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Talcott Parsons


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Talcott Parsons

Talcott Parsons (* 13. Dezember 1902 in Colorado Springs 8. Mai 1979 in München ) war ein US-amerikanischer Soziologe .

Mit einer Handlungstheorie hervorgetreten hat Parsons diese weiterentwickelt zum Strukturfunktionalismus und hat diesen schließlich zu einer Systemtheorie ausgebaut.

Inhaltsverzeichnis

Werk

Als wichtigste Monografien können die drei genannten betrachtet werden wobei anzumerken ist dass die zahlreichen u.a. Aufsatzsammlungen mitberücksichtigt werden sollten.

  • "The Structure of Social Action" (1937)
  • "The Social System" (1951)
  • "The American University" (1973; gemeinsam mit M. Platt und mit einem Nachwort von J. Smelser versehen)

"The Structure of Social Action" richtet gegen diverse Spielarten des Utilitarismus . Auf der Grundlage der Werke fünfer Autoren (erklärtermaßen Alfred Marshalls Vilfredo Paretos Émile Durkheims und Max Webers eher verschwiegen Ferdinand Tönnies ') entwickelt Parsons eine "voluntaristische Handlungstheorie" die den Dilemmata des "positivistischen" Schemas herausführen soll.

In "The Social System" werden die der "Structure" herausgearbeiteten Grundelemente des Handelns dimensional und auf die Bildung komplexer Strukturzusammenhänge in und Gesellschaft bezogen. Parsons bedient sich dabei empirisch-begrifflichen Instruments der Handlungsalternativen (" pattern variables ") die nicht nur die erschöpfende Analyse Rollenhandelns ermöglichen sondern sogar die Grundstrukturen ganzer bestimmen helfen sollen.

Vor dem Hintergrund der studentischen Unruhen 1960er Jahre analysieren Parsons und der Psychologe in der Studie "The American University" das die Krise geratene US-Universitätssystem. Den theoretischen Bezugsrahmen dabei das systemtheoretisch-kybernetische "Vier-Funktionen-Schema" ("AGIL-Schema") ab das soziale Systeme hinaus auf die "Conditio Humana" angewendet Die "Theorie der symbolisch generalisierten Kommunikations- und ( Medientheorie ) soll dabei dazu dienen die vielfältigen Dynamiken zwischen z.B. Universität und Wirtschaftssystem aber auch zwischen Bildung und Persönlichkeit transparent zu machen.

Bewertung

Gegenwärtig (2004) lassen sich glühende soziologische von Talcott Parsons außer Uta Gerhardt Karl-Heinz und Richard Münch wenige ausmachen. Zu vernichtend wurde besonders Strukturfunktionalismus in den 1950er und 1960 Jahren nur von Marxisten und Vertretern der Kritischen Theorie sondern auch von liberaler Seite (z.B. Ralf Dahrendorf ) kritisiert so dass der soziologische Nachwuchs die Chance aufgriff einen schwierigen und mehrere überblickenden Autor einfach nicht mehr zu lesen. und stichwortartig lässt sich diese Generalattacke so

1. Der Strukturfunktionalismus geht eine unheilvolle mit dem Freudschen Ödipalismus ein. Der zum "Persönlichkeitssystem" zusammengefaltete folgt soweit er sich nicht "abweichend" (deviant) zwanglos den normativen Vorgaben ihm übergeordneter Systemstrukturen.

2. Orthodoxe Strukturfunktionalisten schematisieren Handlungsoptionen binär lassen somit Ambivalenzen und hybride Formen des aus dem systemischen Ordnungsrahmen herausfallen.

3. Dem Systemfunktionalismus liegt ein teleologischer zugrunde. Die amerikanische Gesellschaft erscheint als zivilisatorischer der Entwicklung. Systemkrisen und Spannungen erscheinen stets behebbar.

So verheerend diese Kritik auch immer sein mag hat sie doch eine Trümmerlandschaft aus deren Ruinen sich Neuansätze rekonstruieren lassen. bietet die Theorie des voluntaristischen Handelns des Frühwerks für sich betrachtet ein durchaus radikales Sein Systemfunktionalismus des Spätwerks einschließlich der Theorie Interaktionsmedien hat bereits Eingang in emanzipatorische Entwürfe Louis Althussers Strukturalismus aber auch Jürgen Habermas ' Kritik des Spätkapitalismus haben von Parsons Gebrauch machen können. Schließlich lässt sich seine der US-Gesellschaft als imperiale Denkarbeit begreifen die Kritik globaler Produktionsverhältnisse zur Kenntnis nehmen sollte.

Doch bildete Parsons' Werk den Ausgangspunkt unterschiedliche systemtheoretische Ansätze in der Soziologie. So hat in Deutschland insbesondere Niklas Luhmann einerseits dekonstruktiv anregen lassen anderseits Richard Münch ihn zum Anlass theoretischer Rekonstruktion genommen.

Sekundärliteratur

Jeffrey C. Alexander (1983). "The Modern Reconstruction Classical Thought: Talcott Parsons. (Theoretical Logic in Volume Four)"
Louis Althusser & Étienne Balibar (1970). "Reading 'Capital'"
Jürgen Habermas (1981). "Theorie des kommunikativen Handelns. Band Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft"
Niklas Luhmann (1984). "Soziale Systeme"
Richard Münch (1982). "Theorie des Handelns"

Aufsatzsammlungen von Talcott Parsons

"Essays in Sociological Theory" (1954)
"Structure and Process in Modern Society" (1960)
"Social Structure and Personality" (1964)
"Sociological Theory and Modern Society" (1967)
"Politics and Social Structure" (1969)
"Social Systems and the Evolution of Action (1977)
"Action Theory and the Human Condition" (1978)

Zwei Aufsätze von Niklas Luhmann

Neben den vielen Stellen an denen Luhmann in seinem Werk produktiv mit Parsons setzt sind vor allem die beiden folgenden besonders empfehlenswert. Hier stellt Luhmann überaus präzise theoretische Leistung und Grenze seines soziologischen Vorbildes Von Parsons übernimmt Luhmann die Konzeption Gesellschaftstheorie Systemtheorie auszuarbeiten aber er geht über ihn mit der konsequenten grundbegrifflichen Umstellung von Handlung auf Kommunikation . Das hat natürlich weder etwas mit o.g. "vernichtenden Kritik" und schon gar nichts lechts & rinks oder sonstigen Parteigruppen zu

ders. (1980). Talcott Parsons - Zur eines Theorieprogramms in: Zeitschrift für Soziologie 9(1980)
ders. (1988). Warum AGIL? In: Kölner f. Soziologie und Sozialpsychologie Jg. 40 1988 127-139



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