Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 24. April 2017 

Pierre Abaelard


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Peter Abälard lat. Petrus Abailardus ( 1079 in Le Pallet Frankreich † 21. April 1142 in St. Marcel Frankreich) war ein aber umstrittener Philosoph und Scholastiker seiner Zeit. Er lehrte in Paris Theologie Logik und Dialektik .

Abaelard vertrat viele Jahrhunderte vor der Aufklärung den Primat der Vernunft nicht nur in der Philosophie sondern auch in Glaubensfragen . Dadurch - aber auch wegen einer - geriet er in einige Konflikte. Neben umfangreichen Briefwechsel sind seine theologischen Dispute bis interessant unter anderem mit Bernhard von Clairvaux .

Leben

Abaelard wurde 1142 in Le Pallet Südosten von Nantes als Sohn des Ritters Berenger geboren. Er verzichtete auf sein um sich ganz der Wissenschaft widmen zu und wurde darin von seinem Vater unterstützt. studierte er bei Roscelin von Compiègne und von Champeaux in Paris . Nachdem er letzteren in mehreren Disputen bloßstellen konnte gründete Abaelard um 1102 in Melun später in Corbeil eine Schule die sich rasch einen großen Ruf Die Jahre 1105 bis 1108 verbrachte Abaelard bei seiner Familie in Bretagne vermutlich weil Wilhelm von Champeaux sich Erfolg gegen Abaelards Schule eingesetzt hatte.

Wilhelms Stellvertreter erlaubte Abaelard 1108 zwar wieder in Paris zu lehren musste sich aber bald wieder zunächst nach dann auf den Genovevaberg nahe Paris zurückziehen. 1113 studierte Abaelard bei Anselm von Laon Theologie den er bald gleichsam herausforderte und eigenen Vorlesungen an Beliebtheit übertraf. Anselm untersagte die weitere Lehre 1114 konnte Abaelard jedoch in Paris Logik Theologie unterrichten. Dort wurde er Hauslehrer von zu der Abaelard bald eine Liebesbeziehung aufbaute. Onkel und Beschützer der Kanoniker Fulbert bemerkte die Beziehung erst als bereits schwanger war. Sie flüchtete mit Abaelard dessen Familie nach Le Pallet wo sie Sohn (Astralabius) zur Welt brachte. Abaelard bemühte um einen Ausgleich mit Fulbert: Obwohl Heloise Blick auf Abaelards Reputation als Gelehrter entschieden war wollte Abaelard sich mit ihr vermählen die Ehe würde geheimbleiben. Fulbert willigte ein die Hochzeit aber trotzdem bekanntwerden. Heloise wurde Nonne im Kloster Argenteuil. Fulbert betrachtete dies als Versuch sich von seinen ehelichen Pflichten zu befreien. gekränkt ließ Fulbert Abaelard überfallen und entmannen .

Abaelard überlebte die Verstümmelung und trat in das Kloster St.Denis ein. Sein Ruf nach wie vor groß und er konnte Vorlesungen halten. Dies führte jedoch zu weiteren seiner Gegner was schließlich auf der Synode von Soissons 1121 dazu führte dass Abaelard seine Schrift Theologia Summi Boni eigenhändig verbrennen musste. Als Abaelard durch kritische Haltung gegenüber dem historischen Klosterpatron Dionysius auch die Leitung von St.Denis gegen aufbrachte floh er in die Champagne . Dort gründete er die Einsiedelei Paraklet (griech. Tröster) in die ihm bald Studenten folgten um sich weiter von ihm zu lassen. Um sich den ständigen Anfeindungen zu entziehen ließ sich Abaelard 1128 zum Abt des Kloster St.Gildas de Rhuys in Bretagne wählen. Die Nonnen von Argenteuil - ihnen Heloise die inzwischen Äbtissin geworden war - drohten aus ihrem vetrieben zu werden. Abaelard schenkte ihnen das und betreute sie indem er Hymnen Predigten und Ordensregeln für ein solches Frauenstift verfasste. Auch St.Gildas kam Abaelard nicht zur Ruhe: Seine in dem abgelegenen Kloster die angemessene Ordnung brachte die dortigen Mönche gegen ihn auf und führten zu Attentatsversuchen auf ihn. Abaelard gab das Klosterleben und kehrte 1135 oder 1136 als Lehrer auf den Genovevaberg zurück.

