Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 27. Juni 2019 

Albrecht von Wallenstein


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Albrecht von Wallenstein

Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (* 24. 9. 1583 in Hermanitz/Heřmanice Tschechien - † Eger / Cheb 25.2.1634) war ein mächtiger General zur des Dreißigjährigen Krieges ; er kämpfte auf Seite des Kaisers der Katholiken fiel später jedoch in Ungnade wurde von kaiserlichen Offizieren getötet.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Jugend

Nach dem frühen Tod seiner Eltern von Wallenstein und Margarete Smiricky die sich böhmisch-evangelischen Glauben bekannt hatten brachte einer seiner Oheime Albrecht Slawata v. Koschumberg den 14jährigen nach Olmütz in ein Konvikt der Jesuiten wo derselbe zur katholischen Kirche übertrat ohne sich jedoch je durch Eifer hervorzutun.

Herangewachsen besuchte er die Universität Altdorf und bereiste in Begleitung des berühmten Mathematikers Peter Vergundus Holland England Frankreich und Italien wo er sich zu Bologna und Padua mathematischen und astronomischen Studien widmete. Aus Italien trat er bei dem Kaiser Rudolf II. in Kriegsdienste und erhielt nach einigen gegen die Türken eine Hauptmannsstelle.

Nach dem Frieden ( 1606 ) kehrte er nach Böhmen zurück und sich mit einer betagten Witwe Lukretia Nekyssowa Landeck nach deren Tod (1614) ihm ansehnliche in Mähren zufielen während er auch 14 Güter seinem Oheim erbte. 1617 unterstützte er den Erzherzog Ferdinand im mit Venedig durch eine Anzahl Reiter und und trug viel zur Rettung der belagerten Gradisca bei. Nach dem Frieden ward er kaiserlichen Obersten ernannt und bei seiner Vermählung Isabella Katharina der Tochter des Grafen Harrach Ferdinands in den Grafenstand erhoben.

Laufbahn

Bei dem Aufstand der böhmischen und Stände 1618 Oberst eines mährischen Reiterregiments schloss er seinen Landsleuten nicht an und flüchtete als Regiment ihn verließ mit der Kriegskasse zu der ihm das Kommando eines auf Wallensteins in Flandern geworbenen Kürassierregiments übertrug. Mit diesem Wallenstein bei der Niederwerfung des böhmischen Aufstandes 1619 - 20 wichtige Dienste obwohl er an der auf dem Weißen Berg nicht teilnahm.

Bei dem Strafgericht über die Teilnehmer der Empörung wusste Wallenstein seine Habgier durch Erwerbung eines ungeheueren Güterkomplexes zu befriedigen indem teils durch schamlose Beraubung einer unglücklichen Base reichen Besitzungen der Familie seiner Mutter an brachte teils durch enorme Forderungen an die Kasse für geleistete Vorschüsse und Kosten und Zahlung schlechten Geldes 1622-24 von dem nachlässigen Güter im Wert von 5 Mill. Gulden erlangte für die er kaum 1 ½ Mill. in echter Münze bezahlte.

Schon damals dachte er daran die Friedland zu deren Fürsten er 1623 erhoben wurde zu einem selbständigen Fürstentum machen. Als der Kaiser durch den niedersächsischen 1625 in neue Bedrängnis kam erbot sich ein Heer von ca. 20 000 Mann eigne Kosten auszurüsten und zu besolden wogegen nur "unbedingte Vollmacht über die Erhebung von und Naturalien in den feindlich gesinnten Provinzen Reichs" verlangte wozu der Kaiser seine Einwilligung Auf diese Weise wusste Wallenstein nicht bloß Armee zu erhalten und sich selbst zu sondern auch durch militärische Zucht und ökonomische der Mittel die völlige Aussaugung der betroffenen zu vermeiden und ihnen die Existenz zu

General

Am 25. Juli 1625 zum Generalissimus und Feldmarschall ernannt zog von Böhmen nach der Weser und näherte sich im Herbst der Elbe wo er das Halberstädtische besetzte und April 1626 bei Dessau einen vollständigen Sieg über den Grafen Mansfeld erfocht. Als dieser zu Ende des seinen Zug durch Schlesien nach Siebenbürgen unternahm um sich mit Bethlen Gabor vereinigen folgte ihm Wallenstein und vereitelte so feindlichen Angriffsplan.

