Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 19. August 2019 

Plenterwald


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Ein Plenterwald ist ein durch Plenterbetrieb enstandener Hochwald . Der Plenterwald ist ein sich stetig Dauerwald in dem Bäume aller Altersstufen kleinstflächig einzelstammweise vermischt sind. Diese Struktur wird durch forstwirtschaftlichen Betriebsform erreicht die keine flächige Nutzung hin zum Kahlschlag ) vornimmt sondern hiebreife Bäume einzelstammweise nutzt.

Trotz des vermeintlich urwaldähnlichen Charakters stellt Plenterwald eine Kulturform dar. Im Gegensatz zum Urwald ist sehr viel weniger Totholz vorhanden die Artenzusammensetzung wird gesteuert. Plenterung ist aber Bewirtschaftung die - in Abhängigkeit der potentiell Waldgesellschaft - einer natürlichen Struktur des Waldes entspricht als die des Altersklassenwaldes. Der Plenterwald vertikal stark differenziert dies aber in der relativ homogen. Im Gegensatz dazu ist die des Femelwaldes in der Fläche ungleichförmiger.

Nicht alle Baumarten und Standorte eignen zur Plenterung. Plenterung im eigentlichen Sinne ist Bewirtschaftung von Schattenbaumarten üblicherweise Fichten und Weißtanne . Sie ist grundsätzlich an das Vorkommen Weißtanne gebunden. Der Weißtanne ist es aufgrund besonderen Schattentoleranz und Wuchsdynamik möglich Jahrzehnte im zu verharren und nach Freistellung noch zu herrschendem Baum heranzuwachsen.

Die Nachhaltigkeit der Holznutzung eines Forstbetriebes wird im Plenterwald durch das in jeder Fläche vorhandene von Bäumen verschiedenen Durchmesserstufen angestrebt. Im Gegensatz ist beim Altersklassenwald der Durchschnitt über alle eines Betriebes Berechnungsgrundlage der nachhaltigen Nutzungsmasse.

Vergleich der Stammzahlverteilungen im Alterklassen- und Plenterwald.

Die Nachhaltigkeit des Plenterwaldes wird am von Stammanzahl zu Durchmesserverteilung gemessen an der Plenter- oder Gleichgewichtskurve . Sie ist eine logarithmisch fallende Kurve einer hohen Anzahl dünner Bäume zu einer Anzahl dicker Bäume. Das Herstellen eines solchen aus einem einschichtigen Bestand erfordert dort wo überhaupt möglich ist eine zielgerichtete forstliche Tätigkeit mehrere Generationen.

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert wurden Plenterwälder nicht geregelt genutzt. Die mißbräuchliche ungeregelte einzelstammweise von Wäldern führte zum Plünderwald - ein früher teilweise synonym zu Plenterwald gebrauchter Begriff. Von 1827 bis zum des 19. Jahrhunderts war Plenterung in weiten Frankreichs und Deutschlands daher verboten. Die Kontrolle Einhaltung einer geregelten Nutzung ist im Altersklassenwald einfacher. Die richtige/wirkliche Plenterung erfordert die Auseinandersetzung jedem einzelnen Baum von einer gewissen Stärke Stamms an.

Erhalten hat sich diese Wirtschaftsform unter der ehemals geltenden Vorschriften durch Besitzer wie in südwestdeutschen Bauernwäldern sowie im westlichen Thüringen Hainich wo aufgrund der guten Standorte die des Buchenplenterwalds etabliert werden konnte).

Das "Land des Plenterwaldes" ist die Schweiz .

Siehe auch: Wald Femelwald Mittelwald Durchforstung Forsteinrichtung Mosaik-Zyklus-Konzept Portal Umweltschutz Plänterwald Waldgesellschaften Mitteleuropas

Literatur:

  • Der Plenterwald und weitere Formen strukturierter und Wälder Jean-Philippe Schütz; Parey Buchverlag Berlin 2001; ISBN 3-8263-3347-0



Bücher zum Thema Plenterwald

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Plenterwald.html">Plenterwald </a>