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Mirkoben und Botenstoffe bei chronischen Darmerkrankungen

06.06.2005 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nehmen weltweit zu. Allein in Deutschland wird die Zahl der betroffenen Patienten auf rund 300.000 geschätzt. Für ein Forschungsvorhaben, von dem sich Experten wichtige Informationen über die Entstehung dieser in Schüben verlaufenden und insbesondere mit häufigen Durchfällen, starken Bauchschmerzen und allgemeiner Erschöpfung einhergehenden Leiden versprechen, wurde der münstersche Mediziner Dr. Jan Heidemann mit dem Ludwig-Demling-Forschungspreis 2005 ausgezeichnet. Der Mitarbeiter der Medizinischen Klinik B des Universitätsklinikums Münster (UKM) erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa in Bochum.

Das prämierte Forschungsprojekt des Preisträgers befasst sich mit der Aktivierung bestimmter entzündungsfördernder Botenstoffe in den kleinen Blutgefäßen der Darmwand und deren Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Neuere Forschungen konnten nämlich zeigen, dass die Unterbrechung einer intakten Darmschleimhaut-Barriere von zentraler Bedeutung für die Entstehung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist. Denn in diesem Fall können sich ansonsten nur im Darminnern befindliche Mikroben, wie zum Beispiel Bakterien, Pilze oder Viren, in den tieferen Schichten der Darmschleimhaut ausbreiten und dort eine starke Abwehrreaktion hervorrufen. Dabei wandern Entzündungszellen aus den kleinen Blutgefäßen in die Darmwand aus, um die eingedrungenen Keime zu bekämpfen.

In seinem Forschungsprojekt will Heidemann untersuchen, welche Bestandteile der Mikroben die Gefäßwandzellen der Darmschleimhaut, die so genannten Endothelzellen, so beeinflussen, dass besonders viele Entzündungszellen auf den Plan gerufen werden. Darüber hinaus will er klären, durch welche dieser Bestandteile die Endothelzellen die mikrobiellen Eindringlinge als fremd erkennen und entsprechende Botenstoffe herstellen.

Der von der Falk Foundation e.V. (Freiburg) gestiftete Preis erinnert an den1995 verstorbenen Arzt Professor Dr. Ludwig Demling, der als einer der führenden Experten für Erkrankungen der Verdauungsorgane galt. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen
und soll durch Förderung entsprechender Forschungsprojekte zu einem besseren Verständnis der Ursachen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen beitragen.
Weitere Informationen: http://www.klinikum.uni-muenster.de/institute/medb/
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