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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 16. Juli 2020 

Die PapstMacher


von Crista Kramer von Reisswitz

Kategorie: Italien
ISBN: 362901626X

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Sie verdanken ihr erlauchtes Amt dem Papst, den zu wählen ihre vornehmste Aufgabe ist -- die Kardinäle. Wie schon die Zahl der Seligen und Heiligen hat Johannes Paul II. den Kreis dieser Gottesmänner, die in ihren purpurnen Gewändern noch ein wenig von dem Glanz vergangener Kirchenherrlichkeit erahnen lassen, während seiner Amtszeit auf eine nie da gewesene Größe erweitert. Nach seinem achten Konsistorium im Februar 2001 gehörten dem erlauchten Kollegium insgesamt 183 Mitglieder an, von denen zu diesem Zeitpunkt freilich nicht weniger als 48 die von Paul VI. 1973 eingeführte Altersgrenze für Papstwähler von 80 Jahren bereits überschritten hatten.

Während des Konklaves -- der Papstwahlversammlung der Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle -- bilden diese Männer das Zentrum der weltgrößten Religionsgemeinschaft. Keine Wahl zu keinem Amt des Erdkreises ist von einem solchen Geflecht von Geheimnissen umgeben wie die Wahl des katholischen Oberhirten. Während das Konklave tagt, ist es von der Öffentlichkeit hermetisch abgeschlossen, die trotzdem gebannt auf es blickt.

Crista Kramer von Reisswitz, seit vielen Jahren als Vatikan-Korrespondentin akkreditiert, hat unter dem -- wie sie selbst einräumt -- etwas reißerischen Titel Die Papstmacher eine im Plauderton abgefasste Geschichte des Kardinalskollegiums und des Papsttums vorgelegt, in dem sie über die Modalitäten, die dem sprichwörtlich gewordenen Aufsteigen des weißen Rauchs aus dem Rauchfang der Sixtina vorausgehen, ebenso berichtet, wie von mancher Anekdote rund um den Vatikan und seine Protagonisten. Beigegeben hat sie ihrer Darstellung eine vollständige, nach Ländern geordnete und mit dem jeweiligen Datum der Ernennung versehene Liste der amtierenden Kardinäle sowie eine etwas klein geratene Auswahl wichtiger Literatur. --Andreas Vierecke

bemüht, aber unsystematisch
Das Buch liefert einige interessante Details, prahlt mir aber zu oft mit so genanntem „Insider-Wissen". Die Floskel „was so kaum jemand weiß" kommt mir etwas zu oft vor.
Es ist sicher erlaubt, in einem solchen Werk Sympathien für die Katholische Kirche zu zeigen und Papst Johannes Paul II. zu bewundern, an manchen Stellen hätte ich mir doch eine neutrale Darstellung und Hinterfragung gewünscht. Am meisten stört mich die fehlende Systematik, viele Themen werden bruchstückhaft behandelt, dafür gibt es viele Wiederholungen, das Buch macht manchmal den Eindruck, als sei es aus bereits vorhandenen Aufsätzen zusammengestellt worden. Nach der dritten Erklärung, was die „Papabile" sind, hat es wirklich jeder begriffen, auch wenn er über keine humanistische Bildung verfügt. Wer ein "sensationelles Enthüllungsbuch" sucht, ist hier sicher falsch.

Interessant, gutwillig aber leider etwas wohlmeinend
Ich finde das Werk ganz nett. Es ist interessant und unterhaltsam geschrieben, es gibt teilweise neue, zum großen Teil aber schon bekannte Sachverhalte über die Papstwahl wieder. Durchaus neu ist die Einzeldarstellung wichtiger Kardinäle mit einer kurzen Charakterisierung. Was mich allerdings stört ist der sehr wohlwollende Blick auf die Kurie und ihre Mitglieder. Ich hätte ein wenig mehr neutrale oder objektive Blickwinkel in einem solchen Werk erwartet. Aber gut, runduminteressant.
Siehe auch:

Italien > Die PapstMacher
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