Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 17. November 2019 

Zoroastrismus


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Zarathustrismus (auch: Mazdaismus oder Parsismus ) ist eine um 1200 v. Chr. entstandene 560 v. Chr. reformierte monotheistische Religion. Sie wurde im Gebiet des Irans begründet auch heute noch finden sich Anhänger des Zarathustrismus.

Der Begründer des Zarathustrismus war Zarathustra (griech. Zoroaster ). Im Zentrum des Glaubens steht der Ahura Mazda . Er wird begleitet von unsterblichen Heiligen Amesha Spenta ) sowie von bösen Dämonen ( Ahriman ).

Die Religion ist dualistisch geprägt: " Und im Anbeginn waren diese beiden Geister Zwillinge die nach ihrem eigenen Worte das und das Böse im Denken Reden und heißen. Zwischen ihnen haben die Guthandelnden richtig "

Es ist eine Schriftenreligion und basiert der heiligen Schrift " Avesta ". Gebete Gotteshäuser und Gottesbilder sind dem fremd. Statt jener steht die Eigenverantwortlichkeit im

Inhaltsverzeichnis

Lehre

Die zuverlässigste Quelle für unsere Kenntnis Lehren Zoroasters ist die in der Avesta (auch Zendavesta ) dem religiösen Buch der Zoroastrier enthaltene der Gäthas oder Lieder welche entweder von selbst oder doch von seinen Jüngern verfaßt Es bestand ursprünglich aus 21 Büchern. Als bezeichnet man die überlieferten 72 Kapitel des (die heute noch bei den Parsen im verwendet werden) wobei sich 16 Kapitel die (Gesänge) direkt auf Zarathustra zurückverfolgen lassen.

Hiernach ist der Gott welcher die geschaffen hat und erhält Ahura Masda ( Ahura Mazdā ) (daraus später Ormuzd ); er wird der Herr der Herrscher Starke am häufigsten aber der segenspendende und Geist genannt. Von ihm gehen aus sechs Geister (Engel) die spätern Amshaspands ("Unsterbliche Heilige") wie ihre Namen sagen die Tugend die oder Heiligkeit die gute Gesinnung die Demut Weisheit die Herrschaft oder den Besitz die und die Langlebigkeit oder Unsterblichkeit bedeuten. Sie reine Allegorien und werden oft besonders die letzten als Güter angerufen welche Ahura Masda wird den Frommen zu verleihen.

Dem Ahura Masda wird Anramainyu (später Ahriman ) d. h. der böse Geist gegenübergestellt Teufel Satan Lucifer !) der ihm in Gedanken Worten Werken entgegengesetzt ist. Die beiden zusammen werden die "Zwillinge" dargestellt welche das Gute und erschaffen haben und es treten den sechs Geistern ebenso viele böse von Anramainyu geschaffene von denen jedoch nur die "Lüge" und "böse Gesinnung" bereits in den Gäthas erscheinen die übrigen erst ein Produkt der späteren der Zarathustrischen Lehre sind.

In der Menschenwelt stehen sich ebenso Menschen die sich für das Gute entschieden die Frommen oder Gläubigen und die Götzendiener die sich für das Böse entschieden haben. die auch als "Blinde und Taube" bezeichnet soll man auf jede Weise angreifen aus Besitz treiben und ums Leben bringen. Der der auf den Pfaden der Weisheit wandelt in diesem Leben Reichtum Nachkommenschaft und Macht und langes Leben. Nach dem Tod gelangen Seelen an die Činvat-Brücke . Hier wird Gericht über Gute und gehalten (siehe auch: jüngstes Gericht der Offenbarung des Johannes !). Für den rechtschaffenen Menschen ist Brücke breit wie ein Pfad für den schmal wie eine Messerspitze. Die Guten gelangen die seligen Gesilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman) des "Orts der (siehe auch: Himmel !); die Seele des Bösen aber an den "schlechtesten Ort" d. h. in Hölle . Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom Jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar.

Der Kampf zwischen Gut und Böse 4 Perioden zu jeweils 3000 Jahren. Das des Ahura Mazdas steht am Ende des Ein Weltgericht wird stattfinden dass die Bösen und die Guten belohnen wird. Und dereinst die Welt untergeht wird das Jüngste Gericht der böse Geist verschwinden und ein neues Reich des Ahura Mazdas entstehen. Die Grundlagen Vorstellungen lassen sich durchgehends schon in der nachweisen als die Iranier mit den stammverwandten noch ein einziges Volk bildeten so namentlich Namen der sechs guten Geister der Name Lüge (im Zendavesta Drudsch in den Wedas Inder Druh das deutsche Trug) etc.

