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Peter Weiss


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Peter Weiss (* 8. November 1916 in Neubabelsberg bei Berlin; † 10. Mai 1982 in Stockholm Schweden ) war ein bekannter Schriftsteller Maler und Graphiker .

Weiss' Familie zum Christentum konvertierte Juden musste 1935 vor den Nationalsozialisten nach England fliehen. In London besuchte Weiss zunächst die Politechnic School of Photography bereits ein Jahr später zog seine Familie Prag . Dort studierte er auf Anraten seines Freundes Hermann Hesse bis 1938 an der Kunstakademie und für sein Gemälde "Gartenkonzert" den Akademiepreis. Peter lebte danach kurz in der Schweiz und ab 1939 in Schweden wo 1946 die schwedische Staatsbürgerschaft erhielt. 1943 heiratet die Malerin und Bildhauerin Helga Henschen; 1949 er Carlota Dethorey im Januar 1964 Gunilla 1966 erhält er den Heinrich-Mann-Preis der Deutschen der Künste in Ost-Berlin.

Bekannte Werke sind seine autobiographische Romane Fluchtpunkt 1962) und Erzählungen in glasklaren mikroskopisch Beschreibungen.

Leben und Werk

8. Nov. 1916: Geburt in Nowawes Berlin als ältester Sohn (zwei Stiefbrüder aus 1. Ehe der Mutter 3 weitere Geschwister) Frieda Weiss geb. Hummel (Hausfrau die z.T. am Deutschen Theater in Berlin spielte) und „Jenö“ Weiss (jüdisch-ungarischer zum Christentum konvertierter Textilkaufmann)

1918-29: Übersiedelung nach Bremen nachdem Jenö aus dem Militärdienst entlassen wurde dort Gründung erfolgreichen Textilhandels (à gehobener Lebensstandard: zeitweise Köchin und Kindermädchen im Haushalt); vier mal Umzug Bremens; Besuch der Grundschule und des Gymnasiums Hinweis auf besondere Begabung)

1929: Rückkehr nach Berlin; kulturelles Interesse („Da fing es an mit einigen Freunden ich damals hatte die sehr interessiert waren Kunst. [...] Wir gingen jeden Sonntag in Museen in das Kaiser-Friedrich-Museum – das waren frühen Eindrücke die ich später in der in veränderter Form schildere obwohl es genau in meinem eigenen Leben war die Malerei-Erlebnisse Musik-Erlebnisse wir hörten uns die Bach-Passionen an Berliner Dom wir gingen in die Bibliotheken lasen alles was überhaupt zu lesen war verschlangen ein Buch nach dem anderen. In Jahren zwischen 1931 und 1933 erwarb ich ganzen Literaturkenntnisse den ganzen Hesse den ganzen Mann den ganzen Brecht alles lasen wir als ganz junge Leute. Ich hatte schon Gedichte zu schreiben die ich heute noch diese Manuskripte geprägt durch Eindrücke Einflüsse von Hesse und eine Mischung aus beiden.“ (Peter auf Druck des Vaters Wechsel vom Gymnasium Handelsschule

Jenö Weiss versucht sich zu assimilieren sich um die deutsche Staatsbürgerschaft will angeblich in die NSDAP und die SA eintreten

1932/33 Besuch der Zeichen- und Malschule Eugen Spiro 1934: Unfalltod der Schwester Margit künstlerischen Prozess aus à nächtliches Parallelleben als und romantischer Dichter) 1935-36: Emigration mit der in die Nähe von London Besuch der School of Photography Weiss malt unter anderem Maschinen greifen die Menschen an“ und schreibt eines großen Malers“; Arbeitet aber auch gleichzeitig Büro des Vaters; Erste Ausstellung in einer Garage

1936: Umzug ins nordböhmische Warnsdorf Januar Weiss stellt Kontakt zu Hermann Hesse her Werke sind für ihn „Spiegel in denen sehnsüchtige Identifizierung gebannt ist“) à persönlicher Durchbruch Reise nach Montagnola im Tessin zu Hesse; an der Kunstakademie in Prag erhält für Gemälde „Das Gartenkonzert“ den Akademiepreis; Weiss malt große Welttheater“ September 1938: weitere Reise ins Oktober 1938: Nach der Besetzung des Sudetenlands die deutsche Wehrmacht emigrieren die Eltern nach Weiss geht zunächst in die Schweiz; Eltern sich noch die „Lebenslüge“ (Peter Weiss) aufrecht erhalten sie seien aus wirtschaftlichen und nicht politischen Gründen immer wieder umgezogen 1939: Emigration Schweden seinen Lebensunterhalt verdient er sich unter als Textilmusterzeichner und an privaten Malschulen. („ein Sturz zurück in alles Alte! In Schweden sofort das Problem wieder mit den Eltern – wieder musste ich in der Fabrik Vaters arbeiten [...] zwei Jahre lang“) 1940: malt „Jahrmarkt am Stadtrand“ „Zirkus“ und „Villa Ab 1940: Leben in Stockholm wo er zu seinem Tode lebt 1941: erste schwedische 1942: Studium an der Stockholmer Kunstakademie; Weiss „Die Kartoffelesser“ 1943: Heirat mit Malerin und Helga Henschen; Ausstellung in Alingsås 1944: Beteiligung der Ausstellung „Konstnärer i landsflykt“ („Künstler im à großer Erfolg für Weiss; zunehmende Integration schwedische Künstlerszene; Geburt der Tochter Rebecca; Weiss „Die Schnecke“ und „Obduktion“ 1945: Beziehung mit dänischen Künstlern Le Klint 8. Nov. 1946: erhält schwedische Staatsbürgerschaft

