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Wehrbauer


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Bei Wehrbauern handelte es sich um Bauern die von ihrer Obrigkeit zur Ausübung Tätigkeiten verpflichtet wurden und im Gegenzug meist Privilegien erhielten.

Wehrbauerntum in Europa

Seit der Auflösung des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert gab es in Europa über Tausend Jahre lang keine stehenden Heere wobei lediglich das Byzantinische Reich eine bildete. Im europäischen Mittelalter wurden Truppen nur dann aufgeboten wenn Feldzug geplant war oder gegen eine feindliche vorgegangen werden musste. Dadurch wurde es den Befehlshabern ermöglicht mit ihren Truppen weit in Territorium vorzudringen bevor man mit Widerstand rechnen Eine Gegenmaßnahme stellte der massive Bau von Burgen in gefährdeten Gebieten dar doch war mit enormen Kosten und einem hohen Zeitaufwand Zu Beginn der Frühen Neuzeit wurde dieses Problem noch erheblicher da zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufkommenden Artillerie festungen noch weitaus kostspieliger als Burgen waren. versuchten mehrere europäische Herrscher der Frühen Neuzeit so genannte Wehrbauern die Grenzen ihres Reiches verteidigen.

Bei den Wehrbauern handelte es sich meist unfreie Bauern die in einer Grenzregion Ihnen wurde aufgetragen ihr Land so lange einfallende Feinde zu verteidigen bis die regulären herangeführt werden konnten. Als Gegenleistung für diese Aufgabe wurden ihnen Freiheiten zugestanden zu denen der persönlichen Freiheit auch die Abgabenfreiheit zählen Dies stellte für die große Masse von leibeigenen und hörigen Bauern einen Anreiz dar sich in Grenzgebiet niederzulassen.

Insbesondere im habsburgischen Österreich-Ungarn setzte man auf Wehrbauern die seit 1530er Jahren den kroatischen Teil der Grenze gegen die türkischen Osmanen verteidigten. Dabei hatten sie einen nicht Anteil an der Behauptung der Habsburger gegen osmanischen Feinde. Bis in das 19. Jahrhundert hinein übernahmen Wehrbauern die Verteidigung der Militärgrenze . Auch in Russland setzte man seit dem 16. Jahrhundert ein. Die meisten Wehrbauern in russischen Diensten Kosaken bei denen es sich ursprünglich um russische und ukrainische Leibeigene handelte die in Steppengebieten nördlich des Schwarzen Meeres eine eigene Gemeinschaft und Kultur entwickelt Im 18. Jahrhundert gingen viele wehrfähige Kosaken in die Reiterei der russischen Armee auf. Auch in gab es während des Dreißigjährigen Krieges Versuche Wehrbauern zur Landesverteidigung einzusetzen. Da Heilige Römische Reich zu dieser Zeit von zahlreichen oftmals Heeren heimgesucht wurde mussten die Landesfürsten jederzeit der Verwüstung ihres Territoriums rechnen während ihr möglicherweise an einem weit entfernten Schauplatz kämpfte. organisierten diverse Fürsten ihre Bauern in so Landesdefensionen die jedoch einen geringen militärischen Nutzen

Mit der Aufstellung von stehenden Heeren den meisten europäischen Staaten verlor das Konzept Wehrbauerntums im späten 17. Jahrhundert an Bedeutung.

Byzantinisches Reich

Ein Sonderfall stellten die Wehrbauern im Reich dar da deren Einbindung in die Themenverfassung essentiell für die gsamte Grenzverteidiung ab 7. Jahrhundert n. Chr. war. Diese sogenannten Stratioten waren im Rahmen der Themenreform seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. und waren nicht unfrei. Der Stratiot (stratiotos) verfügte über ein kleines Landgut einen bestimmten Mindestwert haben musste. Von diesen musste er seinen Unterhalt und seine Ausrüstung Dieses System welches lange Zeit das Überleben byzantinischen Staates gewährleistet hatte brach Ende des Jahrhunderts zusammen. Es kam zu einer Umwandlung teils von den großen Grundherren abhängige Güter sogenannten pronoia . Diese Überführung des Landbesitzes in die der Großgrundbesitzer schwächte die Wehrkraft des byzantinischen und war mit ein Grund für dessen Untergang.

Literatur

  • R.J. Lilie: Die zweihundertjährige Reform. Zu Anfängen der Th.organisation im 7. und 8. in: Byzslav 45 (1984) S. 27-39 und Zur byzantinischen Themenverfassung und dem damit verbundenen



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