Ahura Masda entspricht seinem ganzen Wesen dem indischen Varuna und ist wohl ein Reflex des der schon von den Indogermanen verehrt wurde. Auch der Kampf zwischen guten Mächten des Lichts und den bösen Finsternis und der Trockenheit ist eine uralte und wurde in Iran nur potenziert indem letztern unter ein Oberhaupt gestellt und dieses einem ähnlichen Hofstaat wie das Oberhaupt der Schöpfung umgeben wurde.

Andre Gottheiten oder Dämonen des primitiven der Urzeit fanden in der spiritualistischen und philosophischen Tendenzen getragenen Lehre Zarathustras keinen Platz

  • der Sonnengott Mithra der in der Urzeit der unzertrennliche des Himmelsgottes gewesen war;
  • der Gott Haoma ( Soma ) die Personifikation des Trankes welcher den im Opfer dargebracht wurde um sich damit berauschen;
  • die Fravashi oder Seelen der Abgestorbenen uralter Gottesdienst sich auch bei den Römern dem bekannten Manenkultus noch erhalten hat;
  • die Wolkenschlange Aschi ( Ahi ) welche von dem Gotte des Lichts seiner Blitzwaffe gezwungen wird das befruchtende Wasser Regens das sie entführt hat zurückzugeben.

Diese und andre sinnlich-realistische Gottheiten der machten jedoch ihre Rechte wieder geltend in spätern Zarathustrismus wie er in den jüngern Teilen Zendavesta und den Angaben der Griechen über Religion der Iranier vorliegt indem die Priesterschaft vorteilhaft fand dem mit den ererbten derberen angefüllten Volksgeist zu schmeicheln.

Auch Personifikationen der reinen Elemente vor des Feuers das in verschiedenen Formen verehrt und des Wassers das sich in der mit der vorderasiatischen Mylitta vermischten Ardvisura Anahita spielen in dem reichbevölkerten Götterhimmel des spätern eine hervorragende Rolle. Wegen ihrer Verehrung des war sie in der griechischen Welt (Herodot) "Feueranbeter" bekannt.

Kaum minder zahlreich sind die bösen welche Daeva Drudsch Pairikas ( Peri ) genannt und teils als Unholdinnen gedacht die mit bösen Menschen in fleischlichem Verkehr und die guten zu verführen trachten teils tückische Dämonen welche Trockenheit Mißwachs Seuchen und Plagen über die Welt verhängen.

Eine systematisierende Richtung welche in den der Priester aufkam führte zu einer vollkommenen der Schöpfung bis auf die Tiere herab die beiden Oberhäupter der guten und der Schöpfung. Daher gilt es für eine der Pflichten namentlich der Priester die zu diesem mit einem besondern Instrument versehen waren die des bösen Geistes Schlangen Mäuse Ameisen zu während dagegen die absichtliche oder unabsichtliche Tötung Tieren des guten Geistes wie Biber Hunde mit schweren Bußen gesühnt werden mußte.

Die ganze Weltgeschichte besteht nach der der Parsen von der schon Plutarch unterrichtet war in einem großen Kampf Ahura Masda und Anramainyu der im ganzen Jahre andauern soll.

Die Schöpfungsgeschichte des Zarathustrismus besagt das Mazdā in den ersten 3000 Jahren durch langherrschenden Windhauch zuerst den eiförmigen Himmel und die Erde und die Pflanzen erschuf. In zweiten Zyklus von 3000 Jahren entstanden die und danach der Urmensch. Dann ist der des Anramainyu erfolgt welcher den Urmenschen und Urstier tötet und eine Periode des Kampfes die ihr Ende erst mit der Geburt Zarathustra erreicht. Dieses Ereignis fällt in das Jahr der Regierung des Königs Vistaspa Und da an werden wieder 3000 Jahre vergehen der Heiland Saoschjant geboren wird welcher die Geister vernichten Und eine neue unvergängliche Welt wird; auch die Toten sollen dann auferstehen.

Statt des einen Messias werden an anderen Stellen deren drei wodurch sich also diese Lehre von der des Alten Testaments unterscheidet. Dagegen stimmt die von der Auferstehung sogar in Details mit der christlichen so daß die Annahme einer Entlehnung der aus der Religion der den Hebräern benachbarten Zarathustristen eine nicht unbedeutende Wahrscheinlichkeit sich hat.

Die Kultus des Zarathustrismus

Die Ethik des Zarathustrismus scheint ursprünglich von großer gewesen zu sein abgesehen von der allen Religionen anhaftenden Intoleranz gegen Andersgläubige: Wahrhaftigkeit und Heiligkeit in Gedanken Worten und Werken insbesondere Heilighaltung des gegebenen Wortes galten für die des Mazdayasna (Verehrer des Ahura Masda).