1947: Veröffentlichung von „Der Vogelfreie“ (sein in deutscher Sprache geschriebenes aber nicht in veröffentlichtes Buch); Als Korrespondent der Stockholms-Tidningen schreibt sieben Reportagen; Weiss verfasst den Prosatext „De („Die Besiegten“) und malt „Der Webstuhl I“ „Zersplitterter Kopf“ 1949: Heirat mit Carlota Dethorey der Tatsache dass diese mit Sohn Paul war; Weiss schreibt das Hörspiel „Rotundan“ (dt.: Turm)

ab 1952: Weiss verdient Geld mit zu Filmtheorie- und Praxis und der Theorie Bauhauses an der Stockholmer „Högskola“ und mit und Übersetzungsaufträgen Malkursen und Auftragsfilmen 1952-1956: Weiss die Experimentalfilme Studie I (Das Aufwachen) II III (Vorstufe zu Studie IV/Die Befreiung) IV Befreiung) und V (Wechselspiel) 1956: Veröffentlichung des „Avantgardefilm“ (Zsfg. seiner Thesen zur Filmästhetik „filmgeschichtliche 1956-1960: Weiss dreht 6 Dokumentarfilme von denen 2 auf eigene Initiative entstehen (kein Ausdruck Problematik sondern Problematik der modernen Stadtgesellschaft als Fragestellung: Handelt es sich tatsächlich noch um oder sind sie künstlerisch zu sehr überformt?)

1959: Weiss dreht den Spielfilm „Hägringen/Fata (Verfilmung des Buchs „Der Vogelfreie“ à Weiss’ Hauptwerk); Weiss fertigt Collage zu „Der Schatten Körpers des Kutschers“ an 1960: Veröffentlichung von Erzählung „Der Schatten des Körpers des Kutschers“ bereits 1952 geschrieben wurde à Durchbruch in 1961: „Abschied von den Eltern“ (autobiographische Erzählung) der autobiographische Roman „Fluchtpunkt“ welcher die Anfangszeit Stockholm thematisiert wird veröffentlicht; Weiss fertigt Collage „Abschied von den Eltern“ an 1963: „Das der drei Gehenden“ (Fragment); Schweizer Charles-Veillon-Literaturpreis für 1964: Uraufführung des Dramas „Die Verfolgung und Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn Sade“à weltweiter Erfolg; Heirat mit Gunilla Palmstierna; als Zuschauer an Auschwitz-Prozessen 13./14. Dezember 1964: des Frankfurter Gerichts in Auschwitz (Weiss berichtet seinen Besuch dort in dem Text „Meine 1965: Weiss der Mitglied der schwedischen Kommunistischen ist erklärt auf einem Schriftsteller-Kongress in Weimar: den beiden Wahlmöglichkeiten die mir heute bleiben ich nur in der sozialistischen Gesellschaftsordnung die zur Beseitigung der bestehenden Missverhältnisse in der Uraufführung des Oratoriums „Die Ermittlung“ (Tantiemen der Aufführungen spendet Weiss ehemaligen Auschwitz-Häftlingen und Opfern südafrikanischen Apartheid-Regimes à Verallgemeinerbarkeit der Vorgänge in Verleihung des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt

1966: Auszeichnung mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste Ost-Berlin 1967: Uraufführung des Musicals „Der Gesang vom Lusitanischen Popanz“ welches noch bestehende portugiesische Kolonialherrschaft angreift; Teilnahme an Russels Tribunal gegen den Vietnam-Krieg in Stockholm der sogenannten Richter ist Jean Paul Sartre Uraufführung des Dramas „Viet-Nam-Diskurs“ in Frankfurt/Main danach Rostock 1970: Uraufführung des Schauspiels "Trotzki im in Düsseldorf 1971: Uraufführung des Stückes "Hölderlin" Stuttgart 1972: Geburt der Tochter Nadja 1973: am 2. Russell-Tribunal in Stockholm 1974: Reise die Sowjetunion zum Schriftstellerkongress nach Moskau und Wolgograd 1975: „Die Ästhetik des Widerstandes“ (Roman-Trilogie Bände in den Jahren 1978 und 1981; die historischen und gesellschaftlichen Erfahrungen und die und politischen Erkenntnisse der Zeit von 1917 1945 darzustellen) 1982: Uraufführung des Theaterstücks „Der Prozess“ in Stockholm Weiss führt selbst Regie Mai 1982: Tod in einer Stockholmer Klinik Auszeichnung mit dem Georg-Büchner-Preis

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