Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 17. August 2019 

Verwertungsgesellschaft


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Verwertungsgesellschaften sind private Einrichtungen denen zur Wahrnehmung Aufgaben in vielen Ländern eine gesetzliche Monopolstellung wurde. Ihr Charakter liegt zwischen der quasi-gewerkschaftlichen einer Solidargemeinschaft der Urheberinnen gegenüber den wirtschaftlich Verwertern und einer quasi-amtlichen Funktion die Einhaltung Meldepflicht von Vervielfältigungsstücken öffentlichen Aufführungen und – dem neuen Medium Radio – auch der zu kontrollieren.

Inhaltsverzeichnis

Verwertungsgesellschaften in Deutschland

In Deutschland unterstehen die Verwertungsgesellschaften der des Deutschen Patentamtes sowie aufgrund ihres zwar 1945 nicht mehr gesetzlichen aber dennoch faktischen dem Bundeskartellamt (§ 18 UrhWahrnehmungsgesetz). Mit der Zunahme auch für Konsumenten zugänglichen Vervielfältigungstechnologien wie dem Tonband stellte sich die Frage ob auch die Kopien von Werken für den privaten gewerblichen Gebrauch ein gebührenpflichtiger Rechteerwerb erforderlich sei. US-amerikanische Rechtssystem bejahte dies führte aber zugleich Ausnahmeregelung des vergütungsfreien Fair-Use ein. Das kontinentaleuropäische entschied sich die Herstellung einzelner Vervielfältigungsstücke eines zum privaten Gebrauch zuzulassen (§ 53 Abs. UrhG) führte aber zugleich eine Pauschalabgabe für und Leermedien ein.

Die grundlegende Novellierung des deutschen »Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte« ( UrhG ) von 1965 etablierte einen Vergütungsanspruch des Urhebers gegenüber Hersteller und Importeur von Geräten und Bild- Tonträgern die erkennbar zur Vornahme von Vervielfältigungen sind (§ 54 UrhG). Diese Rechte der nehmen kollektiv die GEMA und für den Sprachanteil von Hörfunk- Fernsehsendungen die Verwertungsgesellschaft ( VG Wort wahr. Ihnen gegenüber sind die Hersteller Die Erträge werden an die in ihnen Autorinnen verteilt. 1985 wurde auch für die Hersteller und von Fotokopiergeräten sowie für diejenigen die solche für die Herstellung von Ablichtungen entgeltlich bereithalten Vergütungspflicht in das Gesetz aufgenommenen (§ 54a Wo das Gesetz nur von einer »angemessenen« spricht spezifiziert die Anlage zu Paragraph 54d 1 UrhG die Höhe der einzelnen Vergütungen.

Ebenfalls 1965 wurde das »Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten und Schutzrechten« erlassen. Demnach bedürfen juristische oder natürliche die von Urhebern mit der Wahrnehmung ihrer Einwilligungsrechte oder Vergütungsansprüche beauftragt werden einer Erlaubnis die Aufsichtsbehörde das Patentamt (§§ 1 und UrhWG). Die Einnahmen sind nach einem öffentlichen aufzuteilen um ein willkürliches Vorgehen ausschließen. Der soll dem Grundsatz entsprechen dass kulturell bedeutende und Leistungen zu fördern sind (§ 7

Durch ihren Monopolstatus in Bezug auf von ihr vertretenen Werke hat eine Verwertungsgesellschaft Abschlusszwang gegenüber Werknutzern. Die Verwertungsgesellschaft ist verpflichtet Grund der von ihr wahrgenommenen Rechte jedermann Verlangen zu angemessenen Bedingungen Nutzungsrechte einzuräumen oder zu erteilen (§ 11 UrhWG). Die Verwertungsgesellschaft Tarife aufzustellen und dabei auf religiöse kulturelle soziale Belange der zur Zahlung der Vergütung einschließlich der Belange der Jugendpflege angemessene Rücksicht (§ 13 UrhWG). Schließlich soll die Verwertungsgesellschaft und Unterstützungseinrichtungen für die Inhaber der von wahrgenommenen Rechte oder Ansprüche einrichten (§ 8 Dieser Anspruch auf sozialen Schutz von Künstlern und Publizisten in der Renten - Kranken - und Pflegeversicherung wurde durch das Künstlersozialversicherungsgesetz ( KSVG ) von 1983 weiter geregelt.

