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Taufliegen


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Die Familie der Taufliegen ( Drosophilidae ) auch Frucht- oder Essigfliegen genannt gehört der Ordnung der Diptera ( Fliegen und Mücken ) zur Unterordnung der Brachycera (Fliegen). Es handelt sich bei ihnen kleine nur ca. 1-6 (meist 2) mm Fliegen die fast überall vorkommen so in Laubwäldern aber auch in der Nähe menschlicher wo sie von faulenden Früchten sowie Getränkeresten offenen Flaschen angezogen werden von deren gärenden sie sich ernähren (daher auch der deutsche "Fruchtfliege"). Sie sind überwiegend morgens und abends unterwegs also zur Zeit des Taus (daher deutsche Name "Taufliege"). Weltweit kennt man über Arten.

Am bekanntesten ist die Art Drosophila melanogaster die 2-3 mm lang wird gelbbraun ist schwarze Hinterleibsringe und rote Augen besitzt im 20. Jahrhundert zu einem Standard-Untersuchungsobjekt der Genetik wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung und Larvenstadien

Die Weibchen der Taufliegen legen bis 400 Eier. Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen 3 Larvenstadien und zwar wie anderen Fliegen in Form eines typischen Madenstadiums . Am Ende der Entwicklung steht das einer braunen Tönnchenpuppe das auch zur Überwinterung Die meisten Larven sind saprophag ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenresten oder fauligen Früchten andere phytophag und leben in Pflanzenstengeln oder Blättern andere entwickeln sich in Pilzen und manche sich sogar räuberisch von Insekten die an saugen. Oft entwickeln sich mehrere Taufliegen-Generationen im Kein Wunder denn der Zeitraum vom Ei zur fertig entwickelten Fliege beträgt nur ca. Tage.

Taufliegen als Lästlinge

Eigentlich sind Taufliegen für den Menschen ungefährlich höchstens durch ihr massenhaftes Vorkommen lästig auch in Mostereien bei der Weinherstellung oder Essigfabriken. Allerdings übertragen sie Hefepilze und Bakterien und sorgen so dafür dass Obst schneller schlecht wird.

Bauanleitung für eine Taufliegenfalle

Eine einfache Taufliegenfalle kann man sich aus einer leeren Plastikflasche basteln. Dazu die mit einer Schere durchschneiden. Den oberen Teil man um 180 Grad und steckt ihn Trichter in den unteren Teil. Zuvor bohrt ein kleines Loch in den Schraubdeckel. Bevor beide Teile z.B. mit Tesaband fest verbindet man eine kleines Stück Banane am besten in zermatschtem Zustand in unteren Teil. Die Fliegen werden von dem Geruch magisch angezogen und gelangen durch den hinein aber nicht mehr hinaus.

Zusätzlich sollte man dafür sorgen dass weiteren Nahrungsquellen für die Fliegen vorhanden sind den Müll regelmäßig leeren. Dann sollte sich Zahl der Taufliegen schnell reduzieren.

Taufliegen als Forschungsobjekt der Genetik

Drosophila melanogaster wurde in der ersten Hälfte des Jahrhunderts durch die Forschungen des amerikanischen Zoologen Genetikers Thomas Hunt Morgan und seiner Schule zum Versuchstier der Genetik. Diese Art besitzt im diploiden Zustand nur 8 Chromosomen . Andere Drosophila-Arten haben 6 10 oder Chromosomen; aber immer sind es relativ geringe die relativ überschaubar sind. Ideal für die ist auch dass die Zucht einer großen von Fliegen in Flaschen leicht möglich und Generationenfolge kurz ist. "Eine halbe Milchtüte mit Stück verfaulender Banane genügte um zweihundert Fruchtfliegen Tagen lang bei Laune zu halten" schreibt Brookes in seinem 2002 erschienenen Buch über Drosophila . So hat man eine Unzahl von Kreuzungsexperimenten mit den Taufliegen durchführen können dabei von Genen die auf ein und demselben Chromosom festgestellt dabei das Phänomen des Crossing Over entdeckt und auch etliche Mutanten beschrieben näher untersucht etwa Fliegen mit weißen statt roten Augen oder Exemplare mit Stummelflügeln die sind. Hermann Muller war der erste der mutationsauslösende Wirkung von Röntgenstrahlen auf die Erbsubstanz der Taufliege erkannte. wurden die harten Strahlen sehr oft eingesetzt bei den Fliegen eine Vielzahl von unterschiedlichen auszulösen.

Um die Jahrtausendwende wurden sämtliche 13.600 im Erbgut der Taufliege entschlüsselt die zum erstaunliche Ähnlichkeit mit den Genen des Menschen haben. Forscher haben herausgefunden dass etwa der menschlichen Krebsgene auch im Erbgut der vorkommen. Eines dieser Tumorgene ist das tid-Gen dessen Analyse man sich neue Behandlungsmöglichkeiten bei Krebstherapie erhofft denn die Genprodukte dieses Gens tid-Proteine die als Tumorsuppressoren fungieren und durch der Zellteilung die Entstehung von Krebs unterdrücken sind auch beim Menschen aktiv.

Auch im Rahmen entwicklungsbiologischer Untersuchungen hat man an den Embryonalstadien Taufliegen zahlreiche Erkenntnisse gewinnen können. Schon um war der Harvard -Professor William Castle der erste der auf Suche nach einem Organismus der sich als für embryologische Studien eignete auf die Taufliege Seitdem hat sich auf diesem Gebiet viel In den 1970er Jahren begann sich Christiane Nüsslein-Volhard mit den Entwicklungsgenen von Drosophila zu Sie kam dabei zu der Erkenntnis dass vier Gene innerhalb des Eis die weitere Entwicklung des Embryos bestimmen und kontrollieren ( siehe auch Homöobox und Hox-Gen ). 1980 veröffentlichte sie ihre bahnbrechende Studie die "Mutationen die Zahl und Polarität der bei Drosophila beeinflussen" für die sie 1995 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Siehe auch: Zeittafel der Evolutionsforschung

Literatur

  • G. Bächli / H. Burla: Insecta Helvetica 7: Diptera - Drosophilidae. Schweizerische Entomologische Gesellschaft 1985
  • Martin Brookes: Drosophila. Die Erfolgsgeschichte der Fruchtfliege. Reinbek 2002

Hinweis zum Begriff "Fruchtfliege"

Neben Vertretern der Gattung Drosophila werden im deutschen Sprachgebrauch auch Fliegen der Familie Tephritidae als "Fruchtfliegen" bezeichnet weshalb in diesem überwiegend der deutsche Name "Taufliege" für Drosophila verwendet wurde.

Weblinks




Bücher zum Thema Taufliegen

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