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Theodizee


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Die Theodizee (frz. théodicée ) von theos (grch. Gott ) diké (grch. Gerechtigkeit ) fragt danach wie Gott das Böse zulassen kann.

Inhaltsverzeichnis
1 Das Böse als Wille Gottes
2 Folgerungen der Atheisten und Agnostiker
3 Literatur
4 Weblinks
5 Siehe auch

Formulierung des Problems durch Epikur

In klassischer Weise wurde das Problem durch den griechischen Philosphen Epikur (341-270 v. Chr) formuliert:

Entweder will Gott die Übel beseitigen und es nicht:
dann ist Gott schwach was auf ihn zutrifft
oder er kann es und will es
dann ist Gott missgünstig was ihm fremd
oder er will es nicht und kann nicht:
dann ist er schwach und missgünstig zugleich nicht Gott
oder er will es und kann es allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum er sie nicht hinweg?
Dieser Text wurde durch den Kirchenschriftsteller Laktanz (Lactantius ca. 250 bis nach 317) Einige Formulierungen dürften eher der Theologie des entsprechen als der Theologie Epikurs. Nach Epikur die Götter selige Wesen die sich nicht die Welt kümmerten.

Der Lösungsaansatz von Leibniz

Nach Gottfried Wilhelm Leibniz gibt es eine unendliche Anzahl möglicher Von diesen hat Gott nur eine geschaffen die Vollkommenste in der das Übel den Raum hat (die beste aller möglichen Welten ).

Leibniz unterscheidet drei Arten des Übels:

  • das metaphysische Übel (das Geschaffene ist unvollkommen da es sonst mit Gott identisch
  • das physische Übel (Schmerz und Leid notwendig da sie vom Schädlichen abhalten und Nützlichen drängen) und
  • das moralische Übel (die zur Abwendung Gott führende Sünde ).

Die christliche Antwort

Das Gottesbild des Christentums ist ein gerechter gütiger liebender Gott aktiv in die Welt eingreift. Diesem Glauben widersprechen scheint das Vorhandensein von Leid in Welt: "Wenn Gott die Liebe ist und er es ändern kann wieso lässt er dann zu?" Die Frage hat Generationen von Theologen und Philosophen beschäftigt und tut es noch heute. Beantwortung der Frage ist nicht trivial aber Der Ansatz liegt darin dass Gott dem Freiheit und Eigenverantwortung in seinem Handeln lässt. das zeitlich-irdische Leben zwar ein sehr hohes nicht das höchste Gut ist muss es von Gott noch von den Menschen mit allen Mitteln angestrebt werden. Das höchste Ziel Gut des Menschen ist das ewige Leben die maximal mögliche Gemeinschaft mit Gott. Wenn kann Gott dafür auch das physische Übel oder das moralische Übel zulassen (nicht selbst bewirken!).

Gott wurde verbannt

Diese Ansicht wird oft von Christen zum Beispiel Wilhelm Busch vertreten:

Als Grundlage der Erklärung wird beobachtet in der westlichen Welt die Säkularisierung stets voranschreitet. Die Gebote Gottes werden mehr beachtet und sind den meisten Menschen mal mehr bekannt. Dies ist nun also klares Nein zu Gott. Gott akzeptiert diese und zieht sich zurück. Dies wurde von Graham Lotz in einem Interview von CBS gut zum Ausdruck gebracht:

Frage: Ich hörte religiöse und nicht-religiöse fragen: "Wenn Gott gut ist wieso lässt so etwas zu?" Was antworten Sie auf Frage? ( Anm.: Es ging um den 11. September )
Antwort: Ich sage Gott ist auch wenn er so etwas sieht. Ich würde sagen dass die Amerikaner auf eine gewisse ihre Fäuste gegen Gott gerichtet haben und Gott wir wollen dich nicht mehr in Schulen Regierung Firmen oder Märkten. Und Gott Gentleman entfernte sich ganz ruhig aus unserem politischen und öffentlichen Leben und nahm seine und schützenden Hände weg. Wir müssen nun erstes zu Gott zurück kehren und sagen es tut uns leid dass wir dich behandelt haben und wir bitten dich nun unser nationales Leben zurückzukehren. Wir vertrauen dir. haben wir unser Vertrauen auf den Gott gesetzt und wir müssen erst lernen wieder Gott zu vertrauen.

(Vollständiger englischer Interview-Text ist unter
http://www.cbsnews.com/earlyshow/healthwatch/healthnews/20010913terror_spiritual.shtml verfügbar)

Der Sündenfall

Dies ist eine ähnliche Erklärung wie wurde verbannt". Durch den Sündenfall hat sich der Mensch bewusst von getrennt. Er kann nun laut dem Neuen Testament nur durch ein Ja zu Jesus wieder zu Gott zurückkehren. Alles andere als Nein zu Gott.