1627 vereinigte sich Wallenstein mit Tilly und Herzog Georg von Lüneburg in Lauenburg zur Eroberung von Mecklenburg Holstein Schleswig und Jütland die noch vor Ablauf des Jahrs wurde. Unterdessen hatte der Kaiser Friedland zu erblichen Herzogtum erhoben und 1. September 1627 Wallenstein das schlesische Herzogtum Sagan mit der Herrschaft Priebus verkauft und Deckung für noch nicht abgetragene Kriegskosten wurde nach Absetzung der beiden Herzöge von Mecklenburg Herrschaft über Mecklenburg (Januar 1628 ) 1629 auch die herzogliche Würde übertragen. Zugleich er zum General des Baltischen und ozeanischen ernannt um den Krieg zur See zu und dem Haus Habsburg durch Vernichtung der Holländer auch die im Norden Europas zu verschaffen.

Zu diesem Zweck unternahm Wallenstein 1628 Eroberung Pommerns . Er entwickelte zwar als Admiral der Nord - und Ostsee eine außerordentliche Tätigkeit musste aber von Stralsund nach viermonatlicher Belagerung unter großen Verlusten

Mit rücksichtsloser Anmaßung und gebieterischem Ton Wallenstein stets den deutschen Reichsständen auch den Fürsten entgegengetreten und hatte wo es die seines Heers galt ihre Rechte sehr oft Füßen getreten. Das höhere Ziel welches Wallenstein der Befriedigung seines Ehrgeizes und seiner Habsucht war nicht die Herrschaft des Katholizismus sondern Herstellung einer unbeschränkten kaiserlichen Militärherrschaft.

Immer wieder wurden Klagen über Wallenstein kaiserlichen Hof laut; sein heftigster Gegner war Haupt der Liga Maximilian der Kurfürst von der durch Wallensteins Militärmacht in den Hintergrund wurde. Da nun der Kaiser nach dem des Restitutionsedikts und der Landung des schwedischen Königs Gustav Adolfs in Pommern die Hilfe der Liga nicht entbehren musste er 1630 auf dem Kurfürstentag zu Regensburg die Wallensteins zugestehen. Derselbe zog sich hierauf in Residenz Gitschin zurück wo er in königlicher lebte in so feindseliger Gesinnung gegen den dass er sogar 1631 mit Gustav Adolf eine gemeinsame Aktion in übrigens erfolglose Unterhandlungen einließ.

Gustav Adolfs siegreiches Vordringen überzeugte den bald von der Notwendigkeit den Herzog von wieder an die Spitze des Heers zu Wallenstein lehnte die Einladung an den kaiserlichen zu kommen ab und es war des Eggenberg ganze Überredungskunst nötig ihn zu vermögen wenigstens der Bildung eines neuen Heers von Mann zu unterziehen (Dezember 1631).

Schon in den ersten Tagen des (1632) war dasselbe organisiert. Erst als sich im Vertrag von Znaim zu neuen Zugeständnissen dass künftig geistliche oder höfische Einflüsse ihm in den Weg treten das Pacifikationswerk im durch Zurücknahme des Restitutionsedikts gefördert werden bis Frieden Wallenstein "oberster Generalissimus des Reichs Österreichs und Spaniens sein" und "keinen unabhängigen Heerführer neben haben" im Fall des Verlustes von Mecklenburg andres Reichsfürstentum einstweilen das schlesische Fürstentum Glogau pfandweise erhalten endlich in den eroberten die höchsten kaiserlichen Prärogative Konfiskation und Begnadigung üben solle übernahm Wallenstein den Oberbefehl

Nachdem er in kurzer Zeit die aus Böhmen geworfen wandte er sich nach Nürnberg um Bayern von den bis nach München vorgedrungenen Schweden zu befreien. Einen Angriff welchen Gustav auf sein Lager bei Fürth machte schlug er 3. September 1632 ab und zwang den König seine Stellung aufzugeben.