Doch stellten die Priester Athravan ("Feuerpriester" Persien Magier genannt) welche früh die Vorrechte privilegierten Standes erlangten einen sehr komplizierten Kanon Vorschriften über Reinhaltung auf der eine Menge abergläubischten Vorschriften enthielt Und durch die Bußen welche von den Priestern vorgeschrieben wurden die ihnen teilweise zu gute kamen den in Abhängigkeit von ihnen bringen mußte. Besonders Geburten und Todesfällen gehen die erforderlichen Reinigungen Endlose.

Hiermit hängt auch die eigentümliche Art Totenbestattung bei den Parsen zusammen die sich heute erhalten hat. Da das Feuer und Erde als reine Elemente durch die Berührung Leichnamen verunreinigt würden so dürfen dieselben weder noch begraben werden sondern man setzt sie Türmen die an einsamen Plätzen errichtet werden Dakhmas heißen den Vögeln zum Fraß aus.

Der Kultus war einfach ohne Bilder Tempel ; die üblichen Feueropfer wurden unter freiem am liebsten auf Anhöhen von den Priestern die sich dabei das Gesicht verhüllten um heilige Feuer nicht mit dem unreinen Hauch Mundes zu berühren. Bei den Tieropfern wurde Opfertier nicht verbrannt sondern der Zweck war der geweihtes Fleisch zu erhalten.

Besonderes Gewicht wurde auf das Haomaopfer wobei die Haomapflanze in einem Mörser gestoßen der ausgepresste Saft in einer Schale den dargebracht wurde während die Priester heilige Tamarindenzweige ein langes Gebet aus dem Zendavesta absangen.

Die weitere Entwicklung und Ausbreitung der

In der spätesten Epoche des Zarathustrismus sich mehrere Sekten welche den Gegensatz zwischen Ormuzd und Ahriman in einer höhern Einheit aufzulösen suchten sie als die gemeinsame Quelle beider die oder das Schicksal oder das Licht oder Raum annahmen.

Die bekannteste darunter ist die der deren Lehrmeinung daß die Zeit ( zrvan ) das Urprinzip der Dinge sei im 5. Jahrhundert n. Chr unter König Yezdegerd ( Iesdegerd ) die Staatsreligion des neupersischen Reiches der Sassaniden wurde; die "unermeßliche Zeit" ( zrvan akerene ) wird schon im Zendavesta angerufen. Der Zrvan wird als ein viergestaltige Gott (Ahura Güte Religion und Zeit) dargestellt. Er steht Gott und Teufel die seine Söhne sind. ist der unendliche Raum und die unendliche Durch die Entstehung von Gott und dem wird das Licht von der Finsternis geschieden.

Belege für den weitreichenden Einfluß des auch auf die Religionen benachbarter Völker liefern Mithraismus der sich über Vorderasien zur Zeit römischen Reichs bis ins Abendland verbreitete und Religion des Mani der Manichäismus der im 3. Jahrhundert n. Chr. aus einer Verschmelzung der mit christlichen und buddhistischen Lehren entstand und Zeitlang von Italien bis nach Spanien und verbreitet war.

Zarathustras Lehren sind über das Judentum (babylonische Gefangenschaft) auch in das Christentum eingeflossen und sind von ihrer Bedeutung zu unterschätzen. Speziell die Begriffe Himmel und Hölle sind vorher im Judentum nicht bekannt. Ausbreiten des Engel -Wesens greift sicher auch auf Zoroaster zurück und der Glaube an sie finden sich in den archaischen Hochkulturen zum Beispiel in Babylonien Assyrien etc.).

Der Zarathustrismus war die Staatsreligion des Perserreichs bis zu seinem Sturz durch Alexander Großen. Im neupersischen Reich der Sassaniden ( 3. bis 7. Jahrhundert n. Chr.) wurde er als Staatsreligion verschwand aber von dem Boden Irans infolge Eroberung des Landes durch die Araber und der Einführung des Islam fast vollständig. Nur das auf Zarathustras "Frühlingsfest" wird heute noch im schiitischen Iran

Mit der Ausbreitung des Islams in wurde der Zarathustrismus zunehmend unterdrückt wodurch viele vor ca. 1000 Jahren ins Ausland vor nach Indien emigrierten wo man ihnen den Namen Parsen (d.h. Perser ) gab. Vom Zarathustrismus trennten sich in Antike mehrere Seitenströmungen ab darunter der Mithras-Kult der sich als Mysterienkult besonders unter den Soldaten westwärts über gesamte Römische Reich ausbreitete.

