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Runen


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Kategorie:UDK 003.345


Ursprüngliches Runenalphabet ("futhark") (eu (?) = ei)


angelsächsisches Runenalphabet


Nordisches Runenalphabet


Punktiertes Runenalphabet
Bilder: Meyers Konversationslexikon 4. Auflage 1888/89

Runen sind die ältesten Schriftzeichen der Germanen . Sie sind keine eigenständige Erfindung der sondern gehen auf die große "phönizische" Familie Alphabeten die im Gebiet des Libanon und Syriens entstanden und zu der alle heutigen Schriften sowie das Hebräische Arabische und die Schriften zählen zurück.

Ein wohl auf die Kimbernwanderung zurückzuführender Helm mit Runeninschrift der so Helm B von Negau belegt eine Verwendung Runen vor dem Jahre 110 v. Chr. . Damit wird eine Entwicklung aus der westgriechischen oder etruskischen Schrift wahrscheinlich. Die Buchstaben jener Alphabete wurden demnach unter Vermeidung waagerechter krummer Linien die zum Einritzen in Holz waren umgeformt und mit bedeutsamen Namen versehen. ist dass in alter Zeit die Kimbern mit einem ähnlich klingenden Volksstamm wahrscheinlich Herkunft gleichgesetzt wurden.

Eine Entwicklung aus der lateinischen Kapitalschrift etwa um die Zeitwende wie früher angenommen wurde gilt als nicht mehr

Inhaltsverzeichnis

Runenalphabete

Das älteste Runenalphabet (nach den ersten Buchstaben futhark genannt) bestand aus 24 Zeichen:

f u th a r k w h n i j eu (?) z (= weich s) s t b m l ng o d
Es lässt sich mit geringen Abweichungen der gleichen Anordnung bei den Nordgermanen (Brakteat Vadstena) Angelsachsen (in der Themse gefundenes Messer) und (Charnayspange) nachweisen war also allen germanischen Stämmen was für die Goten durch die Beibehaltung einzelner Runenzeichen in Alphabet des Ulfilas und durch die in Wiener Handschrift erhaltenen Namen der gotischen Buchstaben mit den Namen der Angeln und nordischen Runen übereinstimmen für die Franken durch das ausdrückliche Zeugnis des Venantius noch besonders erhärtet wird.

Dieses gemeingermanische Alphabet ist bei den durch Hinzufügung neuer Zeichen (welche durch die Entwicklung des Vokalismus notwendig wurde) erweitert bei Skandinaviern vereinfacht worden da in den jüngeren nur 16 Zeichen (f u th o k h n i a s t l m y) verwendet werden denen man ganz spät noch 7 neue Sprossformen (die genannten punktierten Runen) hinzufügte.

Runen als magische Zeichen

Eine eigentümliche Abart des kürzeren Alphabets die so genannten Zweigrunen eine Art nordischer Zuerst sind die Runen denen man einen Einfluss auf die Personen oder Dinge die Namen bezeichneten zuschrieb nur zur Weissagung (beim und zum Zauber gebraucht worden. Hieraus erklärt auch der Name der Runen ( runa altnordisch run Plural runir bedeutet "Geheimnis").

Über das Losorakel ist uns im Kapitel der Germania des Tacitus ein Zeugnis erhalten. Man streute mit ( notis quibusdam ) bezeichnete hölzerne Stäbchen auf ein weißes Darauf wurden auf gut Glück drei dieser aufgehoben und gedeutet. Höchst wahrscheinlich geschah diese in metrischer Form (in alliterierendem Spruch).

Die Verwendung der Runen zum Zauber ist besonders im Norden bezeugt. Es Zauberrunen für bestimmte Zwecke so Siegrunen Bierrunen (zur Geburtshilfe) Seerunen (zum Schutz der Schiffe) (um klug zu sprechen) Löserunen (bei Gefangenschaft) zum Besprechen (Stumpfmachen) der Schwerter und dergleichen.

