Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 23. September 2019 

Reinhard Heydrich


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Briefmarke Sonderausgabe vom 28.05.1943 zum 1. Todestag Heydrichs stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren von Prof. F.Rotter

Reinhard Tristan Eugen Heydrich (* 7. März 1904 in Halle (Saale) 4. Juni 1942 in Prag ) war führender Funktionär in der Zeit des Dritten Reiches . Heydrich war SS -Obergruppenführer und General der Polizei Leiter des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) und Stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen Mähren. Genannt wurde er "der Schlächter von "die blonde Bestie" und "der Henker".

Heydrichs Vater Bruno Heydrich war Musiklehrer gründete seinerzeit in Halle das erste Konservatorium.

Heydrich schloss sich 1919 als Schüler 15 Jahren dem Freikorps "Märker" an und stark unter dem Einfluss des Rassenfanatismus von Kreisen.

Im März 1922 trat er in in die Reichsmarine ein wo er bis unter Admiral Wilhelm Canaris diente. Nach einer Affäre wurde er auf Betreiben Canaris' von Admiral Erich Raeder nach einer Entscheidung des Ehrenrates gezwungen Marine wegen "ehrwidrigen Verhaltens" als Oberleutnant zur zu verlassen. Heydrich hatte seine Beziehung zu jungen Frau gelöst indem er ihr eine Verlobungsanzeige aus einem Lokalblatt mit seiner neuen Lina von Osten schickte.

Im Juli desselben Jahres trat er die NSDAP und die SS ein. Dort fand er schnell die Himmlers und machte rasant Karriere. Bereits im 1931 war er SS-Obersturmbannführer und wurde im 1932 SS-Standartenführer und Chef des Sicherheitsdienstes (SD). 1933 wurde er Leiter der politischen Abteilung Polizeidirektion München und wurde zum SS-Oberführer befördert. Belohnung für seine wesentliche Mitarbeit bei der der SA-Führung ( Röhm-Putsch ) wurde er am 1. März 1934 zum SS-Gruppenführer ernannt.

Er war am Aufbau des Sicherheitsdienstes SD ) beteiligt. Ab 1936 war er Chef der Sicherheitspolizei (Sipo) des SD (CS-SD). Systematisch organisierte er Kontrolle und Erpressung als Terrormaßnahmen. Kalt und berechnend völlig ohne Skrupel bei der Durchsetzung auch unmenschlichsten Maßnahmen wurde Heydrich schnell unentbehrlich für Führung des Dritten Reiches.

Heydrich verkörperte für viele Zeitgenossen den des "Ariers". Blond schlank großgewachsen mit schneidigem und immer eiskalt wirkend. Dazu ein Mann Sportlichkeit - unter anderem ein erstklassiger Fechter Reiter und guter Pilot - mit einer musikalischen Begabung (er spielte recht gut Violine) auf den ersten Blick derartige Verbrechen nicht wurden.

Himmler war beeindruckt und machte Heydrich zu rechten Hand. Heydrich war ein fähiger Machtmensch leistete für Himmler wichtige Arbeit bei der Integration der Polizei in den Parteiapparat. Einige Historiker vertreten These der im Grunde kleinbürgerliche Himmler mit weltfremden Hang zum Mystizismus hätte ohne den planenden und entschlossen handelnden Heydrich im von bestimmten internen Machtkampf der verschiedenen Gruppen in NSDAP nicht bestehen können. "HHHH - Himmlers Hirn heißt Heydrich" soll der ehemalige preußische Innenminister und Reichsmarschall Hermann Göring über seine Konkurrenten gewitzelt haben die Stück für Stück die Hoheit über Polizei Sicherheitsdienste streitig machten.

Kalt und berechnend dabei völlig ohne bei der Durchsetzung auch der unmenschlichsten Maßnahmen Heydrich schnell unentbehrlich für die Führung des Reiches. Die Sicherheitspolizei die sich aus der Polizei und der Kriminalpolizei zusammensetzte wurde straff mit zuverlässigen Nazis durchsetzt und zentral geführt. ihr hatte Heydrich ein willfähriges Instrument um Staatsfeinde aber auch persönliche Widersacher und Rivalen zu verfolgen. Er schuf ein Netz einer lückenlosen polizeilichen Überwachung legte umfangreiche Akten an beauftragte sogar Wissenschaftler mit Studien über die möglicher Staatsfeinde wie Juden Kommunisten Liberale und Gruppen. Auch Erpressung Verhaftungen Folter und Mord zu seinem Repertoir. Er hatte eine ausgesprochene für heimtückische Winkelzüge ein Meisterstück sicherlich die eines Überfalls auf den Sender Gleiwitz der Hitler den benötigten Vorwand für Überfall auf Polen verschaffte und den 2. Weltkrieg einläutete

1939 übernahm Heydrich die Leitung des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) dem sowohl die Gestapo als auch die Kriminalpolizei und der (SD) unterstanden. So war ein riesiger Polizeiapparat der überall Informationen sammeln und liefern konnte. arbeitete weiter an der Vervollkommnung dieses Apparates seine ganze Macht bei der Durchführung des zur Vernichtung des Judentums zeigen sollte.

