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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 17. Juli 2019 

Die Astronauten


von Stanislaw Lem

ISBN: 3518369415

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Von der Zeit überholter Klassiker, wirkt aber immer noch!
Schön, wenn auch SF-Autoren mit der Moderne gehen und sich entschuldigen, dass ihre eigenen Werke inzwischen überholt sind. Ist auch nötig, denn sonst könnte man "Die Astronauten" gleich als völlig überholten Stoff abtun.
So gerät es aber zu einer beeindruckenden Phantasie aus der Planetensicht der 50er Jahre.
Genialer Ausgangspunkt ist der Tunguska-Meteoriten-Einschlag von 1908, in dessen Krater man Jahre später eine Spule findet, die auf außerirdisches Leben hindeutet. Als man den Informationen der Spule entnimmt, daß eine Alienrasse den Menschen offenbar feindlich gesinnt war, bemüht sich ein von Menschen geführter Raumer um Klärung auf der Venus, doch dort erwartet die Forscher nur eine bizarr-unmenschliche Umgebung und ein Rätsel nach dem anderen.
Lems überaus wissenschaftlicher Ton hindert ihn daran aus dem damals fundierten Text auch einen spannenden Roman zu machen, dennoch ist es berauschend zu lesen, was der Mann sich einfallen lassen hat.
Nach vielversprechendem Beginn (bis zur Entschlüsselung der Spule) gerät die Reise zu Venus allerdings arg trocken, bis die Venuslandung samt Aufenthalt den nötigen Saft in den Plot zurückbringt. Die vielleicht beste Idee Lems ist ein Gebäude in Form einer weißen Kugel, die sich per Magnetfeld unsichtbar machen kann und in einem Radius um sie herum das Licht anders bricht, so daß man innen ständig in die Irre läuft.
Leider zögert der Autor die nötigen Zusammenhänge zu lange heraus, um die eigentlich aufregende Schlußlösung mit noch mehr Beweisen zu würzen. Man klärt, was vorgefallen sein muß, und Schluß. Eine Fortsetzung wäre möglich gewesen, wenn nicht wünschenswert, denn viele Fragen bleiben offen, weil Lem sich an den optisch am meisten spannungserregenden Stellen wissenschaftlich abwendet, um die wenig aufregenden Figuren wieder andeutungsweise diskutieren zu lassen. Dennoch, ich bin beeindruckt.

Eines der Ersten Bücher Lems
In diesem Sience-Fiction-Roman geht es um die Erkundung der Venus weil die Wissenschaftler der Erde glauben, daß von den dort lebenden Aliens ein Angriff auf die Erde geplant ist. Diese Informationen bekommen sie durch die Analyse eines Metallteiles eines um die Jahrhundertwende abgestürzten Raumschiffes. An Bord befinden sich einige Wissenschaftler und der Ich-Erzähler der die Aufgabe des Piloten übernimmt. Auf der Venus angekommen erleben sie eine Reihe von Abenteuern und müssen diverse Rätzel lösen.

Das Buch beginnt gleich im Vorwort mit einer Entschuldigung(Rechtfertigung) Lem's, in der er erklärt warum es seiner Meinung nach nicht zu seinen Besten Büchern gehört. Man merkt auch während des Lesens, daß er noch nicht 100 Prozent zu seiner späteren Klasse gewachsen ist.
Trotzdem finden sich in diesem Buch diverse Motive wieder aus denen er später ganze Bücher gemacht hat (z.B.: Die Entschlüsselung des Metallteils erinnert schon sehr stark an die Entschlüsselung der Wellenbotschaft in "Die Stimme des Herrn").

Nichtsdestotrotz ist dieses Werk recht gut gelungen. Der Anfang und die Fahrt zur Venus zieht sich meiner Meinung nach unnötig in die Länge, aber sobald die Astronauten auf der Venus gelandet sind zieht auch die Geschichte kräftig an.

Alles in Allem ein gutes Buch.

Toller Klassiker
Natürlich muß man hier darüberhinwegsehen, daß der Roman in einem anderen gesellschaftlichen Umfeld geschrieben wurde und unsere heutigen naturwissenschaftlichen Kenntnisse das Meiste, was im Buch beschrieben wird, überholt haben. Aber in punkto Spannung erzeugen macht niemand Lem etwas vor, und so rückt die eine oder andere Ungereimtheit und der etwas schulmeisterliche Schluß völlig in den Hintergrund. Ein absoluter Top-Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen sollte.
Siehe auch:

> Die Astronauten
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