Ein überliefertes Götterlied der Lieder- Edda erzählt wie Odin sich selbst geopfert ist und neun als Gehenkter in einem Baum hing bevor Kenntnis in der Macht der Runen gewinnt sich befreien kann. Im weiteren Verlauf des werden weitere magische Kräfte der Runen beschrieben schliesslich 18 Zaubersprüche genannt. Ein weiterer Text der Edda Fahrt enthält die stärkste überlieferte Verfluchung. Dazu Skirnir Diener des Gottes Freyr während er den Fluch spicht eine Rune. Erstaunlicherweise handelt es dabei um einen Fluch zum Zwecke sexueller Skirnir droht dem Opfer falls sie sich mit Freyr einlasse.

Runen als Schrift

Zu zusammenhängender Schrift sind die Runen den Germanen des Kontinents nur in geringem gebraucht worden. Die einzigen dort erhaltenen Runendenkmäler Schmuckgegenstände die durch die Runen den Wert Amuletten erhielten und Waffen. Auch in England die Verwendung von Runen zu diesem Zweck häufig: Das umfangreichste Denkmal die Inschrift auf Kreuz von Ruthwell stammt bereits aus christlicher

Im skandinavischen Norden wo die lateinische erst verhältnismäßig spät bekannt wurde haben die dagegen sehr ausgedehnte Verwendung gefunden besonders zu oder zum Andenken an Familienangehörige auf Runensteinen. Schrift geht entweder von links nach rechts umgekehrt zuweilen auch in beiden Richtungen abwechselnd. ältesten Denkmäler zum Beispiel die Zwinge von das Diadem von Straarup gehören wahrscheinlich dem 5. Jahrhundert an; das berühmte "goldene Horn" von bei Tondern die Steine von Tune Strand Tanum und andere stammen aus dem 6. Jahrhundert .

Die Inschriften im kürzeren Alphabet beginnen um 800 Beispiele dafür sind die Steine Helnäs und Flemlöse auf Fünen. Ganz sicher sind jedoch erst die zweifellos jüngeren Iällingesteine dem 10. Jahrhundert . Sie sind besonders zahlreich in Schweden reichen bis in späte Zeit hinab auf bis ins 16. Jahrhundert ; einige (z. B. der Karlevistein auf und der Rökstein in Ostgotland) enthalten stabreimende Verse. Der Gebrauch der Runen zu Zwecken also in Handschriften ist selten und als eine gelehrte Spielerei zu bezeichnen. Das Denkmal war der so genannte Codex runicus mit dem schonischen Recht aus dem 14. Jahrhundert . Besonders lange wurden Runen auf Kalenderstäben

Da Mythen und Sagas mündlich überliefert wurden wurden Runen zwar zu literarischen Zwecken benutzt aber nicht nur große Verbreitung von Inschriften zeigt dass jedenfalls der wohlhabenden Oberschicht wahrscheinlich ein recht großer der Menschen lesen und schreiben konnte. Runen nämlich oft auch profanen Zwecken. Dazu zählen mit denen Handelswaren und anderes Eigentum gekennzeichnet geschäftliche Mitteilungen aber auch Gelegenheitsinschriften als kurze Botschaften wie zum Beispiel die Aufforderung "kysmik" mich) die im Oslo des 11. Jahrhunderts auf einen Knochen geritzt wurde. In Byzanz hinterliessen mehrere nordische Reisende möglicherweise Krieger kaiserlichen Warägergarde Runengraffitos auf Galerien der Hagia Sophia

Literatur

  • Klaus Düwel: Runenkunde 3. vollständig erweiterte neu bearbeitete Auflage 2001 ISBN 347613072X
  • Heinz Klingenberg: Runenschrift - Schriftdenken - Runeninschriften. Mit 78 Textfiguren und 63 Abbildungen 32 Kunstdrucktafeln Heidelberg 1973 ISBN 3533021815

Weblinks



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