Schon vor dem Krieg sammelte Heydrich Informationen die in polizeilicher Hinsicht etwas mit Judentum zu tun hatte. 1938 allerdings lag Schwerpunkt der Überlegungen noch bei einer Zwangsaussiedlung deutschen Juden. Heydrich hatte Eichmann nach Wien gesandt um dort die für jüdische Auswanderung“ einzurichten. Das war ein Erfolg und so wurde in Berlin die „Reichszentrale“ eröffnet.

Nach der Eroberung Polens gab Heydrich Befehl Ghettos für die Juden einzurichten und zu bilden. So wurden die Judengemeinden gezwungen den Nazis zusammenzuarbeiten an ihrem eigenen Unglück Mit Eichmanns Hilfe organisierte Heydrich Deportationen von aus dem ganzen Reichsgebiet sowie aus Österreich und Teilen Polens in diese Ghettos. einer Anweisung vom September 1939 unterschied Heydrich einem geheimen Endziel dessen Verfolgung langfristig erfolgen und den Mitteln und Wegen dorthin. Ghettos für ihn ganz klar nur Zwischenstationen genau wie die Beschlagnahme jüdischen Eigentums durch die Gestapo und die Deportationen.

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion (Heydrich diente übrigens während der ersten Wochen des Überfalls als Kampfpilot ganz seinem Stil treu bleibend) im Juli 1941 beauftragte Göring alle erforderlichen Vorbereitungen für eine „Gesamtlösung Judenfrage“ zu treffen seien sie finanzieller organisatorischer verwaltungstechnischer Natur. Heydrichs Einsatzgruppen die auch unter der Wehrmacht bereits Zehntausende von Polen und Juden hatten ermordeten in der Folge rund eine Russen und Polen zumeist Juden und Funktionäre. erkannte schnell dass eine zentrale Koordinierung aller Stellen erforderlich ist. So berief er zum Januar 1942 die sogenannte „Wannsee-Konferenz“ ein um und Wege zur „Endlösung der europäischen Judenfrage“ erörtern. Heydrich empfahl für die Juden im „…Arbeitseinsätze unter Trennung der Geschlechter arbeitsfähige Juden straßenbauend durch diese Gebiete geführt werden wobei ein Großteil durch natürliche Verminderung ausfallen wird.“ überlebende Rest solle einer „Sonderbehandlung“ zugeführt werden. der zynischen Sprache Heydrichs also ein klarer zur Ermordung der Juden durch Hunger Krankheit Erschöpfung wer doch überlebte sollte einen anderen Tod finden.

So gründete Heydrich die Basis der der Judenfrage“. Nach seinem Vornamen wurde die des polnischen Judentums „ Aktion Reinhard “ genannt. Heydrich selbst hatte September 1941 Berlin verlassen um in Prag das Amt des Stellvertretenden Reichsprotektors von und Mähren anzutreten blieb aber gleichzeitig Chef Reichssicherheitshauptamtes.

Am 27. Mai 1942 erfolgte ein von der tschechischen Exilregierung London organisiertes Attentat in Prag dem er am 04. Juni erlag. Heinrich Himmler übernahm zunächst selbst die Führung des bis Ernst Kaltenbrunner am 30. Januar 1943 als neuer Chef des RSHA in Amt eingeführt wurde. Zum Nachfolger Heydrichs als Reichsprotektor von Böhmen und Mähren wurde der der Ordnungspolizei SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Polizei Daluege bestimmt.

Am 10. Juni 1942 führte die SS für das Attentat Heydrich einen Vergeltungsschlag gegen das Dorf Lidice aus dessen Männer über 16 Jahren während die Frauen und Kinder in Konzentrationslager wurden.

Einsatzgruppen

SS Einsatzgruppen

Literatur

  • Shlomo Aronson: Reinhard Heydrich und die Frühgeschichte von Gestapo SD . Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart 1971.
  • Günther Deschner: Reinhard Heydrich. Statthalter der totalen Macht . Verlag Ullstein Frankfurt/M-Berlin 1987 ISBN 3-548-27559-1 .
  • Miroslav Kárný/Jaroslava Milotová/Margita Karná (Hrsg.): Deutsche Politik im "Protektorat Böhmen und Mähren" Reinhard Heydrich 1941-1942. Eine Dokumentation . Metropol Verlag 1997 ISBN 3-926893-44-3 .
  • Hellmut G. Haasis: Tod in Prag. Das Attentat auf Reinhard . Reinbek bei Hamburg. Rowohlt 2002 ISBN 3-498-02965-7 .
  • Lina Heydrich: Leben mit einem Kriegsverbrecher . Mit Kommentaren von Werner Maser Verlag Ludwig Pfaffenhofen 1976 ISBN 3-7787-1025-7 .

Weblinks



Bücher zum Thema Reinhard Heydrich

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Reinhard_Heydrich.html">Reinhard Heydrich </a>