Während Gustav Adolf Bayern aufs Neue wendete sich Wallenstein nach Sachsen wo er 16. November von jenem bei Lützen geschlagen wurde. Mit rücksichtsloser Strenge ließ in Böhmen wohin er sich zurückzog eine hoher Offiziere welchen er den Verlust der beimaß hinrichten oder ihrer Ehre und ihres entkleiden um die Disziplin und das militärische wiederherzustellen.

Im Frühjahr 1633 marschierte Wallenstein nach Schlesien wo sächsische brandenburgische und schwedische Truppen eingedrungen waren und fast aller festen Plätze bemächtigt hatten. Obschon an Stärke überlegen beschränkte sich Wallenstein auf Unternehmungen und knüpfte bald Unterhandlungen über den im Reich mit den feindlichen Befehlshabern namentlich seinem alten Untergebenen dem sächsischen General Arnim zu welchen er ermächtigt war und welche mit Vorwissen des Wiener Hofs führte.

Diese Unterhandlungen blieben erfolglos da der zu wenig nachgiebig war. Auch mit Frankreich trat Wallenstein in "geheime Verbindung" ging auf den Plan ihn zum König von zu erheben nicht ein.

Im Herbst ergriff er plötzlich wieder Offensive. Zuerst drängte er die Sachsen und die Brandenburger in ihr Land zurück nahm 23. Oktober ein schwedisches Korps von 5000 Mann 60 Geschützen bei Steinau a. O. gefangen entsendete sogleich ein Korps nach Brandenburg während selbst mit der Hauptmacht in die Lausitz marschierte wodurch er den Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg zum Waffenstillstand nötigte und Görlitz und Bautzen einnahm. Da traf ihn der Befehl Kaisers sofort durch Böhmen in die Oberpfalz zu marschieren um dem von den bedrängten Kurfürsten von Bayern zu Hilfe zu

Wallenstein marschierte obwohl der Winter vor Tür und er leidend war bis Cham vor (November) kehrte aber da ein an der Donau und die Wiedereroberung Regensburgs untunlich sei im Dezember nach Böhmen wo er die erschöpften Truppen Winterquartiere beziehen Diese Vorgänge wurden von der Wallenstein feindlichen am Wiener Hof an deren Spitze der von Ungarn Ferdinand III. der spanische Gesandte Oñate und der Hofkriegsratspräsident Graf Šlik standen um Wallenstein der Unbotmäßigkeit ja des Verrats Auch dem Kaiser war der eigenwillige Feldherr unbequem noch mehr die Pflicht die er sich genommen ihn für Mecklenburg zu entschädigen auf Reichskosten unmöglich war da Wallenstein keine Siege erfochten und keine erheblichen Eroberungen gemacht

Als Wallenstein darauf in seinem Hauptquartier Pilsen den Obersten seine Absicht kundgab der seiner Feinde wegen abzudanken drängten ihn dieselben Abdankung aufzuschieben und unterzeichneten bei einem Bankett 12. Januar 1634 ) einen Revers der sie zum Ausharren Generalissimus auch für den Fall dass der ihn entlasse verpflichtete. Zugleich nahm Wallenstein die mit Sachsen wieder auf und war entschlossen gegen den Kaiser mit Sachsen im Bunde Frieden im Reich herzustellen und sich das Reichsfürstentum zu sichern.

