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Raubritter


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Als Raubritter bezeichnet man diejenigen Angehörigen des ritterlichen Standes die ihre schlechte finanzielle Lage Straßenraub Fehden und Plünderungszüge verbessern wollten. Diese Entwicklung im Spätmittelalter ein und war vor allem eine der Verdrängung der Naturalwirtschaft durch die Geldwirtschaft .

Der für diese Schicht geprägte Begriff stammt jedoch nicht aus der Zeit selbst ist eine Neuschöpfung die das erste Mal Jahr 1810 in dem romantischen Werk „Die Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands“ F. Gottschalcks verwendet wurde.

Wurde der Kriegsdienst im Hochmittelalter durch feudale Abhängigkeiten begründet führte die der Geldwirtschaft zu einer Ablösung durch finanziell Abhängigkeiten. Dies verschaffte dem Söldnertum einen starken Auftrieb was sich zu der Ritterschaft als wichtigster Träger der Feudalaufgebote Zudem versuchten zahlreiche Fürsten und Könige seit dem Spätmittelalter sich durch die Anwerbung von Söldnern aus der militärischen Abhängigkeit ihren Lehnsmännern zu lösen. Dieser Übergang vom geprägten Feudalstaat zum frühkapitalistischen Fürstenstaat führte zum und wirtschaftlichen Niedergang der Ritterschaft. Zahlreiche Ritter Raubzüge um ihre schlechte wirtschaftliche Lage zu Überfälle auf Handelszüge waren dabei besonders häufig aber bereits zur Blütezeit des Rittertums im Hochmittelalter nicht unüblich. Auch das von Fehden kam nicht erst mit dem auf doch wurden wirtschaftliche Erwägungen dabei immer Nach den erfolglosen Bemühungen der hoch- und Landfriedensbestrebungen welche die ritterliche „Selbstjustiz“ in ihre weisen sollte führten der Ewige Landfriede ab 1495 und die Reichsexekutionsordnung ( 1512 / 1555 ) zur Kriminalisierung der privaten Ritterfehde. Die Gesetzgebung der frühen Neuzeit legte die Grundvoraussetzung die Begriffsentstehung des Raubritters. Trotz ihres sozialen gelang es den Rittern in mehreren Territorialstaaten des Heiligen Römischen Reiches als landständische Ritterschaft einen gewissen Einfluß wahren. Im 16. Jahrhundert erfolgte zudem eine Anpassung der Ritterschaft die gewandelten Verhältnisse wodurch sich das Raubrittertum auflöste. So gingen viele Ritter als hochbezahlte in die Truppengattung der Lanzierer auf welche taktische Aufgabe der Ritterschaft bis zum Ende 16. Jahrhunderts fortführte.

Der erst im 19. Jahrhundert geprägte Begriff des Raubritters ist nicht von der restlichen Ritterschaft abzugrenzen. Das Austragen Fehden war stets Teil der ritterlichen Lebensweise und wurde der waffenberechtigten Bevölkerung in großen des mittelalterlichen Europas sogar lange Zeit rechtlich Auch das Ausplündern der gegnerischen Ländereien kam bei frühmittelalterlichen Fehden vor. Ähnlich verhält es sich den Überfällen so genannter Raubritter des Spätmittelalters reisende Händler. Bereits im Hochmittelalter erpressten viele von Händlern die durch das Umland der ihnen beherrschten Burg zogen unter fragwürdiger Berufung auf den Geld oder Waren. Vor dem Hintergrund ihrer verschlechternden wirtschaftlichen Lage machten viele Ritter im verstärkt von solchen Praktiken in Gebrauch wobei oftmals außerrechtliche Fehden oder sonstige Verstöße gegen Recht in Kauf nahmen. Als Raubritter lassen also diejenigen Ritter bezeichnen die sich dem des 14. und 15. Jahrhunderts am wenigsten anpassten.

Literatur

  • O. Brunner Land und Herrschaft 1965 (5.
  • W. Rösener Zur Problematik des spätmittelalterlichen Rittertums Festschrift für B. Schwineköper hrsg. H. Maurer H. Patze 1982 S. 469-488.



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