Das Böse als Wille Gottes

Eine andere modernere Sicht der Bibel dass Gott nur für das verantwortlich sein was Menschen als "gut" bewerten sondern für verantwortlich ist wenn man Seine Allmacht ernst will. Bestätigt sehen sie sich in der So ist z.B. auch Unglaube gottgewirkt denn gibt ihnen einen Geist der Betäubung Augen nicht erblicken..." (Rö. 11:8); "es [unser Evangelium] denen verhüllt die umkommen in welchen der dieses Äons die Gedanken der Ungläubigen blendet ihnen der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit Christus nicht erstrahle."(2. Kor. 4:4). Gott könnte das Wirken Satans ohne weiteres vollständig unterbinden einschränken wie es im nächsten Äon passieren "Er [ein Bote Gottes] bemächtigte sich des der uralten Schlange (die der Widerwirker und Satan ist) und band ihn für 1000 (Offb. 20:1ff). Die Bibel sagt sogar deutlich Gott das Böse erschaffen hat: "Ich [Gott] das Licht und ERSCHAFFE das Finstere bewirke Gute und ERSCHAFFE das Böse. Ich Ieue mache all dieses" (Jes. 45:7). "Oder geschieht Unglück in der Stadt und Jehowa hätte nicht bewirkt?" (Amos 3:6). ALLES d.h. ausnahmslos Wesen dient Gott (Psalm 119:91) - Gott alles zu seinem Zweck auch den Gottlosen 16:4). "Was wollen wir nun vorbringen? Doch es gebe Ungerechtigkeit bei Gott! Möge das gefolgert werden! Denn zu Mose sagt Er: werde ich Mich wessen ich mich erbarmen und Mitleid werde ich haben mit wem Mitleid haben möchte. Demnach liegt es nicht dem Wollenden noch an dem Rennenden sondern dem sich erbarmenden Gott. Denn die Schrift zu Pharao: Ebendeshalb habe ich dich erweckt Ich an dir Meine Kraft zur Schau und damit Mein Name auf der gesamten kundgemacht werde. Demnach erbarmt Er sich nun Er will aber Er verhärtet auch wen will." (Römer 9:14-18 siehe dazu 2. Mose 9:12 14:4 14:7). "Nun wirst du erwidern: tadelt Er dann noch? Wer hat je je Seiner Absicht widerstanden? - O Mensch der Tat wer bist denn du Gott eine solche Antwort zu geben? Das Gebilde doch nicht dem Bildner erwidern: Warum hast mich so gemacht? - Hat der Töpfer Vollmacht über den Ton aus derselben Knetmasse eine Gefäß zur Ehre und das andere Unehre zu machen?" (Römer 9: 19-21). So auch die Kreuzigung Jesu in Seinem Plan Niemand konnte das verhindern: "Herodes wie auch Pilatus mit den Nationen und den Völkern [waren versammelt] um alles auszuführen was Deine und Dein Ratschluß vorherbestimmt hatten dass es (Apg. 4:26-28 Bibelzitate aus dem KNT ).

Wozu Gott das Böse 'geschaffen' hat

Das Erkennen von Gottes heiligen Eigenschaften nach der Auffassung einiger voraus dass die die Ihn dafür lieben sollen auch den zwischen Gut und Böse erlernt haben. Diese wurde dem Menschen aber nicht angeschaffen sondern in ihm entwickelt werden. Woher aber hätte Mensch den Gegensatz von Gut und Böse können wenn negative Umstände ("das Böse") nicht außen an ihn herangetreten wäre? Wie hätte ferner anders geschehen können als durch ein irgendetwas zu tun? Und so veranlasste Gott die ersten Menschen von dem "Baum der macht" aßen (1. Mose 3:4) dem Baum Erkenntnis des Guten und Bösen. Denn es ist häufig die die die Gesundheit angenehm macht; besonders am gemessen tritt das Gute in Erscheinung am die Sättigung an der Mühsal die Ruhe. einer dialektischen (allerdings höchst umstrittenen) Auffassung bilden Gott diese Gegensätze eine Einheit - für seien alle Dinge gerecht und gut da in Seinem Plan zielführend sind; Menschen mögen das eine für gerecht das andere für halten. Wichtig sei ihnen beides zu erleben.

Folgerungen der Atheisten und Agnostiker

Atheisten und Agnostiker nutzen den von ihnen gesehenen Widerspruch der Theodizee zu dem allmächtigen gütigen und allwissenden der Bibel um die Existenz Gottes zu Agnostiker gestehen jedoch zu dass ein Gott nur mit maximal zwei dieser drei Eigenschaften ) existieren könnte .
Nach der klassischen Lehre der Natürlichen Theologie dagegen läßt sich die Existenz bzw. Sein des allmächtigen und allgütigen Gottes durch nachweisen.

Literatur

  • Leibniz Gottfried Wilhelm : Die Theodizee von der Güte Gottes Freiheit des Menschen und dem Ursprung des (ursprünglich 1710 auf Französisch erschienen) in: Philosophische Schriften Bd. 2 Suhrkamp Vlg. Frankfurt a.M 1996
  • Voltaire : Candide oder Der Optimismus (ursprünglich 1759 Französisch erschienen) in: Sämtliche Roman und Erzählungen Insel Vlg. Frankfurt a.M. 1976
  • Gräfrath Bernd: Es fällt nicht leicht Gott zu sein - Ethik für Weltenschöpfer Leibniz bis Lem Beck Vlg. München 1998
  • Kälin Bernhard: Lehrbuch der Philosophie. Band Logik Ontologie Kosmologie Psychologie Kriteriologie und Theodizee und Band II: Ethik (1954) Sarnen
  • Wilder-Smith Arthur Ernest: Ist das ein der Liebe? Neuhausen-Stuttgart 1988

Weblinks

Siehe auch

Natürliche Theologie Gottesbeweis Gott



Bücher zum Thema Theodizee

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