglich Längenangaben in Fuß für tiefste Pfeife des jeweiligen Registers. Mittlerweile orientiert die Fußlänge an der Obertonreihe und den Verhältnissen der Intervalle.

 32' = die Taste klingt zwei tiefer als notiert 16' = die Taste eine Oktave tiefer als notiert 8' = Tonhöhe (ohne Transposition) 4' = die gleiche klingt mit diesem Register eine Oktave höher 2/3' = die gleiche Taste klingt eine und eine Quinte höher 2' = die Taste klingt zwei Oktaven höher 1 3/5' die gleiche Taste klingt zwei Oktaven und Terz höher 1 1/3' = die gleiche klingt zwei Oktaven und eine Quinte höher 1/7' = die gleiche Taste klingt zwei und eine Septime höher 1' = die Taste klingt drei Oktaven höher  

Die Zusammenstellung der Register einer Orgel man Disposition .

Mehrfachregister

Die Mixturen z. B. "Mixtur 2' 4-fach" haben einzelnen Ton sondern bilden eine Gruppe von bis zu sieben hohen (Ober)tönen die immer erklingen. Bei obiger 4-fach Mixtur wäre das + 1 1/3' + 1' + 2/3'. wird die strahlende Schärfe des Orgelklangs erzeugt.

Bauart der Pfeifen

Die Orgelregister lassen sich in zwei einteilen:

Labialpfeifen

die Labialpfeifen (Lippenpfeifen) deren Klangerzeugung darauf beruht dass Luftstrom aus dem Pfeifenfuß durch einen schmalen gegen eine scharfe Kante das Labium geblasen wird. Sie funktionieren ähnlich wie Blockflöte . Die Register dieser Gruppe unterscheiden sich Material (Holz oder verschiedene Metalllegierungen) in den Abmessungen von Durchmesser zu Länge ("Mensur") ob oben offen oder geschlossen ("gedackt") sind und anderen baulichen Details die sich sämtlich auf Klang auswirken. Man kann die wichtigsten Labialpfeifen der Bauart etwa wie folgt einteilen:

  • Zylindrische offene Stimmen mittlerer Mensur bilden Ton der mit einem vollen Klang in Mixturen silbern glänzend dem allgemeinen bekannten Orgelton Häufig verwendete Namen sind hier "Prinzipal" "Oktave" die Mehrfachregister "Mixtur" "Scharf" und "Zimbel".

  • Zylindrische offene Stimmen von weiter Mensur einen vollen weniger scharfen Klang. Namen unter "Hohlflöte" "Waldflöte" "Nachthorn"

  • Zylindrische offene Stimmen von enger Mensur schärfer mit einem schwächeren Klang. Da der an Streichinstrumente erinnert hat man den Registern Namen gegeben: "Viola" "Violine" "Salizional". Hierzu gehören meist die schwebenden Stimmen (zweifachstimme die etwas verstimmt ist) wie "Vox coelestis" und "Unda

  • Zylindrisch konisch verstärkt einzelne Obertöne dadurch sich eine eigentümliche Helligkeit. "Spitzflöte" "Blockflöte" "Gemshorn"

  • Umgekehrt konische Stimmen (selten) sind etwas wie "Dolkan" auch "Dulzian"

  • Zylindische Gedackte. Alle gedackten Pfeifen haben die halbe Länge einer offenen Pfeife weil Schwingung am geschlossenen Ende reflektiert wird. Dafür die Gedacktpfeife aber auch nur die Hälfte Obertöne. Als Namen tauchen hier auf "Gedackt" allen Varianten "Bordun" "Subbaß". Der Klang ist und hauptsächlich auf den Grundton zurückzuführen.

Neben diesen existieren noch viele weitere

Lingualpfeifen

Die andere Gruppe der Orgelpfeifen sind Lingual- oder Zungenpfeifen bei denen der Luftstrom eine Metallzunge Schwingungen versetzt. Diese Metallzunge schwingt entweder wie Harmonium durch eine genau gleich große Öffnung ("durch-" oder "einschlagende" Zungenstimme) oder schlägt auf Rahmen auf ("aufschlagende" Zungenstimme). Einschlagende Zungenstimmen sind zu finden. Die Zungenstimmen unterscheiden sich ebenfalls der Mensur aber auch in der Form Schallbechers und anderen Eigenheiten.

