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Plattentektonik


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Weltkarte

Die Plattentektonik ist als grundlegende Theorie der Geologie die weiter entwickelte Kontinentalverschiebungs-Theorie von Alfred Wegener . Durch sie wird versucht Naturerscheinungen wie Erdbeben Gebirgsbildung Vulkanismus Subduktion (Abtauchen von ozeanischer Lithosphäre) und Spreizung (Auseinanderdriften von Erdplatten) zusammenhängend zu erklären.

Inhaltsverzeichnis

Die Theorie

Nach der Theorie der Plattentektonik setzt die Erdoberfläche aus zehn großen und mehreren Lithosphärenplatten zusammen. Die zehn größten sind:

Die Platten behalten nicht stationär ihre bei sondern verschieben sich laufend gegeneinander. Ihre beträgt dabei in der Regel einige Zentimeter Jahr - das entspricht der Wachstumsgeschwindigkeit eines Sie können aber auch 10 bis 18 pro Jahr wandern wie man am Auseinanderdriften Meeresbodens im Bereich des ostpazifischen Rückens gemessen hat.

Größere und kleinere Verschiebungsvorgänge entlang der äußern sich oft als Erdbeben (siehe Seismologie ) und bringen häufig die verschiedenen Formen Vulkanismus hervor.

Plattenverschiebungen in der Erdgeschichte

Wir wissen wie schnell und wohin die großen Platten derzeit bewegen und verschiedene erlauben uns ihre Wege in der Vergangenheit rekonstruieren. Wegen ihrer Trägheit benötigen sie Dutzende Jahrmillionen um zum Stillstand zu kommen und länger um ihre Bewegung umzukehren.

Verschiebungen in der Vergangenheit

  • Man geht davon aus dass die der Erde vor ca. 320 Millionen Jahren Wesentlichen zwei Kontinente umfasste nämlich Gondwana und Laurasia .
  • Vor rund 250 Millionen Jahren waren zum Riesenkontinent Pangäa zusammengewachsen der vom Tethysmeer umgeben war.
  • Vor etwa 135 Millionen Jahren brach Kontinentalmasse auseinander. Das Tethysmeer trennte einen Südkontinent der wieder als Gondwana bezeichnet wird. Der zerfiel in die beiden Teile Nordamerika und Eurasien .
  • Bis vor ca. 100 Millionen Jahren sich der Zerfallsprozess der Kontinente weiter fortgesetzt. allem der große Südkontinent hat sich in Südamerika Afrika Indien Antarktis und Australien aufgespalten. Das Tethysmeer trennte wie vor die Nordkontinente von den Südkontinenten.

Verschiebungen in der Zukunft

Alle geologischen Beobachtungen weisen darauf hin die Platten weiter dynamisch sind. Es lässt nicht genau vorhersagen wie die Landmassen in Millionen Jahren auf der Erdoberfläche verteilt sein Anhand einer Extrapolation der aktuellen Bewegungen sind jedoch für Zeitraum einige Veränderungen qualitativ absehbar.

So deuten alle Beobachtungen darauf hin Afrika weiter Richtung Norden wandern und die Mittelmeerregion komplett umgestaltet wird denn an die des Mittelmeers wird nach und nach eine Gebirgskette treten. Mitteleuropa könnte entlang des Rheins auseinander brechen.

Indien wird noch einige Zeit unter Himalaya abtauchen und vielleicht völlig unter Tibet verschwinden. Dafür werden im Norden die in der Mongolei weiter wachsen und schließlich wird sich ausgedehnte Gebirgskette bis zum Baikalsee vorschieben.

Große Veränderungen sind vor Australien zu erwarten das rasch nach Norden und sich wahrscheinlich unter die Sunda-Inseln schieben wird. Diese wachsen dann zu neuen Gebirgskette empor die auf die Australische aufgleitet.

In der Seenplatte im ostafrikanischen Rift Valley wird ein neuer Ozean entstehen der mit dem Roten Meer vereint. Gleichzeitig wird sich eine neue Platte von Afrika abspalten und nach Osten Das Rift Valley wird dann einen neuen mittelozeanischen Rücken beherbergen.

Der Atlantik wird sich weiterhin öffnen des mittelozeanischen Rückens . Im Gegenzug wird sich der Pazifik sukzessive verkleinern und in ferner Zukunft verschwinden. Der Pazifik ist ein Überbleibsel von Panthalassa der Ozean der Pangäa einst umgab. Der mittelozeanische Rücken des wurde unter Nordamerika subduziert vor Südamerika steht dieser Prozess kurz bevor. Es davon auszugehen dass dies sich fortsetzen wird.

Ursache der Plattentektonik

Unter Geophysikern wird z.Z. noch kontrovers diskutiert welche im Erdinneren die Bewegung der Platten auslösen und

  • Die am häufigsten vertretene Meinung geht Konvektionsströmen aus die sich aufgrund des Wärmeaustauschs dem heißen Erdmantel und der kühleren Erdkruste bilden. Die Energie für die Aufheizung Magmas im Erdinneren liefern offenbar radioaktive Zerfallsprozesse. Folge dieser Konvektionsströme wird bei aufsteigendem Magma Erdkruste gedehnt und reißt auf wie das der mittelozeanischen Rücken zeigt. Das ständig nachströmende und erkaltende schiebt hier die ozeanische Kruste auseinander was zu einem Druck auf Ränder der Kontinente und damit zu deren führt. Bei konvektionsbedingt absinkendem Magma senkt sich die Erdkruste ab wie man am Beispiel Subduktionszone des Pazifischen Feuerrings mit den angrenzenden Tiefseegräben sehen kann.

