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Steuerwagen


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Ein Steuerwagen ist ein Reisezugwagen mit Führerstand von dem aus die Zugende schiebende Lokomotive beziehungsweise der Triebwagen gesteuert werden kann.

Mit Steuerwagen kann der Einsatz von rationeller gestaltet werden da die Lok an Endbahnhöfen nicht mehr von einem Zugende an andere umgesetzt werden muss was eine gewisse vor Ort (Weichenverbindungen) Personal (Rangierer) und auch Zeit voraussetzt und daher kostenintensiv ist. Ein Steuerwagen fahrender Zug ( Wendezug ) kann hingegen in kurzer Zeit die ändern indem der Lokführer einfach den Führerstand wechselt.

Steuerwagen Bybdzf 482.1 (IGA-Sonderlackierung)

Erste Versuche mit Steuerwagen und für Wendezugbetrieb umgerüsteten Dampfloks wurden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg von der damaligen Deutschen Reichsbahn (DRG) Die Steuerbefehle des Lokführers wurden dabei mit den Maschinentelegrafen auf Schiffen ähnlichen Gerät vom an die Lok signalisiert wo sie der Heizer umgehend quittieren und ausführen musste. Da indirekte Steuerung unpraktisch und als nicht ausreichend erachtet wurde (da der Lokführer die Bremse der Heizer hinten im Zug die Antriebsleistung bestand bei Notfällen die Gefahr dass die ungehindert weiterschob während der restliche Zug bremste so den Zug zum entgleisen bringen oder ineinander drücken könnte). Aus diesen Gründen blieben Wendezüge bis auf wenige Einsatzbereiche (z.B. S-Bahn Hamburg ) die Ausnahme.

Vielversprechender erschienen die Versuche mit Elektrolokomotiven auf einer umgebauten Lok des Typs E da hier der Lokführer die Lok direkt konnte. Durch den Zweiten Weltkrieg konnte das trotz guter Erfolge nicht abgeschlossen werden. Erst dem Krieg konnte sich der Wendezugbetrieb - im Bereich der Deutschen Bundesbahn - langsam durchsetzen als Loks und mit entsprechender serienmäßiger Ausrüstung zur Verfügung standen.

Die Signalübertragung erfolgte in Deutschland analog ein 36-poliges (Bundesbahn) bzw. 34-poliges (Deutsche Reichsbahn DDR) Wendezugsteuerkabel. Nach der Wiedervereinigung wurde Kompatibilität indem neu beschaffte Loks und Steuerwagen nun die digitale Übertragung (zeitmultiplexe Wendezugsteuerung ZWS) beherrschen. neu war die Möglichkeit mit den neu Steuerwagen (Bild siehe oben) sowohl Elektroloks als Dieselloks steuern zu können (bei älteren Steuerwagen Bauart Karlsruhe musste dazu in der Werkstatt Führertisch ausgetaucht werden). Die Signalisierung der ZWS über zwei Adern des an jedem Fahrzeug UIC -Kabels. Ältere Lokomotiven wurden teilweise mit neuen nachgerüstet besonders in Westdeutschland behielten jedoch viele konventionelle Wendezugsteuerung weshalb die dortigen ZWS-Steuerwagen auch die konventionelle Betriebsart beherrschen.

Die Länge von geschobenen Zügen war aus Gründen der Seitenführungsdynamik auf 10 Wagen und es durften nicht mehr als 120 (seit 1980 140 km/h) gefahren werden. Dies war Problem da Wendezüge zunächst ausschließlich Nahverkehrszüge waren selten länger als 6 Wagen waren. Erst Mitte der 1990er Jahre gibt es in Deutschland auch mit Steuerwagen die bis zu 14 Wagen sind und 200 km/h erreichen. Eine Sonderstellung der ICE 2 ein der dank einer Sondergenehmigung Eisenbahn-Bundesamtes auf den Neubaustrecken bis zu 280 fahren darf (hier hatte man anfangs große mit Seitenwind der bei langsameren Wendezügen normalerweise Schwierigkeiten bereitet oder zumindest durch Erhöhung der beherrschbar ist bei hohen Geschwindigkeiten jedoch zu Schwingungen des Wagenkastens führen kann. Aus diesem musste die Strecke Hannover-Berlin beispielsweise mit Windwarnanlagen werden die den ICE 2 bei böig Seitenwind automatisch auf 200 km/h herunterbremsen).




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