Inzwischen begann der Kaiser der von und Bayern durch übertriebene unwahre Berichte aufgestachelt die Armee Wallenstein abtrünnig zu machen. Gallas Aldringer und Piccolomini wurden gewonnen und 24. Jan. unterzeichnete Kaiser ein Patent durch welches der Herzog Kommandos entsetzt und die Obersten denen man Ausnahme von Ilow und Trčka ) Verzeihung versprach angewiesen wurden Gallas zu Einen Handstreich auf Pilsen um Wallenstein gefangen zu nehmen wagten und Piccolomini jedoch nicht.

Dennoch wuchs die kaiserliche Autorität in Heer und bei einer zweiten Versammlung der in Pilsen (19. Febr.) erlangte Wallenstein nur Vorbehalt des kaiserlichen Dienstes das erneute Versprechen Gehorsams. Als daher Wallenstein nach Erlass eines kaiserlichen Patents vom 20. Febr. welches ihn Verrats beschuldigte und die Offiziere jeder Verpflichtung den Generalissimus entließ Ernst machte verweigerte ihm die Garnison von Prag offen den Gehorsam.

Er warf sich nun nach Eger um sich hier mit den Sachsen Schweden zu vereinigen. Auf dem Weg schloss ihm Oberst Butler mit seinem Dragonerregiment an der entschlossen war Wallenstein lebend tot in des Kaisers Gewalt zu liefern. 24. Februar kam Wallenstein in Eger an. Butler die Befehlshaber in Eger Gordon und Leslie protestantische Schotten für sich und veranstaltete am 25. Februar 1634 abends ein Gastmahl bei welchem zuerst Anhänger des Herzogs die Generale Ilow Trčka Wilhelm Graf Kinsky und Rittmeister Niemann niedergemacht wurden. Von begab sich Hauptmann Deveroux ein Ire mit bluttriefenden Dragonern in die Wohnung Wallensteins ein (das Pachhölbelsche) am Markt.

Als Wallenstein im Begriff zur Ruhe gehen das Waffengeräusch hörte ging er nach Fenster um die Wache zu rufen; aber diesem Augenblick drang Deveroux ein und stieß die Partisane in die Brust. Wallensteins Güter wurden kaiserlichem Urteilsspruch konfisziert und an die Mörder die von Wallenstein abgefallenen Generale verteilt.

Der Mensch Wallenstein

Wallenstein war von hoher Gestalt hatte muskulösen aber mageren Körper eine gelbliche Gesichtsfarbe Stirn kurz verschnittenes schwarzes Haar und einen Bart. Seine schwarzen Augen waren nicht groß voll Feuer und Ehrfurcht gebietend. Der Ausdruck Gesichts war kalt und zurückstoßend. Er lebte war sehr tätig aber wortkarg ungeduldig bis Eigensinn streng bis zur Grausamkeit und freigebig zur Verschwendung.

In seinem Privatleben war er ein ökonomischer das Größte und Kleinste überwachender Ordnung Wirtschaft. Mit seiner zweiten Gemahlin lebte er glücklichster Ehe; ihre Tochter Maria Elisabeth heiratete einen Grafen Kaunitz. Wallenstein war unbestritten einer größten Heerführer seines Jahrhunderts der in kurzer Heere zu schaffen kampftüchtig zu machen und Sieg zu führen verstand. Als Politiker war er infolge seines unruhigen Ehrgeizes Der Hauptbeweggrund für sein Handeln war die nach Erhebung zum Reichsfürsten und Erwerbung eines Länderbesitzes; doch fehlte ihm der kühne Mut entschlossenem Handeln. Obwohl er dem Kaiser als nicht als Untertan gegenüberstand und dieser kein hatte ihn wegen Verrats zu strafen so Wallenstein doch nicht ohne Schuld als Opfer maßlosen Selbstsucht und seiner Unschlüssigkeit.

Literatur


Weblinks



Bücher zum Thema Albrecht von Wallenstein

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Wallenstein.html">Albrecht von Wallenstein </a>