Eine Schwäche dieser Theorie ist dass dreidimensionale Vorstellung eines Konvektionsstroms nicht selten den beobachtbaren Plattenbewegungen widerspricht.

  • Eine andere von Geowissenschaftlern vertretene Lehrmeinung geht davon aus dass den mittelozeanischen Rücken heißes Magma nach außen dringt und dort seine Wirkung entfaltet nicht aber durch Konvektion an Stelle wieder abtaucht sondern die schweren Plattenenden gravitationsbedingt nach unten sinken.

  • Schließlich gibt es noch die Expansionshypothese die nicht ausschließt dass sich der im Laufe der Erdgeschichte vergrößert wodurch sich Existenz der Spreizungszonen und das Auseinanderbrechen der erklären ließe.

Gegen diese Hypothese spricht zum einen Fehlen eines konkreten Belegs für die Zunahme Radius zum anderen widersprechen diesem Modell die über Gebirgsbildungsprozesse .

  • Zu erwähnen bleibt noch die aus Mode gekommene Kontraktionshypothese die von einer Schrumpfung der Erde Folge ihrer Abkühlung ausgeht. Einige Wissenschaftler bevorzugen Pulsationstheorie indem sie abwechselnde Phasen von Expansion Kontraktion annehmen. Auch dafür gibt es offensichtlich stichhaltigen Beweise.

Geschichte der Theorie der Plattentektonik

Der flämische Kartograph Ortelius machte im Jahre 1596 die weitreichende Aussage Amerika sei durch Erdbeben und Flut fortgerissen von Europa und Asien. Die Spuren des Bruches treten zutage wenn jemand die Küsten dieser drei Erdteile wo sich gegenüber liegen auf einer Weltkarte ansieht die herausragenden Formen Europas ebenso wie auch Afrikas mit den Ausbuchtungen Amerikas genauer betrachten Die Konformität der Küstenlinien insbesondere von und Peru wie Südamerika im 17. Jahrhundert mitunter wurde fiel auch Bacon ( 1620 ) auf. Er erwähnte sie als eine vielen anderen konformen Erscheinungen der Natur wobei aber gerade diese unter den vielen nicht Zufall betrachten wollte. Im Jahre 1858 ging Snider-Pellegrini einen Schritt weiter als die erste Karte veröffentlichte auf der die und die Neue Welt ohne trennenden Ozean zu sehen waren. mutmaßte dass es die biblische Sintflut gewesen welche die Kontinente voneinander getrennt habe. Der Geologe Suess vertrat in seiner Buchreihe über Antlitz der Erde zwar weiterhin die Landbrücken-Theorie aber er konnte die Existenz eines nördlichen und südlichen Großkontinentes belegen. Insbesondere die der sogenannten Glossopteris-Flora spielt hierbei eine herausragende Rolle. Der als Gondwána bezeichnete südliche Kontinent umfasst in Suess' zwar wechselnde Landgebiete bei seiner letzten Beschreibung in diesem Großkontinent alle Kontinente der südlichen einschließlich Indien zusammengefasst.

Als Vater der Plattentektonik gilt Alfred Wegener ( 1880 - 1930 ): In seinem 1915 veröffentlichten Buch Die Entstehung der Kontinente und Ozeane folgerte er aus der genauen Passung Küstenlinien von Südamerika und Afrika diese könnten Splitter eines größeren Kontinents gewesen sein der in der Vergangenheit auseinandergebrochen war. Die Passung ist noch wenn man nicht die Küstenlinien sondern die also die unter Wasser liegenden Teile eines betrachtet. Daneben sammelte Wegener weitere Argumente:

  • Faltengürtel aus Südamerika lassen sich in mit sehr ähnlichen Gesteinsabfolgen und Deformationsmustern verfolgen.
  • Auf den Südkontinenten war ein offenbar Farn mit zungenförmigen Blättern ( Glossopteris -Flora) weit verbreitet.
  • Das Fossil Mesosaurus ein im Süßwasser lebendes Reptil konnte in Afrika als auch in Südamerika nachgewiesen Dieses Tier hätte niemals einen so weiten wie den Atlantik überqueren können.

Anhand von Kontinent- bzw. Schelfgrenzen Kontinuität Scherzonen und Faltengürteln sowie der erdgeschichtlichen Verbreitung Landtieren und -pflanzen konstruierte Wegener einen Superkontinent er Pangäa nannte.

Anfangs wurde Wegeners Theorie vor allem der Unvorstellbarkeit einer Kraft zur Bewegung der Kontinentalplatten auf breiter Basis von seinen Kollegen Sie fand erst in den 1960ern Akzeptanz da beispielsweise die neue Technik Satellitenaufnahmen einen direkten Nachweis der Kontinentaldrift (gerichtete Plattenverschiebung) ermöglichte. Diese Entwicklung stellte der Geologie einen wichtigen Paradigmenwechsel dar in stärkerem Maße auch die unzugänglichen Ursachen der beobachteten Vorgänge zu hinterfragen.

Siehe auch: Riftzone Basalt

Weblinks




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