  • einfache Trichterkörper ergeben einen trompetenähnlichen Klang. Namen sind: Trompete (meist 8') Posaune (16') (16' nicht so kräftig wie eine Posaune) (16' oder gar 32') Clairon (4')

  • zusammengesetzte Trichterkörper ergeben unterschiedliche Klänge wie "Oboe" "Englisch Horn" (dunkler als Oboe)

  • zylindrische Körper geben einen näselnden Klang "Krummhorn" "Klarinette"

  • mit kurzem Körper ergibt sich ein obertonreicher Klang wie beim "Regal" in verschiedenen oder auch bei der "Vox humana"

Die einschlagenden Zungenstimmen fanden am meisten zwischen 1840 und 1920 und werden erst den letzten Jahren wieder neu gebaut. Sie sich von den aufschlagenden Zungen v.a. durch weicheren Tonanfang. Typische Registernamen: Clarinette Bassetthorn Saxophon

Die verschiedensten Orgelbautraditionen in Süd- und haben immer wieder neue Registernamen erfunden so es unzählige andere Namen gibt und vieles mehrfach in unterschiedlicher Bauart auftritt.

Sehr große Pfeifen

Sehr große Pfeifenorgeln haben bisweilen Pfeifen deren Frequenz unter dem des menschlichen Hörbereiches liegt Infraschall ). Der tiefste Ton der gerade noch Ton wahrgenommen werden kann ist das Subkontra-C ist der tiefste Ton eines 32'-Registers: Es eine Frequenz von 16 4 Schwingungen pro (= Hertz ) Als offener Prinzipal hat diese Pfeife klingende Länge (ohne Pfeifenfuß) von 11 20 als Zungenpfeife kann sie kürzer sein als ist sie genau halb so lang. In Fällen gibt es Orgeln die unterhalb dieser noch Töne produzieren können. Diese tiefsten Töne von Pfeifen erzeugt die 10 bis 20 hoch sind und damit in etwa einem zu 8-stöckigen Hochhaus entsprechen. Diese Töne werden Erschütterung und Druckgefühl auf den Ohren empfunden. bekommen Zuhörer solcher Töne auch Beklemmungen.

Gebrauch der Register

Durch planvolles Kombinieren verschiedener Register die Registrierung können unterschiedlichste Klangfarben und Lautstärken eingestellt werden.

Die Kunst des Organisten besteht darin dem vorhandenen Klangbestand eine Registrierung zu finden der gerade gespielte Musik am besten entspricht. Suche nach dem "richtigen" Klang wird durch Faktoren erschwert:

  • jede Zeit bevorzugte einen jeweils eigenen Orgelklang den man kennen sollte. Je näher einer Orgel und Komposition beieinanderliegen desto "authentischer" sich ein intendierter Klang verwirklichen.
  • trotz der Möglichkeit einer gewissen "Typisierung" keine zwei gleichen Orgeln da jedes Instrument Größe und Ausführung genau an den Raum dem es steht angepaßt werden sollte.

Spielhilfen

Bei den Registerzügen eingeordnet ist der (von ital. tremolo ). Er variiert die Stärke des Luftstroms sorgt so für ein Schwingen des Tones. kann mit allen Registern des Werks in er eingebaut ist benutzt werden.

Die oben erwähnten Schwellkästen können den des in ihnen angebrachten Schwellwerkes durch Jalousien

Koppelmechanismen erlauben das gleichzeitige Spiel von Manualen und des Pedals mit nur einer bzw. den Füßen. Moderne Orgeln haben programmierbare mit denen sich sehr komplexe und abrupte realisieren lassen. Ältere Orgeln haben komplexe Mechanismen sehr aufwendig zu herstellen und zu programieren Für romantische Orgelmusik gibt es den Rollschweller die Register von der leisestmöglichen Kombination nach Regeln bis zum Tutti hinzuschaltet. Trotz aller Elektrik/Elektronik sorgt bei den meisten Orgeln eine Mechanik für das Erklingen des Tones vom auf die Taste bis zum Öffnen der

Verweise

Siehe auch: Aliquot Farbenorgel Geruchsorgel Hammond-Orgel Mixtur Orgelbaumeister Orgelmusik Orgelpositiv Portativ Regal Registratur Synthesizer Wasserorgel Windlade .

Weblinks



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