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NachrichtenLexikonProtokolleBŁcherForenDonnerstag, 19. September 2019 

Neue Wege der Bewerbung


von J√ľrgen Hesse

Kategorie: Bewerbung
ISBN: 3821859377

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Frech gewinnt, dachte sich ein Koch, der sich beim Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg bewerben wollte. Und schickte als Bewerbungsschreiben eine in einen Gefrierbeutel eingeschweißte Bratpfanne, auf der stand: "Wenn Sie jemanden suchen, der etwas auf der Pfanne hat, dann rufen Sie mich an!" Mit Erfolg, er wurde eingestellt. Solche ungewöhnlichen Stellengesuche finden immer wieder den Weg ins "Vermischte" in den Tageszeitungen. Die beiden Bewerbungsprofis Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, als Hesse/Schrader längst zu einem Markenzeichen geworden, widmen solchen ungewöhnlichen Bewerbungswegen nun ein eigenes Buch. Und das ist gut so, denn aussagekräftige Bewerbungen haben einfach bessere Chancen. Weil sie aus dem Einheitsbrei herausstechen, in dem Personaler Tag für Tag rühren müssen. Und oftmals ist es tatsächlich so, dass frech gewinnt.

"Eine gute Portion Frechheit mag nicht verkehrt sein, soweit sie mit Charme gepaart ist", schreiben auch die beiden Autoren. Ihr Ratgeber ist aber keine Anleitung zum Phrasendreschen. Sie raten auch nicht zum Auffallen um jeden Preis. Ihnen geht es vor allem um Bewerbungen, die durch eine besondere Note hervorstechen. Dazu braucht es oft gar nicht den Wink mit der Bratpfanne, sondern ein Gespür für Qualität in Text, Gestaltung und Bildauswahl. Hier liegt der Schwerpunkt dieses Buches, das mit zahlreichen abgebildeten Beispielbewerbungen den Blick für die gute, die besondere Bewerbung schärft. Und natürlich das Versprechen des Titels einlöst und einen Überblick über neue Wege und Formen der Bewerbung gibt. Zum Beispiel Bewerbungsflyer, Profilcard, Plakat, Banner, Sticker, ungewöhnliche Verpackungen und natürlich elektronische Bewerbungsmöglichkeiten im Netz. Das Salz in der Suppe freilich sind die in den Text eingestreuten ungewöhnlichen Bewerbungen, die den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringen.

Zum Beispiel die Geschichte von einem Werber, der kurz vor Weihnachten an die Agentur seiner Wahl einen Schokoladenosterhasen schickte und dazu schrieb: "Der Zeit voraus." Auch er bekam die ins Visier genommene Stelle. Kopieren lassen sich solche Bewerbungscoups meist jedoch nicht, denn was schon durch die (Fach-)Presse ging, dem fehlt es an der Originalität, auf die es entscheidend ankommt. Und man kann mit ungewöhnlichen Methoden auch gehörig auf die Schnauze fallen. Wie der Mann, der einen Föhn an eine Werbeagentur schickte und dazu schrieb: "Ich bringe frischen Wind in Ihre Agentur!" Er bekam das Gerät postwendend zurück mit der Bemerkung: "Heiße Luft können wir selber produzieren!" -- Winfried Kretschmer

Die Bewerbungspäpste werden kreativ
Fr√ľher oder sp√§ter mussten J√ľrgen Hesse und Christian Schrader ihre gewohnten Umlaufbahnen verlassen. Denn wer seit Jahrzehnten immer um die gleichen Planeten kreist, kriegt Haltungssch√§den. Nun ist es also so weit. Das neue Buch von Hesse/Schrader zeigt auf, wie man mit seinen Bewerbungsunterlagen noch mehr auff√§llt, welche Strategien eher aussergew√∂hnlich sind und worauf man beim Verlassen ausgetretener Pfade achten soll. Und weil sie gleich mit gutem Beispiel vorangehen wollen, erscheint ihr Buch in einem quadratischen Format, mit einem √ľberraschenden Cover und in einem neuen Layout.

Hesse und Schrader sind lange genug im Business, um die Gefahren so genannt kreativer Bewerbungen richtig einschätzen zu können. Daher weisen sie auch immer wieder darauf hin, wie wichtig die Übereinstimmung einer Idee mit der Positionierung der eigenen Person ist. Allzu oft wird Kreativität mit Originalität um jeden Preis verwechselt. Hier ein bisschen Lustigkeit, dort ein selbst gebastelter Werbespot oder kitschige Nettigkeiten. Das kommt nicht gut heraus. Wer nicht in einem Kreativberuf tätig ist, schätzt den Akt des Schöpferischen oft falsch ein. Im Zweifelsfall soll man seine aussergewöhnliche Bewerbung vor dem Versenden lieber noch einem Profi zeigen.

B√ľcher zum Thema "Kreativer Bewerben" sind bereits einige auf dem Markt. Auch wenn dies Hesse/Schrader in ihrem gewohnt egomanischen Literaturverzeichnis verschweigen. Was dieses Buch von der Konkurrenz unterscheidet ist weniger der Neuigkeitswert als die gegl√ľckte Verbindung von klassischen Bewerbungsunterlagen mit innovativen Variationen. Zudem wurde ein Verkaufspreis festgesetzt, den sich alle Interessierten leisten k√∂nnen.

Mein Fazit: Das Konzept dieses Ratgebers f√ľr unkonventionelle Bewerbungen √ľberzeugt mich. Denn es motiviert den Leser zwar zu kleinen und gr√∂sseren Wagnissen, sch√ľtzt ihn aber auch vor allzu mutigen Schritten, die vom Empf√§nger dann eher als tapsige Fehlversuche wahrgenommen werden. Die Warnungen sind daher ebenso aufmerksam zu lesen wie die verst√§ndlichen Gebrauchsanweisungen, n√ľtzlichen Tipps und anschaulichen Musterbeispiele.



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