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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 8. August 2020 

Im Namen des Papstes


von Gordon Urquhart

ISBN: 3426773120

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Bekenntnisse
Gordon Urquharts Buch ist ein Bekenntnisbuch, auch ein „coming out". Man findet die ganze Widersprüchlichkeit, mit der sich Urquhart an seine Zeit bei Focolare erinnert: „Ich habe meinen Glauben an Gott und die katholische Kirche nicht verloren, nicht einmal den an die Lehren der Bewegung ( der focolari)...", schreibt er. Man liest aber auch:„Die Jahre bei Focolare waren wahrscheinlich die unglücklichsten meines Lebens, obwohl uns gelehrt wurde, Leiden sei ein Teil unserer Existenz und der ‚alleingelassene Jesus' sei der Schlüssel zur ‚Einheit' (...) Die ‚Heilige Reise', die Focolare verheißt, ist kein Trip zur Selbsterfahrung und Selbstentdeckung, sondern zur Selbstzerstörung."

Urquhart berichtet aus dem Alltag der Focolarebewegung, in der er lange Zeit auch in leitenden Funktionen war, und zweier anderer Neuer Christlicher Gemeinschaften, die sich zwar alle der Unterstützung der Amtskirche sicher sein können, bei denen es jedoch fraglich ist, ob ihr Wirken dem christlichen Gedanken so nützlich ist.

Die teilweise erschreckenden Methoden der Gemeinschaften, die Urquhart beschreibt, sind dabei beileibe nicht unter dem Stichwort "Verschwörungstheorie" abzuhaken...

Ein Blick hinter die Fasade der Kirche
Der Autor versteht es in diesem Buch hervorragend, die "dunkle Seite der Macht" in der Katholischen Kirche offenzulegen. Organisationen und Methoden, die in der Kirche nie für möglich gehalten würden, legt er hier klar und sachlich dar. Und Urquhart weiss, wovon er spricht: Er arbeitete 9 Jahre in der Zentrale der "Focolare-Bewegung", einer der obengenannten Organisationen.

Katholische Sekten erobern Europa
Ich komme aus dem protestantischen Fundamentalismus und war daher besonders beeindruckt, wie sehr sich die "Christliche Rechte" Amerikas und die "Movimenti" gleichen. Anhand einer bitteren persönlichen Leidensgeschichte seziert der Autor die eiskalte Frömmigkeit dieser totalitären Gemeinschaften, die dem Papst als Instrument einer "Neuevangelisierung" Europas dienen. Überall hinterlassen sie zerstörte Ehen, verkrachte Pfarrgemeinden,gespaltene Orden und eine Flut von tragischen Einzelschicksalen. Ausgestattet mit allen Methoden moderner Medientechnik, von katholischen Gurus straff organisiert, zu Kreuzfahrern gedrillt und fanatisch bis zur Selbstaufgabe überrollen sie Europa, überzeugt, dass sie die Kirche der Zukunft sein werden. Gott steh uns bei, wenn das wahr wird!, kann man da nur noch sagen.
Siehe auch:

> Im Namen des Papstes
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