Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 23. Juli 2019 

Stellwerk


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Ein Stellwerk dient zum zentralen Stellen von Weichen und Signalen in Eisenbahnanlagen v.a. in Bahnhöfen .

In den Anfangstagen der Eisenbahn erfolgte Stellen der wenigen vorhandenen Weichen vor Ort Hilfe eines Hebels und Muskelkraft. Damals wie hatte der Fahrdienstleiter die Verantwortung und Übersicht über seinen Da es noch keine Zugmeldesysteme gab durfte Zug den Bahnhof erst verlassen wenn der Gegenzug eingetroffen war. Erst mit der Einführung elektrischen Telegraphen konnte man auf diese Vorgehensweise verzichten.

Mit steigendem Verkehrsaufkommen und Vergrößerung der wurde das Stellen der Weichen und Signale Ort zu unpraktisch und unsicher. Etwa um 1850 wurden in England die ersten mechanischen erfunden mit denen die Sicherungsanlagen zentral bedient konnten. 1867 wurde auch in Deutschland das erste nach dem Vorbild der englischen Firma Saxby & Farmer gebaut. Im Laufe der nächsten 50 stellten eine Vielzahl von Firmen ihre jeweils Stellwerks-Systeme vor. Die vielen unterschiedlichen Bauarten waren einer effektiven Wartung und Instandhaltung eher hinderlich. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft definierte deshalb 1920 den ersten Einheitsstellwerks-Typ.

Inhaltsverzeichnis

Die Entwicklung der Stellwerks-Technik

Die Entwicklung von Stellwerken hielt im der Jahre immer Schritt mit der allgemeinen Entwicklung:
  • Mechanisches Stellwerk
  • Elektromechanisches Stellwerk
  • Drucktasten-Stellwerk
  • Elektronisches Stellwerk

Das mechanische Stellwerk

Beim mechanischen Stellwerk in den heute gebräuchlichen Bauformen erfolgt die Stellung der Weichen Signale über Stellhebel und -teilweise kilometerlange- Drahtzüge. und Wellen haben sich zur Kraftübertragung nicht

Um eine Zugfahrt durchführen zu können der Fahrdienstleiter zunächst die Weichen in die Stellung bringen. Anschließend müssen die Weichen verriegelt (damit wird gewährleistet dass die Weichen die Endlage erreicht haben und diese auch halten). dem Fahrstraßenhebel wird dann die eingestellte Fahrstraße auf überprüft (man kann in einem Bahnhof im nicht "einfach irgendwie" fahren sondern für sämtliche Zugbewegungen sind so genannte Fahrstraßen definiert auf denen sich die Züge dürfen). Nachdem die Fahrstraße überprüft und nochmals und gegenüber anderen Fahrstraßen gesichert worden ist dann das Signal in Fahrtstellung gebracht werden. das Signal in Fahrtstellung ist oder der auf Fahrstraße unterwegs ist kann die Fahrstraße zurückgenommen werden und keine Weichen oder Gleissperren Fahrstraße umgestellt werden.

Das elektromechanische Stellwerk

Ab ca. 1900 begann man mit der Einführung elektrischer für die Weichen und Signale. Die eigentlichen werden beim elektromechanischen Stellwerk durch Relais übernommen. Da man der neuen elektrischen jedoch noch nicht voll vertraute wurde zumindest Fahrstraßenverschluss bei dieser Stellwerksbauart weiterhin mechanisch überwacht. 1943 wurde in Deutschland der Typ E43 als Einheitsstellwerk standardisiert. Erstmals konnte auf visuelle Überprüfung des Fahrwegs durch den Fahrdienstleiter weitgehend verzichtet werden da man elektrische an das E43-Stellwerk anschließen konnte. Hierbei werden beiden Schienen durch die ein Prüfstrom fließt die Achsen eines darüber fahrenden Zuges kurzgeschlossen durch ein Relais registriert werden kann.