Immer noch war Abaelard das Ziel Verfolgungen seiner Gegner insbesondere Bernhard von Clairvaux bekämpfte seine Lehren. 1140 schaffte er es Abaelard vor der von Sens der Häresie anklagen zu lassen. Abaelards seine Lehren verteidigen zu dürfen wurde von Konzil abgelehnt auch eine Appellation an Papst Innozenz II. blieb wirkungslos. Die Synode ließ Abaelards verbrennen und der Papst verurteilte ihn zu Schweigen.

Abaelard wollte sich in Rom persönlich verteidigen. Eine Erkrankung zwang ihn im Kloster Cluny unter der Obhut des Abts Petrus Venerabilis Zuflucht zu suchen. Dieser erreichte eine zwischen Abaelard und Bernhard von Clairvaux in Folge das päpstliche Urteil aufgehoben wurde. Abaelard die Monate bis zu seinem Tod am 21. April 1142 in St. Marcel (nahe Chalon-sur-Saône) einem von Cluny. Sein Leichnam wurde auf Heloises hin ins Paraklet-Kloster überführt. Heloise wurde nach Tod 1164 neben Abaelard bestattet. Das Grab wurde der französischen Revolution verwüstet. Seit 1817 liegen Abaelard und Heloise auf dem Père Lachaise in Paris begraben.

Schriften

Abaelard hat eine autobiographische Darstellung seines bis zu seiner Zeit in St.Gildas verfasst Historia Calamitatum (Leidensgeschichte) deren Authentizität nach langen Kontroversen inzwischen weithin als gilt.

Anders verhält es sich mit dem zwischen Abaelard und Heloise der von einigen als alleiniges Werk von Abaelard betrachtet wird.

In Dialogus inter Philosophum Iudaeum et Christianum lässt Abaelard einen (heidnischen) Philosophen einen Juden und einen Christen miteinander über Fragen der Metaphysik und Theologie diskutieren. In dieser Schrift sich Abaelards Ethik und Theologie aber auch die Art Weise wie die Logik und Dialektik der Theologie dienen. Für Abaelard könnte Wahlspruch "verstehen um zu glauben" gelten anstatt um zu verstehen" wie Anselm von Canterbury es vertritt. Abaelard geht von einem der Vernunft aus der allen mediterranen Völkern monotheistischen Religionen ( Judentum Christentum und Islam ) gemeinsam ist.

Abaelards Theologie will eine Abkehr von streng dogmatischen hin zu einer offenen Theologie In seinem Werk Sic et Non (lat.: "Ja und Nein") stellt er Zitate der großen Kirchenväter einander gegenüber und zeigt damit wie Glaubensfragen von den kirchlichen Autoritäten auf scheinbar Art beantwortet werden. Anstatt immer eine Seite verwerfen müsse der Widerspruch durch eigenes Denken werden. Weitere Schriften Abaelards zur Theologie sind Theologia Summi Boni Theologia christiani und Theologia scholarium zudem behandelt er in seinen Briefen Heloise immer wieder Glaubensfragen.

Die logischen Abhandlungen von Abaelard kommentieren Logik von Aristoteles Porphyrius und Boëthius in vielen Fällen mehrfach: Abaelard schreibt erklärende Einführungen für Anfänger ( introductiones parvulorum ) als auch diskutierende und eigene Beiträge Problemen der Logik ( Logica Ingredientibus Logica Nostrorum petitioni sociorum sein Hauptwerk zur Logik: Dialectica ). Im Universalienstreit ist Abaelard nur scheinbar den gemäßigten zuzuordnen: Seine Sichtweise der Universalien ist nur zum Teil nominalistisch. Auf träfe eher die Bezeichnung "Konzeptualismus" zu die erst im 15. Jahrhundert auftaucht. Abaelard kann mit seinen logischen als Begründer einer konzeptualistischen Auffassung der Universalien werden.

Luise Rinser hat in ihrem Roman "Abaelards Liebe" Abaelard und Heloise ein Denkmal gesetzt.

Weblinks

  • http://www.abaelard.de - umfangreiche Abaelard-Homepage von Werner Robl



Bücher zum Thema Pierre Abaelard

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Pierre_Abaelard.html">Pierre Abaelard </a>