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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 19. September 2019 

Pseudogruppenehe


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Pseudogruppenehe ist ein in der Ethnologie und Anthropologie verwendeter Begriff für eine bestimmte Form der Ehe . Im Gegensatz zur Gruppenehe sind bei der Pseudogruppenehe nicht alle und Ehepartner gleichzeitig alle miteinander verheiratet. Somit auch nicht alle Frauen legitime Sexualpartnerinnen für Männer und nicht alle Männer legitime Sexualpartner alle Frauen.

Pseudogruppenehen entstehen aufgrund polygyner und/oder polyandrischer Verbindungen bei denen nur gewisse Ehepartner Gruppe mit gewissen anderen verheiratet sind und legitime sexuelle Beziehungen miteinander haben. Viele der als Gruppenehe interpretierten ethnologischen Fallbeispiele haben sich näherer Betrachtung als Pseudogruppenehen herausgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele für Kulturen mit Pseudogruppenehe

Aché in Ostparaguay

Lukas und Schindler beschrieben die Pseudogruppenehe Aché in Paraguay bei denen aus der Kombination von und polyandrischer Familienstrukturen ein komplexes Beziehungsgeflecht entsteht.

Eine Frau A ist mit den 1 und 2 verheiratet. Mann 1 hingegen Frau A und Frau B. Mann 2 verheiratet mit Frau A und Frau C. handelt es sich eindeutig nicht um eine da Frau C nicht mit Mann 1 ist und auch keine sexuellen Beziehungen unterhält. Ehegemeinschaft ist streng strukturiert und es wird Haupt- und Nebengatten unterschieden zwischen denen eine Rangfolge besteht.

Nayar (Indien)

Laut Kathleen Gough praktizieren die Nayar Zentralkerala ( Indien ) eine Kombination von nonsoraler Polygynie und Polyandrie. Daraus resultiert eine Form der Gruppenehe der eine Frau mit einem Mann aus höheren Kaste der Nambudiri-Brahmanen eine rituelle Ehe (siehe Sambandham) danach jedoch mit einem oder Männern aus ihrer eigenen Kaste sexuelle Beziehungen eingeht und rechtmäßige Nachkommen

Marquesas

Für lange Zeit galten die Bewohnerinnen Bewohner der Marquesas-Inseln als klassisches Beispiel für Gruppenehe. Weitere Forschungen haben aber ergeben dass in vorkolonialen Zeiten durch die Verkettung von und Polyandrie zwar komplexe polygame Verbindungen ergaben die jedoch keine echte darstellten.

Eine Frau konnte beispielsweise mit zwei mehr Männern zur selben Zeit verheiratet sein jeder ihrer Männer mit zwei oder mehr Auch in diesem Fall waren jedoch nicht Frauen gleichzeitig mit allen Männern legitim verheiratet unterhielten auch nicht alle sexuelle Beziehungen untereinander. handelte es sich nicht um eine echte der Gruppenehe.




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