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Stellvertreterhochzeit


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Unter Stellvertreterhochzeit versteht man eine Hochzeit bei der Bräutigam oder Braut nicht persönlich anwesend ist sondern sich einem Repräsentanten vertreten läßt. Die Stellvertreterhochzeit war in das 18. Jahrhundert an europäischen Fürstenhöfen besonders am Hofe der Habsburger in Wien und Madrid .

Politische Allianzen wurden durch Heiraten zwischen herrschenden Familien geschlossen. War solch eine Allianz so konnte es aber durchaus eine Weile bis die Braut auf die Reise zu oftmals in einem fernen Land lebenden Bräutigam wurde. Dabei war nicht nur die reine zu bedenken die bei den damals notorisch Straßenverbindungen schon lange genug war. Prinzessinnen konnten nur mit einem standesgemäßen Gefolge reisen das mal mehrere hundert Personen umfassen konnte so eine solche Reise auch eine logistische Herausforderung deren Planung Zeit in Anspruch nahm. Diese endete erst mit der feierlichen Übergabe der an der Landesgrenze des Landes des Bräutigams rémise ).

Wollte man die politische Allianz schon bevor sich Braut und Bräutigam persönlich gegenüberstanden zum ersten Mal in ihrem Leben) feierte eine Stellvertreterhochzeit.

Die Stellvertreterhochzeit stand dabei juristisch zwischen Verlobung und der wirklichen Heirat. Anders als der Verlobung die juristisch gesehen einen Vertrag (ein gegenseitiges Eheversprechen ) darstellt der auch einseitig und vor ohne Beteiligung der Kirche wieder gelöst werden konnte konnte eine Stellvertreterhochzeit geschlossene Ehe nur von der Kirche annulliert werden. als nach der wirklichen Eheschließung war diese allerdings ohne große Probleme möglich vor allem deshalb da eine Ehe nach kanonischem Recht erst als geschlossen galt wenn die gefeiert und die Ehe vollzogen wurde (durch der Ehegatten) und es bei Stellvertreterhochzeiten logischerweise der zweiten Bedingung fehlte.

Am Hof der Habsburger in Wien sich für die Stellvertreterhochzeit eine skurrile Prozedur Braut und Stellvertreter des Bräutigams (es gab Hochzeiten bei denen sich die Braut vertreten dies kam allerdings seltener vor) stiegen dabei bekleidet vor der versammelten Hofgesellschaft in ein geschmücktes Bett und entblößten jeweils ein Bein. galt als symbolischer Vollzug der Ehe.

Nachdem sich Braut und Bräutigam dann getroffen hatte wurde die Eheschließung allerdings in Regel noch einmal wiederholt.

In Deutschland regelte das Ehegesetz und seit 1998 wieder das Bürgerliche Gesetzbuch dass eine Eheschließung nur bei gleichzeitiger beider Verlobten vor dem Standesbeamten möglich ist. Eine Stellvertreterhochzeit ist also nicht mehr möglich würde eine solche geschlossen es sich juristisch gesehen um eine "Nichtehe"




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