Das (Spurplan)-Drucktasten-Stellwerk

Noch während des 2. Weltkriegs begann in Deutschland mit der Entwicklung eines neuen bei dem die komplette Sicherungstechnik elektrisch ausgeführt sollte. Als weitere Neuerung sollte die Bedienung Drucktasten auf einem stilisierten Abbild der Gleisanlagen um dem Fahrdienstleiter einen besseren Überblick über momentanen Zustand seiner Bahnanlagen zu geben. Daher diese Stellwerke häufig auch als Gleisbildstellwerke bezeichnet. Das erste einsatzbereite Drucktasten-Stellwerk wurde nach dem Krieg an die Deutsche Bundesbahn ( 1948 in Düsseldorf -Derendorf).

In den folgenden Jahren setzten sich Hersteller mit ihren Stellwerken bei der Beschaffung Siemens (diese Bauform wurde als " Dr S " bezeichnet) und Lorenz/SEL (" Dr L "). Beide unterschieden sich im wesentlichen im gemeinsam war ihnen dass sie fahrstraßenbasiert arbeiteten im Gegensatz zu (elektro)mechanischen Stellwerken musste der die Weichen nicht mehr einzeln zu einer stellen und die Fahrstraße nachher prüfen sondern konnte nun einfach eine Start- und eine betätigen. Die Stellwerktechnik ließ die Weichen dann in die korrekte Position einlaufen ( Weichenlaufkette ) und stellte die Signale. Als weitere beherrschte das Stellwerk die Fahrstraßen-Teilauflösung wodurch besonders Knotenpunkten ein gesteigerter Zug-Durchsatz erreicht werden konnte. Drucktasten-Stellwerken ließen sich Stellbereiche von geradezu riesigen realisieren so wurden z.B. die Knoten München/Frankfurt von je einem einzigen Gleisbild-Stellwerk gesteuert.

Siemens entwickelte aus dem Dr S 1952 das Dr S2 optimiert für kleinere Bahnhöfe. Dieses Stellwerk bei Bedarf komplett von einem anderen Dr aus ferngesteuert werden. Hierdurch entfiel die Notwendigkeit kleinen Bahnhöfen einen Fahrdienstleiter vor Ort haben müssen.

Die nächste Weiterentwicklung der Drucktasten-Stellwerke stellten Spurplan-Stellwerke dar. Die Relais-Technik ist bei diesem stärker modular aufgebaut und kann bei Umbauten geändert und erweitert werden. SpDr-Stellwerke arbeiten nicht strikt fahrstraßenbasiert die Fahrstraßen-Einstellung erfolgt nun von zu Signal - falls notwendig unter Ausnutzung Fahrmöglichkeiten die die Gleisanlage bietet. Die Sicherung Durchrutschwegen erfolgt weitgehend automatisiert. Ebenfalls neu waren Betriebsmodi Selbststellbetrieb und Zuglenkung . Hierbei stellt das Stellwerk für sich Züge einen fest programmierten Fahrweg ein bzw. die Züge anhand ihrer Zugnummer automatisch in bestimmte Richtung.

Das elektronische Stellwerk (ESTW)

1986 nahm auch die Deutsche Bundesbahn ihr elektronische Stellwerk (ESTW) in Murnau in Betrieb nachdem derartige Technik bereits einigen Jahren bei anderen kleineren Bahnen im und Ausland im Einsatz war. Der Grund diese Verzögerung war dass man der Rechner-Technik Sicherheits-Gesichtspunkten lange Zeit nicht vertraute. Bei mechanischen erfolgte die Sicherung durch handfeste Metallstangen und bei einem Dr-Stellwerk ließ sich die korrekte durch Prüfschaltungen sicherstellen. Bei einem Computer sah dagegen von dessen Funktion so gut wie mehr und muss sich auf die korrekte der Software verlassen. Die Lösung der Sicherheitsproblematik dass man zum einen die verwendete Software verifizierte und zum anderen die Komponenten die sicher" sein mussten redundant ausführte - es immer zwei Rechner gleichzeitig die auch zu Ergebnissen kommen müssen sonst liegt eine Störung

ESTW werden heute meist in so Bereichsrechner-Technik ausgeführt. Die Rechner-Technik gliedert sich dabei drei Bereiche:

  • Bedienraum mit der Schnittstelle zum Menschen (Monitore etc.)
  • Rechnerraum im Keller des Stellwerks (ESTW-Z) mit EKIR (Eingabe-Kontroll- und Interpretationsrechner) BAR (Bedien- und Anzeigerechner) und BPR (Bedienplatzrechner)
    • Der EKIR empfängt über den Bedienplatzrechner die Stellbefehle Fahrdienstleiters prüft sie auf Plausibilität und leitet dann an die zuständigen Bereichsstellrechner weiter. Außerdem er den Überblick über die stellbereichsspezifischen Daten Stellteile sind wo vorhanden und hängen wie mit denen er die BSTR beim Hochfahren und er verarbeitet Störmeldungen und gibt sie einem Drucker aus.
    • Aufgabe des BAR ist hauptsächlich die Erzeugung der Lupenbilder detaillierter Anzeigen über den Zustand der Da die Lupenbilder signaltechnisch sicher sein müssen sie von zwei unabhängigen Grafikkarten erzeugt zwischen Bildern die Sichtgeräte-Doppelsteuerung im Wechsel umschaltet. Sollte Grafikkarte ausfallen so blinkt das Bild auf Monitor im Umschalttakt.
    • Der BPR nimmt die Bedienereingaben entgegen und erzeugt mehreren Monitoren pro Bedienplatz u. a. Bereichsübersichten Service-Informationen. Er ist nicht signaltechnisch sicher.
  • Bereichsrechnerräume (ESTW-A) mit Bereichsstellrechnern (BSTR) und/oder BAPR (Bedienanpassrechner zur Ansteuerung von verbliebenen Drucktasten-Stellwerken Stellbereich) in kleinen Betonhäuschen vor Ort an Strecke.
    • Die BSTR führen in ihrem Bereich die eigentlichen durch und überwachen und sichern die Fahrwege. Fahrwegsicherung ist auch sichergestellt wenn die Verbindung Stellwerk unterbrochen sein sollte.

Mittlerweile stellt die DB Netz AG praktisch das gesamte Bestandsnetz auf ESTW-Betrieb um. ESTW-Umrüstungen fassen mehrere Stellbereiche kleinerer Stellwerke zu zusammen und gehen mit erheblichem Aufwand einher. werden nämlich nicht nur mechanische Weichen auf Betrieb umgebaut die Stellbereiche vernetzt und deswegen Kabelkanäle verlegt; umgerüstet wird normalerweise auch die von Gleisstromkreisen auf Achszähler ; gasbeheizte Weichen werden durch elektrisch beheizte Formsignale und alte Lichtsignale weichen Lichtsignalen des Kombinationssignalsystems (Ks).

Leider wird bei den ESTW-Umstellungen in Maße Schieneninfrastruktur abgebaut um die Zahl der Weichen möglichst zu verringern. Dies bedeutet das vieler Kreuzungs- und Überholbahnhöfe und die Reduktion Fahrmöglichkeiten in vielen kleineren Bahnhöfen bis hin Rückbau zum Haltepunkt . Nachdem ein ESTW in Betrieb ist für jede signaltechnisch relevante Änderung die Stellsoftware verifiziert werden was Kosten im fünf- bis Bereich bedeutet.

Daher wird die ESTW-Strategie von DB vielerorts heftig kritisiert da sie den Neubau die Reaktivierung z.B. von Gleisanschlüssen prohibitiv verteure. ESTW-Bereiche herum tauchen übrigens vielerorts wieder Handweichen da es einfacher ist eine handgestellte Weiche den entsprechenden Abhängigkeiten zu versehen als eine elektrische Weiche in den Stellcomputer zu integrieren.

Die Betriebszentrale

Die Betriebszentrale fasst mehrere ESTW an entfernten Bedienplatz über ein redundantes eigenständiges Netzwerk In ihr befindet sich das Bedienpersonal der Abschnitte sowie die Disponenten und die Verwaltung. wurde geschaffen um die Kommunikation zwischen den und dem Fahrbetrieb zu optimieren.




Bücher zum Thema Stellwerk

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Stellwerk.html">Stellwerk </a>