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Toleranz


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Unter Toleranz versteht man den Zustand eines Systems dem eine von einer störenden Einwirkung verursachten vom Normalzustand (noch) keine Gegenregulierung oder Gegenmaßnahme macht oder zur Folge hat.

Ergänzend oder abweichend wird der Begriff den Bereichen Technik Toxikologie und Soziologie weitergehend definiert.

Inhaltsverzeichnis

Technik

In der Technik ist die Toleranz das Ausmaß der einer Größe vom Normzustand oder Normmaß das die Funktion eines eben noch nicht gefährdet. Abweichend von dieser wird als Fertigungstoleranz oft eine kleinere Abweichung die bei der Herstellung eines Werkstücks eben hingenommen wird. ( Siehe auch: Toleranz (Technik) .)

Toxikologie

In der Toxikologie bezeichnet man mit dem Begriff Toleranz Gewöhnung) die Anpassung eines Organismus an den eines Gifts die die Giftwirkung reduziert oder beseitigt. geschieht die Anpassung durch vermehrte Biosynthese eines Enzyms das den Giftstoff abzubauen vermag. Zum wird als Folge regelmäßigen Genusses alkoholischer Getränke vermehrt Alkoholdehydrogenase in der Leber hergestellt. In der Folge wird Alkohol "toleriert". (Neben diesem existieren für Trinkalkohol ( Ethanol ) noch andere Toleranzmechanismen.)

Soziologie

In der Soziologie bedeutet Tolerieren dass ein einzelner Mensch eine Gruppe Einflüsse die von anderen Menschen Gruppen ausgehen erduldet.

Toleranz ist weniger weitgehend als Akzeptanz bei letzterer wird ein Zustand als von eigenen Wünschen zwar abweichend aber als gleichberechtigt anerkannt.

Passive Toleranz

Tolerieren im passiven Sinn bedeutet dass negative Akzeptanz ausschließende Beurteilung zwar getroffen wurde. Bewertende enthält sich jedoch einer offenen Reaktion Beispiel um des Friedens Willen. In diesem sagen Eltern oft mit entsprechendem Unterton zu Kindern: "Na gut ich toleriere das!" Im kommt negative Toleranz der Ignoranz sehr nahe.

Aktive Toleranz

Toleranz im positiven Sinn und als freier pluralistisch ausgerichteter Gesellschaften bedeutet absolute geistige Offenheit der Option einer möglichen Akzeptanz des tolerierten in der Zukunft. Beim positiven Tolerieren wird abschließende Bewertung des tolerierten "Einflusses" nicht nur entsprechende Reaktionen nicht zum Ausdruck gebracht sondern Beurteilung unterbleibt auch bewusst im Geiste.

Die Gründe dafür bilden auch die charakterliche Grundlage toleranter Menschen: Ein toleranter Mensch sich im sokratischen Sinne über die Grenzen des eigenen bewusst insbesondere lässt er eine intuitive Gefühlsreaktion oft auf Grund von allgegenwärtigen Vorurteilen oder ins Bewußtsein gelangt nicht als Grundlage für abschließende Bewertung gelten. Das Nicht-Nachgeben gegenüber solchen wird zu einer charakterprägenden Übung die das dieser irrational negativen Gefühlsreaktionen in der Zukunft und die tolerante Grundhaltung dieses Menschen festigt.

Kann ein toleranter Mensch aus dem sicheren Wissen heraus keine negative Bewertung des ableiten dann wird er auch kein Urteil und keine entsprechende Reaktion äußern. Wirkt der aber als Beeinträchtigung und erfordert somit eine bemüht sich der dem Wesen nach tolerante um ein genaues Verständnis der Situation auf Grundlage er sich mit dem Einfluss adäquat setzen kann.

Toleranz im positiven Sinn (deshalb auch Aktive Toleranz " genannt) schließt die Fähigkeit ein zu wann eine Urteilsfassung und das zum Ausdruck derselben geboten ist. Dieses schließt die Fähigkeit Non-Akzeptanz und ihrer angemessenen Äußerung ein; damit sie sich wesentlich von der Ignoranz .

Liegt eine Not ein Urteil zu und zu artikulieren nicht vor gebietet schon soziale Lebens effizienz sich der Urteilsfindung zu enthalten.

Gemäß der Mesotes-Lehre des altgriechischen Philosophen Aristoteles haben gute Charaktereigenschaften immer zwei negative Gegensätze in deren sie sich befinden. So ist es auch der (aktiven) Toleranz: ihre Gegensätze sind Intoleranz die Ignoranz.

Intoleranz

Intoleranz bedeutet dass Akzeptanz abschließend versagt wird

  • außer einer irrationale Gefühlsregung nichts für solche Bewertung spricht
  • das eigene Wissen für eine abschließende nicht ausreicht
  • die zuvor angestrengte gedankliche Auseinandersetzung der Beurteilung nicht gerecht wird oder
  • keine Not bestand eine solche abschließende zu treffen da Beeinträchtigungen für einen selbst andere die von dem entsprechenden Sachverhalt ausgehen vernachlässigbar sind

Zur Charaktereigenschaft der Toleranz gehört Non-Akzeptanz Intoleranz unbedingt mit hinzu (siehe Aktive Toleranz ).

Toleranz ohne diese Fähigkeit zur Non-Akzeptanz ziemlich genau dem anderen Gegenteil der Toleranz: Ignoranz.

Ignoranz

Ignoranz als Gegensatz zur Toleranz ist Unfähigkeit oder der Unwillen Non-Akzeptanz zu äußern wenn sie z.B. aus ethischen Gründen geboten

Bei der Ignoranz finden prinzipiell entweder keine Bewertungsbemühungen statt oder diese Bemühungen bestehen einer vorhersagbar simplen Gedankenmechanik die stets zu Ergebnissen kommt. Zum Ausdruck gebracht werden von Menschen entweder völlige Gleichgültigkeit oder es wird Zustimmung signalisiert – zum Beispiel aus Opportunismus . Im Ergebnis ähnelt Ignoranz der oben passiven Form von Toleranz wobei im Unterschied dazu bei passiv Haltung Non-Akzeptanz verdeckt vorhanden ist und nicht subtil (z.b. durch die Tonlage) ausgedrückt wird.

Ignoranz steht mit Toleranz insofern im da sie auch echte Intoleranz das Gegenteil Toleranz duldet. Ignoranz ist deshalb mit einer Geisteshaltung unvereinbar. Dennoch können die beiden Charaktereigenschaften verwechselt werden insbesondere bei Abwesenheit intoleranter oder schwerwiegend negativer Einflüsse.

Zitat

Der Bürger aber ist tolerant. Seine Liebe den Leuten wie sie sind entspringt dem gegen den richtigen Menschen.
Theodor W. Adorno 1947 : Minima Moralia

Siehe auch: Toleranzpreis Toleranzedikt



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