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Toter Punkt


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Im allgemeinen ist ein Toter Punkt ein Punkt bei einer Tätigkeit bei ohne besondere Anstrengungen und Bemühungen keine weitere erreicht werden kann. Am bekanntesten ist das des Toten Punktes bei Mittelstreckenläufern bei denen des Laufes die Umstellung der Energiegewinnung aus aerobem Stoffwechsel auf vorwiegend anaerobem Stoffwechsel erfolgen muß. auch alle Ausdauersportler kennen den Toten Punkt eigener Erfahrung. Im übertragenen Sinne wird der sehr weit verwendet z.B. können Gespräche oder (siehe Tarifverhandlung ) auf den Toten Punkt gelangen.
  

Der Tote Punkt als Fachausdruck der Genealogie

Ein Toter Punkt der genealogischen Forschung ist ein Endpunkt der mit üblichen und naheliegenden Methoden nicht ohne weiteres ist so daß eine Linie abbricht. Als Tote Punkte sollten nur Endpunkte bezeichnet werden bei denen auf Grund Quellenlage begründete Hoffnung besteht weitere Zusammenhänge aufzuklären. Tote Punkte sind nicht die Schlußahnen vor im 16. Jahrhundert für die wegen Erschöpfung Kirchenbücher und Gerichtshandelsbücher in der Regel keine gesicherte Abstammung mehr nachweisbar ist.

Als häufige Ursachen für das Entstehen Toten Punkten seien angeführt: uneheliche Geburt; Heirat ohne Angabe der Eltern im Traueintrag bei Unzucht oder Wiederverheiratung); Zuzug ohne Angaben den Heimatort oder nur zeitweiliger Aufenthalt (siehe Mobilität) gleiche Vornamen und Familiennamen bei ansässigen Familien; unrichtige irrtümliche oder der Schreibweise veränderte Angaben in den Quellen Vornamen Heimatort Alter Beruf usw.; Veränderlichkeit von Familiennamen und Ortsnamen; Angabe eines Ortes (wie "Neudorf") der vorkommt; Lesefehler durch den Genealogen selbst oder von Eintragungen; Lücken in Kirchenbüchern oder lückenhafte (ohne daß das sofort erkennbar ist); Eintragung Kirchenbuch an versteckter Stelle (außerhalb der üblichen oder unleserliche Eintragung; Zuzug aus dem Ausland die Kombination der eben genannten Ursachen miteinander.

Die Methodik zur Überwindung des Toten ist ein wesentlicher Bestandteil genealogischen Erfahrungswissens deshalb immer wiederkehrender Tagesordnungspunkt in den Arbeitsabenden der Vereine .

In der Regel enthalten die Kirchenbücher 18. Jh. mit allerorts zunehmender Genauigkeit Informationen denen es gelingt die Mitglieder einer Kernfamilie identifizieren und die Generationen miteinander zu verknüpfen. Die Angaben der von Braut und Bräutigam wenigstens des Vornamens der Mutter bei einer Geburt und eine bei Sterbeeintragungen gehören dabei zu den erwünschten Ist die Kirchenbuchführung generell so lakonisch wie im 17. Jh. dass derartige Angaben und die zu Beruf und Stand fehlen ist mit dem Kirchenbüchern allein keine gesicherte Abstammung mehr nachzuweisen und man die Gerichtshandelsbücher in den Staatsarchiven hinzuziehen.

Die Überwindung eines Toten Punktes verlangt neue Quellen durchzusehen und umfangreichere als bisher. Als Methoden der genealogischen Kriminalistik seien genannt: Zuerst nochmalige Durchsicht der (auch um eigene Fehler auszuschließen); Erfassen aller zur Person selbst (Rückrechnen des Geburtsjahrs aus Sterbejahr); Notieren aller Varianten in der Schreibweise Personennamen und Orten; von wann bis wann in der Familien Kinder getauft. Dann kann Erfassung der gesamten Verwandtschaft in auf- und absteigender Linie und Seitenverwandten Hinweise auf Namen der Ehefrau und Herkunftsort erbringen. Die Durchsicht aller Paten des Ortes und der Trauzeugen ist der nächste Nunmehr empfiehlt es sich auch die Gerichtshandelsbücher da in ihnen bei Ortsfremden oft deren bei Kindern der spätere Aufenthaltsort genannt wird. nächste Schritt ist dann die systematische Durchsicht Kirchenbücher und danach der Gerichtshandelsbücher der Nachbardörfer Stadtbewohnern auch der Nachbarstädte siehe Heiratskreis ) wobei die Durchsicht von Steuerlisten auf Familiennamen den Suchraum einengen kann. Ebenso ist Einsicht in die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes zu empfehlen. Als letzte Alternative verbleibt nur die großräumige Verkartung des gesamten Berufs Suchraum oder aller Namensträger oder bei Namensgleichheit Erarbeitung eines Ortsfamilienbuchs in das dann die Daten aus Gerichtshandelsbüchern mit eingearbeitet werden.

Für viele Berufsgruppen insbesondere bei Akademikern gibt es über Kirchenbücher und Gerichtshandelsbücher spezielle Quuellen (z.B. die Matrikel der Universitäten) über die man sich der Fachliteratur informieren muß.

Ein Toter Punkt kann dann als betrachtet werden wenn der verwandtschaftliche Zusammenhang aus Quelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit belegt werden. Begründete Vermutungen müssen als erkennbar sind und sind allein nicht ausreichend.

Literatur

  • Methodisch-praktische Forschungsbeispiele veröffentlicht 1959-1961 in "Praktische Forschungshilfe" Beilage des "Archivs für Sippenforschung".
  • Billeb E.-F.: Woher stammt der Johann Georg in Ebeleben? Genealogie als historische Soziologie 2 52-59 (= Arbeitsheft 13 der Gesellschaft für Bezirksvorstand Leipzig Kulturbund der DDR).

Weblinks

Siehe auch Personensuche



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