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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 15. Oktober 2019 

Cicero und die römische Republik


von Manfred Fuhrmann

ISBN: 3760819192

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Cicero: Vom homo novus zum Konsul Roms
Der Konstanzer Professor Manfred Fuhrmann ist Freunden der klassischen Philologie durch seine Übersetzungen der Reden Ciceros bekannt. Mit seiner Biographie Ciceros und der spätrömischen Republik hingegen bietet er vor allem dem interessierten Laien eine kurzweilige Lektüre. Manfred Fuhrmann ist es gelungen, aus der überreichen Fülle der zur Verfügung stehenden Quellen ein Bild dieser bedeutenden Persönlichkeit zu formen.

Marcus Tullius Cicero, vielen von uns als brillanter Redner und Rhetoriker bekannt, manchem von uns gar aus der ungeliebten Lateinstunde verhasst, wird als ein Mensch dargestellt, den das Schicksal gleichsam aus dem Nichts zum höchsten Amt der römischen Republik führte, um ihn dann ebenso schmählich fallen zu lassen.

Mit Cicero erlebte die spätrömische Republik aber nicht nur ihren Höhepunkt sondern auch die Wende in ein neues Zeitalter, das der Monarchie. Wie war dies möglich?

Die Ursachen dieser Krisis reichen weit zurück. Schon die Diktatur des L. Cornelius Sulla erschütterte die Republik und zeigte den wachsenden Einfluss des Militärs und seiner Machthaber. Doch es sollte einem C. Iulius Caesar vorbehalten sein, dem Senat die Ohnmacht der Politik gegenüber militärischer Stärke zu demonstrieren.

Somit war Ciceros Politik letztendlich auch deshalb zum Scheiten verurteilt, weil er als überzeugter Verteidiger republikanischer Grundsätze dem Ränkespiel eines Caesar, Pompeius und Crassus nicht gewachsen war. Geschickt verstand es dieses Triumvirat, im Hintergrund die Fäden zu ziehen und Cicero ins politische Abseits zu drängen. Hierzu Fuhrmann: „Caesars Taktik war stets dieselbe ... er hielt sich im Hintergrund, er lies andere agieren" und „Mit Caesar wurde die römische Politik hintergründig und doppelbödig".

Zur politischen Untätigkeit verbannt, wendete sich Cicero nunmehr der Schriftstellerei zu und führte die römische Literatur zu einer neuen Blüte. Viele seiner Werke galten fortan als Wegweiser für nachfolgende Generationen.

Ein sehr interessantes Buch
In diesem Buch geht es um Ciceros Leben. Ausführlich erzählt und gut geschrieben ist dieses Buch genau das Richtige für den, der mehr über diesen grandiosen Redner und Staatsmann in der römischen Republik wissen will. Eine wirklich tolle Cicero-Biographie, sein Leben wird dem Leser vollständig näher gebracht!

Enttäuschend
Das Ziel von Manfred Fuhrmanns Cicero-Biographie stellt er gleich in seinem Vorwort dar: er möchte sich an den Leser richten, der sich nicht sonderlich gut auskennt in der Zeit der römischen Republik und daher nimmt denn auch die Darstellung der Verhältnisse einen sehr breiten Raum ein. Das sollte man für diejenigen sagen, die sich unter einer Biographie vorstellen, daß detailliert auf die Persönlichkeit eingegangen wird, daß seine Werke umfassend vorgestellt werden. Diese Biographie bleibt oberflächlich und oft hatte ich den Eindruck, Cicero dient nur als Vorwand, eine nicht gerade sonderlich gelungene Geschichte der Spätphase der römischen Republik zu schreiben. Das ist sehr schade, denn immerhin kaufte ich mir das Buch, um mehr über Cicero zu erfahren. Natürlich gehört der historische Hintergrund zu einer Biographie dazu, aber er soll nicht den bestimmenden Teil ausmachen. Man muß das Buch also an seinem Ziel messen, dem nicht so kundigen Leser die Zustände der Republik näherzubringen. Aber auch das halte ich für verfehlt und zwar deshalb, weil der Autor öfter im Original zitiert (was ich eigentlich begrüße), dann aber für die unkundigen Leser nicht immer eine Übersetzung vorstellt. Gerade die Leser, die sich in der republikanischen Spätzeit nicht auskennen dürften auch schwerlich in der Lage sein, die lateinischen Zitate zu übersetzen. Das geschieht nicht immer, aber oft einmal. Außerdem ist es meines Erachtens lächerlich in einem auf diese Zielgruppe angelegten Buch griechische Wörter im griechischer Schreibweise einzubauen. Das schreckt doch jeden Leser ohne Vorwissen ab und macht so das Ziel des Buches zunichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Siehe auch:

> Cicero und die römische Republik
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