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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 15. Dezember 2019 

Stufentheorie


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Die Stufentheorie ist ebenso wie die Funktionstheorie ein Mittel zur beschreibenden Analyse der Harmonik eines Musikstückes.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Die Grundlage der Stufentheorie bildet eine Tonleiter die das Tonmaterial der Grundtonart des Stückes bereitstellt. Dies kann z. eine Dur - oder Molltonleiter sein aber auch jegliche andere (traditionelle neu erfundene) Skala wie Pentatonik Kirchentonarten Ganztonleitern etc.

Nummerierung

Dabei nennt man zunächst die einzelnen (vom Grundton aufwärts betrachtet) Stufen und nummeriert diese mit römischen Zahlen .

Am Beispiel einer C-Dur-Tonleiter:

Dreiklänge für Dur-Tonleitern

Über jeder dieser Stufen lässt sich ein Dreiklang konstruieren indem zwei Terzen darüber geschichtet werden. Die dazu benötigten entstammen ebenfalls dem Material der Tonleiter sie leitereigen .

Aufgrund der verschiedenen Abstände innerhalb der entstehen hier drei verschiedene Arten von Dreiklängen:

1. Dur (große Terz - kleine Terz)

Stufen I IV V
2. Moll (kleine Terz - große Terz)
Stufen II III VI
3. vermindert (kleine Terz - Kleine Terz)
Stufe VII

Zum Beispiel eine II in jeder Dur-Tonart beschreibt also immer einen Molldreiklang nämlich Dreiklang der mit leitereigenen Tönen über der Stufe der jeweiligen Tonleiter gebildet wird.

Dreiklänge für Moll-Tonleitern

Betrachtet man die Akkordbildung für Moll c-Moll) ergibt sich folgende Verteilung:

1. Moll

Stufen I IV V
2. Dur
Stufen III VI VII
3. vermindert
Stufe II

Erweiterung der Stufensymbole

Eine Erweiterung der römischen Zahlen wird nötig wenn
  1. den Dreiklängen ein vierter fünfter ... Ton hinzugefügt wird
  2. ein Ton des Dreiklangs durch einen anderen ersetzt wird
  3. ein anderer als der Grundton tiefster Ton (=Basston) ist
  4. ein Ton des Dreiklangs nicht leitereigen ist

zu 1.

Es ist möglich den Ausgangsdreiklang durch Aufschichtung Terzen zu erweitern. Das Ergebnis sind Vierklänge ... Dies wird mit (arabischen) Zahlen angezeigt rechts oben (wie ein Exponent) neben die Zahl geschrieben werden. Ihr Wert gibt das Intervall des zusätzlichen Tones in bezug auf Grundton des Dreiklangs an: eine 7 bezeichnet Septime eine 9 die None usw. Da die Intervalle 1 (Grundton) (Terz) und 5 ( Quinte ) ohnehin im Dreiklang enthalten sind werden Töne nicht bezeichnet sofern sie leitereigen sind.
In C-Dur:

zu 2.

Ebenso gekennzeichnet werden Töne die einen Dreiklangston sollen. Das Ergebnis sind Vorhaltsakkorde (der ersetzte wird "vorenthalten" im Regelfall löst sich dieser aber auf indem der dreiklangsfremde Ton in dreiklangseigenen Ton zurückgeführt wird). Dabei gilt: 4 3 6 ersetzt 5 9 ersetzt 8 oktavierter Grundton).
In C-Dur:

zu 3.

Beschreibt das Stufensymbol eine Umkehrung des Akkords so wird der Basston ebenfalls in Intervallform - unter der römischen Zahl vermerkt. Grundsätzlich kann jeder Ton zum tiefsten Ton gemacht werden die ursprünglichen Dreiklangstöne wie Hinzugefügte oder Ersetzende Aufgrund der strengen Regeln der Satztechnik die die Bewegung der Stimmen zwischen Akkorden festlegt gibt es aber große Differenzen der Häufigkeit der so verwendeten Töne. Meist man hier nur die 3 und die seltener die 5. Schon diese relativ naheliegenden haben klare Konsequenzen für die Stimmführung.
In C-Dur:

zu 4.

Selten ist die Quinte des Dreiklangs betroffen nie der Grundton dafür die Terz umsomehr. rührt daher dass die Terz (klein oder den Dreiklang in Dur oder Moll einordnen Will man zum Beispiel die V. Stufe Molltonleiter (ursprünglich ist dieser Dreiklang ein Moll-Dreiklang o.) mit dem für diese Stufe charakteristischen Leitton versehen um die dominatische Wirkung zu verstärken muss die (kleine) um einen Halbton erhöht werden. Dies geschieht indem eine mit Kreuz (#) rechts neben die römische gestellt wird. Da die Veränderung der Terz häufigste dieser Art ist wird oft die weggelassen und nur ein Kreuz geschrieben. Meint einen anderen Ton ist dieser in jedem zu bezeichnen. Dies lässt sich ebenfalls mit oder ersetzenden Tönen durchführen wenn sie nicht sein sollen. Eine Erniedrigung des Tones wird mit einem b gekennzeichnet.
In c-Moll:

Verwendung

Anders als die Funktionstheorie beschreibt die keine Spannungsbeziehungen zwischen Akkorden. Da sie aber elementarer aufgebaut ist hat sie große Vorzüge ihrer Hilfe lassen sich manche Akkorde bei die Funktionstheorie an Grenzen stößt ohne weiteres da sie im Grunde keine Deutung des vornimmt sondern "lediglich" die verwendeten Töne beschreibt. sinnvoll ist der Einsatz der Stufentheorie wenn Sequenzen kennzeichnen möchte; die Intervallbeziehungen der Akkorde lassen sich leichter erkennen und zeigen oft Zusammenhänge über größere Strecken die bei der von Funktionen nicht so offensichtlich wären.

Da Barockmusik und Jazz in hohem Maße auf Sequenzenbildung basieren für die Beschreibung dieser Stilrichtungen die Stufentheorie die Angemessenste. Dazu kommt dass im Jazz kein Dreiklang ohne die oben erwähnten Erweiterungen wird auch hier liefert die Stufentheorie ein Mittel. So ist jedem der sich mit nur ansatzweise (praktisch und/oder theoretisch) beschäftigt die "II-V-I" als die Wendung schlechthin wohlbekannt.




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