Beispiel: GEMA

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte ( GEMA ) wird z.B. gern als »Musikfinanzamt« bezeichnet. Der quasi-gewerkschaftliche Aspekt der Verwertungsgesellschaften Anwälte der Kreativen und Tarifpartner der Rechtenutzer aus folgendem Satz: »Nur Verwertungsgesellschaften mit einem umfangreichen möglichst allumfassenden sind in der Lage ein Gegengewicht zur der Werknutzer die durch die Zusammenschlüsse auf globalen Medienmarkt ständig wächst – über 80 ihrer Schallplattenumsätze macht die GEMA mit nur fünf Schallplattenproduzenten – zu bilden« (vgl. Kreile/Becker S. 638).

Wichtige Verwertungsgesellschaften

Geschichte und Entwicklung

Die Idee dass sich Autoren zusammentun Verlagsfunktionen in eigener Regie und auf eigene zu übernehmen führte schon Ende des 18. Jahrhunderts zur Gründung erster Selbstverlagsunternehmen (vgl. Czychowski Das Modell hat sich mit dem Verlag Autoren oder dem Filmverlag der Autoren bis erhalten. Einmal veröffentlicht konnten Noten von jedem gespielt werden und vor allem das Abspielen Schallplatte konnte in kommerziellen Etablissements beliebig oft Tanz und Stimmung sorgen.

Einen Tantiemenanspruch auf eine Teilhabe an wirtschaftlichen Nutzung ihrer Werke begannen die Urheber des 19. Jahrhunderts geltend zu machen. Da nun ein nicht mit jedem Kaffeehausbesitzer einen Nutzungsvertrag aushandeln gründeten sich seit der Jahrhundertwende Gesellschaften zur Wahrnehmung der Verwertungsrechte der Urheber. Die Musikautoren dabei führend bald folgten entsprechende Gesellschaften auch literarische Autoren und bildende Künstler.

Internationale Dachverbände

Als Dachverband der Verwertungegesellschaften hat sich 1926 in Paris die Confédération Internationale des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs ( CISAC [1] ) gegründet. Heute umfasst sie 161 Mitgliedsorganisationen 87 Ländern die mehr als eine Million Urheber ( creators ) mit mehr als 100 Millionen Werken aus den Bereichen Musik Literatur Film und bildende Kunst vertreten. 1994 sammelten die CISAC-Mitgliedsgesellschaften Tantiemen und Gebühren Höhe von etwa fünf Milliarden Dollar ein.

Zur Wahrnehmung der ausländischen Autorenrechte haben die Verwertungsgesellschaften zu europäischen und internationalen Vereinigungen Der Dachverband aller VGs ist die bereits CISAC . Im Musikbereich vertritt das Bureau International des Sociétés gérant les Droits et de Reproduction Mécanique (BIEM) die Interessen der Urheber im Recht. Das BIEM handelt mit dem internationalen der Plattenindustrie IFPI ein Rahmenabkommen aus demzufolge 009 Prozent des Händlerabgabepreises als Gebühren abzuführen

Weitere Dachverbände sind die GESAC ( Groupement Européen des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs ) und EVA ( European Visual Artists ).

Mit der Zunahme des internationalen Handels geistigem Eigentum wird der Ruf nach einer Rechte-Clearingstelle laut. Eine solche Clearingstelle würde in gewaltigen Datenbank Informationen über möglichst alle Werke Leistungen bereithalten über die daran bestehenden Rechte die Rechteinhaber und die Bedingungen unter denen zu einer Lizenzierung bereit sind. Die Clearingstelle stellvertretend direkt einen Linzenzvertrag mit dem Produzenten oder die Anfrage an den individuellen Rechteinhaber Ein erster Schritt dazu ist das 1995 in Kooperation der GEMA der französischen im Urheber- und mechanischen Recht SDRM /SACEM ( [2] ) und der britischen MCPS ( [3] ) gegründete Bureau for European Licensing. Einen Ansatz stellt das im Aufbau befindliche Common System der CISAC ( [4] ) dar.

Literatur

  • Volker Grassmuck: Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2002 ISBN 3-89331-432-6

Weblinks



Bücher zum Thema Verwertungsgesellschaft

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Verwertungsgesellschaft.html">Verwertungsgesellschaft </a>