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Interactive Digital Center als Joint Venture in Darmstadt gestartet

07.06.2005 - (idw) Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV)

ZGDV e.V. und EON Reality Inc. eröffnen gemeinsam das Interactive Digital Center in Darmstadt / Pressegespräch anlässlich der Gründung am 10. Juni 2005 Mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung zwischen dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV und dem US-amerikanischen Unternehmen EON Reality Inc. fällt am 10. Juni der Startschuss für das Interactive Digital Center (IDC). Ziel dieses deutsch-amerikanischen Joint Ventures mit Sitz in Darmstadt ist es, kommerzielle Integrated Product Content Management (IPCM) Services für Unternehmen in Deutschland und Westeuropa anzubieten.

Mit Hilfe von IPCM Services werden im Rahmen der Produktentwicklung, z.B. mit CAD-Systemen, bereits erstellte digitale Produktmodelle in einem integrierten Prozess für die Weiterverwendung in Systemen der Virtuellen Realität (VR) aufbereitet, um sie beispielsweise für VR-gestützte Methoden der Verkaufsunterstützung und des Marketings, sowie im Produkttraining und -Support anwenden zu können.

Nutzbringend eingesetzt werden diese VR-Modelle beispielsweise im Automobilverkauf.
Längst sind die Zeiten vorbei, als Autokäufer zwischen wenigen Modellen wählen konnten. Heute gleicht der Autokauf mehr einem bunten Basar, bei dem der Käufer eine schier unendliche Anzahl an Wahlmöglichkeiten hat. Ihm stehen unzählige verschiedene Lackierungen, vielfältige Sonderausstattungen und die unterschiedlichsten Innenraumdesigns zur Verfügung. Kaum ein Wagen entspricht dem anderen, wenn er das Fabrikgelände verlässt. Dementsprechend unmöglich ist es, für ein Autohaus alle verschiedenen Variationen als echte Modelle zur Ansicht zur Verfügung zu stellen.

Eine Lösung für dieses Problem bieten virtuelle Modelle, bei denen alle Parameter interaktiv und in Echtzeit so lange verändert werden können, bis der Käufer sein "Traumauto" gefunden hat.
Allerdings war der Aufwand, um solche virtuellen Modelle zu erstellen, bislang zu groß, als dass sie im Verkauf oder Marketing großflächig eingesetzt worden wären.

Hier können die vom IDC angebotenen Integrierten Product Content Management Anwendungen Abhilfe schaffen. Diese Applikationen und Dienstleistungen werden vom IDC individuell für jedes Unternehmen maßgeschneidert und ermöglichen es, Daten direkt von CAD- und anderen produktmodellierenden Systemen zu übernehmen und in virtuelle Modelle zu überführen, beziehungsweise in Verkaufssysteme zu integrieren.
Somit wird der zeitliche sowie finanzielle Aufwand beträchtlich verringert, während gleichzeitig alle in der Konstruktion vorgesehenen Parameter auch im virtuellen Modell variiert werden.

Zusätzlich zu diesen Applikationen entwickelt das IDC im Kundenauftrag komplexe virtuelle Modelle auf Basis vorhandener CAD- und VR-Daten, beispielsweise für Messeauftritte oder Schulungen.
Außerdem bietet das Zentrum Schulungs- und Trainingsprogramme für Interactive Product Content Management Systeme sowie Supportleistungen für Kunden an.

Das Interactive Digital Center wird dafür sowohl auf die vorhandene Infrastruktur zurückgreifen als auch spezielle Hardware und Software für die IPCM Dienstleistungen bereitstellen. Dafür sind am Standort Darmstadt Investitionen in Höhe von insgesamt über zwei Millionen Euro eingeplant, die von den Partnern zu gleichen Teilen getragen werden.

Vielfältige Kompetenzen erfolgreich im IDC vereint
Die EON Reality Inc. bietet auf dem amerikanischen und japanischen Markt bereits seit 1999 Integrated Product Content Management Services an. Mit einem Umsatz von über acht Millionen US Dollar in diesem Marktsegment sowie weltweit über 200.000 verkauften Lizenzen eigener IPCM-Plattformen ist die Gesellschaft der international führende IPCM-Softwarehersteller und -provider. Zu ihren Kunden gehören so namhafte Unternehmen wie Boeing, Dell und Tetra Pak.
Durch die Gründung des IDC in Darmstadt möchte die EON Reality Inc. nun auf dem deutschen und westeuropäischen Markt stärker aktiv werden. Mit dem ZGDV hat das Unternehmen dafür einen idealen Partner gefunden. "Das ZGDV hat in über 20 Jahren erfolgreicher Forschungstätigkeit im Bereich der Graphischen Datenverarbeitung und der Virtuellen Realität zahlreiche innovative Lösungen für die Praxis realisiert. Außerdem haben wir umfangreiche Erfahrung in der Organisation und Durchführung von Schulungen und Workshops, die wir hier gezielt einbringen können," begründet Dr. Bernd Kehrer, Geschäftsführer des ZGDV, die Entscheidung von EON Reality Inc., das Institut als Partner ins Boot zu holen.
Den größten Vorteil für das ZGDV sieht er dabei in der strategischen Platzierung des Forschungsinstituts im Wachstumsmarkt der IPCM.

Dass die Unternehmen starkes Interesse an den vom IDC angebotenen Services haben, zeigen vor allem die schon vor dem offiziellen Unternehmensstart eingegangenen Industrieaufträge. Obwohl der Geschäftsbetrieb erst zum 10. Juni aufgenommen wird, konnten bereits Entwicklungsaufträge in Höhe von insgesamt knapp einer viertel Million US Dollar akquiriert werden.

Pressegespräch am Gründungstag
Anlässlich der Gründung des IDC laden das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV sowie die EON Reality Inc. zum

Pressegespräch
Zeit: Freitag, 10. Juni 2005, 12 Uhr
Ort: Zentrum für Graphische Datenverarbeitung, Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt

Im Rahmen dieses Gespräches wird Dr. Bernd Kehrer die Ziele und Visionen des IDC erläutern. Außerdem wird Dan Lejerskar, Executive Vice President der EON Reality Inc., einen Einblick in aktuelle IPCM-Projekte und Entwicklungen seines Unternehmens geben und einen Ausblick auf die erwartete Entwicklung des Markts für Integrierte Product Content Management Systeme bieten. Anschließend wird er verschiedene Applikationen seines Unternehmens vorführen, die zeigen, wie integrierte Product Content Management Systeme funktionieren und welche Vorteile sie der Industrie bringen.

Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The imedia Academy in Providence, Rhode Island (USA), dem Omaha Graphics and Media Laboratory (OGM) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).
Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2004 über 40 Millionen EURO.


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