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Romanisten schlagen Brücke zwischen Inhalt und Form

07.06.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

XXI. Romanistisches Kolloquium vom 9.-11. Juni an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Jena (07.06.05) Das Problem ist bekannt: Nicht jeder Experte kann sein Wissen ebenso brillant weitergeben. Vor der Aufgabe, ihre Erkenntnisse möglichst verständlich und einprägsam zu vermitteln, stehen auch Professoren. Welche neuen Ansätze und Tendenzen es zu diesem Thema in der Romanistik gibt, will das XXI. Romanistische Kolloquium vermitteln, das vom 9.-11. Juni im Senatssaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Fürstengraben 1) stattfindet.

"Wir wollen die Brücke schlagen zwischen Fachwissenschaftlern und -didaktikern", benennt der Jenaer Organisator Prof. Dr. Wolfgang Dahmen das Ziel der öffentlichen Expertenrunde, zu der Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet werden. Auch wenn das Thema "Wie können Erkenntnisse der Romanischen Sprachwissenschaft im akademischen Unterricht umgesetzt werden?" lautet, so sind Interessierte aus anderen Disziplinen gerne gesehen.

Wie man sich auf der Grundlage französischer Sprachkenntnisse in kürzester Zeit profunde Kenntnisse anderer romanischer Sprachen aneignen kann, wird Prof. Dr. Horst G. Klein von der Uni Frankfurt/M. während des Jenaer Kolloquiums präsentieren. Sein computerbasiertes Modell zum Erwerb nahverwandter Sprachen funktioniere so gut, dass "nach nur 15 Sitzungen die B2-Kompetenz in der gewählten Zielsprache erreicht wird", so Klein. Dieses Modell sei für Schul- wie Hochschulunterricht gleichermaßen geeignet, ist er überzeugt.

Einen neuen Ansatz, was etwa Französischlehrer in der Ausbildung lernen sollten, um ihre Fremdsprache universeller vermitteln zu können, wird Prof. Dr. Krista Segermann vorstellen. Die Didaktik-Expertin von der Jenaer Universität plädiert dafür, "dass die Studierenden in ihren sprachwissenschaftlichen Studien auch mit psycho- und neurolinguistischen Gedankengängen, vor allem mit Sprachverwendungs- und Spracherwerbsmodellen vertraut gemacht werden". Sie fordert daher eine Revision der gegenwärtigen Ausbildungsordnung für Lehramtsstudenten, damit Sprache auch in ihrem lebendigen Kommunikationszusammenhang vorgeführt werden kann.

Mit dem Feld der lebendigen Jugendsprache beschäftigt sich Prof. Dr. Manfred F. Prinz aus Gießen. Prinz fordert, neben der Hoch- auch die Jugendsprache in den Fremdsprachenunterricht aufzunehmen. "Das weite Feld jugendkultureller Ausdrucksformen von Rap bis Reggae ermöglicht die Thematisierung spannender Fragen nach geeigneten Sprach-, Werte- und Bildungsparametern, aber auch nach Lebens- und Umgangsformen, Drogenkonsum, Krieg und Frieden", so der Gießener Romanist weiter. Die Jugendsprache ändere sich ständig und mit ihr die Fragen und Antworten darauf. Die Romanistik müsse diese Entwicklung aufgreifen und neue alternative Lösungs- und Denkmodelle entwickeln - auch bei der Vermittlung von Sprache.

Neben diesen drei beispielhaft präsentierten Themen beschäftigen sich die anderen neun Vorträge ebenfalls mit aktuellen Themen der romanischen Sprachwissenschaft und Didaktik. "Wir werden darüber diskutieren, was und wie am besten gelehrt werden soll", fasst Prof. Dahmen zusammen. "Inhalte und Form müssen zusammenpassen, damit Fremdsprachenvermittlung zum Erfolg wird", ist sich der Rumänistik-Professor von der Universität Jena sicher - und erwartet eine anregende Tagung.


Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Dahmen
Institut für Romanistik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944660
Fax: 03641 / 944602
E-Mail: Wolfgang.Dahmen@uni-jena.de

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