Bekannt wurde Zarathustra in der westlichen durch Nietzsches Buch "Also sprach Zarathustra" und Richard Strauss ' gleichnamige symphonische Dichtung (hat aber kaum Bezug auf historischen Zarathustra).

Die Religion der Parsen umfasst heute weltweit zwischen einer halben zwei Millionen Menschen die meisten von ihnen in Indien insbesondere in Bombay . Einer der bekanntesten Anhänger in jüngster war der Queen -Sänger Freddie Mercury ("The Prophet's Song" von 1974). Die sind durchschnittlich für indische Verhältnisse recht wohlhabend. Kultur ist heute von französischen Eleganz-Vorstellungen beeinflusst. ihre sehr niedrige Geburtenrate sowie die Tatsache sie keine Konvertiten zulassen auch nicht Kinder Mischehen schrumpft ihre Zahl zur Zeit merklich.

Zusammenfassung

Zitat >> Verfolgen wir den Werdegang Auseinandersetzung zwischen den Kräften der Ordnung und hiero-archia mit den dynamischen Prinzipien der Veränderung der Metamorphose zurück zu den Ur-sprüngen der [[Zivilisation|Zivilisationen] finden wir eine bedeutsame Bifurkation in der Menschheitsgeschichte die vor ca. Jahren stattfand und die seit Jaspers unter dem Namen Achsenzeit bekannt ist. Ihr geschichtliches Er-Scheinen die fand sie in Persien unter dem Namen Religionsgründers Zoroaster (Wie bei den meisten der Kulturheroen frühen Menschheitszivilisationen ist seine historische Existenz unsicher das Auftreten des Kultes unter Darius I als erstes gesichertes Datum wahrscheinlich ein recht Stadium einer schon lange laufenden Entwicklung.). Dort das Prinzip des Guten und der Ordnung Ahura Mazda das erste Mal in eine Todfeindschaft mit dem Prinzip des Bösen Angra Gleichzeitig aber wurde hier auch das universale der weltenüberspannenden Hegemonie (orbis terrarum) der persischen Herrscher mit ideologischen Fundament begründet. Wie wir alle wissen dann im Verlauf der Geschichte das principium persischen Machtwillens mit Alexander in den mediterranen manifestierte sich im Imperium Romanum und inkarnierte sich später in der der katholischen Kirche vom Hierarchieprinzip der Herrschaft Gottes und Heerscharen. Mit der Entstehung des Dualismus der Exklusion von Gut und Böse und Dunkel Fest und Flüssig Männlich und wurde auch das Tor zugeschlagen durch das zu einem Verständnis der Schöpfungskraft des Universums einer polaren Balance in Wechselwirkung und Ergänzung Prinzipien hätte gelangen können wie es z.B. in der chinesischen Yin-Yang-Vorstellung weiterbestand oder der Balance der Kräfte des Erzeugenden und Zerstörenden der Form des Tanzes des Gottes Shiva . Diese Exklusion fand auch im antiken Griechenland statt vor allem in Form der der Eleaten und Platons vom statischen Sein und unter Zurückdrängung Lehren wie etwa Heraklits . Die alten dynamischen Prinzipien hielten sich in den Kulten wie den [[Dionysus|Dionysischen] und Riten die erst durch das Christentum liquidiert Das Prinzip des Ur-Bösen fand in dem Teufel der Christenheit seine charakteristische Ausprägung der seiner äußeren Attribute von den bocksfüßigen und Satyren und anderer antiker Fruchtbarkeitsgötter geerbt hatte in dessen Gestalt von nun an das mit der Ur-Zeugung der Natur unheilvoll [[Almagam|amalgamiert] .<< ( Was die Welt im Innersten zusammenhält ) Zitat-Ende

Literatur

  • Hinz Walther: Zarathustra. W.Kohlhammer Verlag. 1961 (immer maßgebend)
  • Koch Heidemarie: Es kündet Dareios der König. von Zabern Verlag Mainz. 1992
  • Widengren Geo: Iranische Geisteswelt. Holle Verlag. Baden-Baden.
  • Handbuch der Altertumswissenschaft. Kulturgeschichte des Alten Orients. Abschnitt 1. Lieferung. Kleinasien Die Iranier. C.Beck München. 1933
  • Brentjes Burchard: Die Iranische Welt vor Mohammed. & Amelang Verlag Leipzig. 1967

Weblinks



Bücher zum Thema Zoroastrismus

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Zoroastrismus.html">Zoroastrismus </a>