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Invasion fremder Arten - Internationale Tagung in Berlin

08.06.2005 - (idw) Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft

Rund 160 renommierte Spezialisten aus 35 Nationen tagen ab dem 9. Juni an der Humboldt Universität in Berlin. Die Wissenschaftler diskutieren drei Tage lang, wie sich neue gebietsfremde Arten ausbreiten, ob von ihnen eine Bedrohung ausgeht und wie mögliche Schäden vermieden werden können. Organisiert wird das internationale Symposium von der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (DPG) und dem British Crop Production Council (BCPC). "Wenn es um die Biologie der fremden Organismen geht oder um daraus abzuleitende Maßnahmen, die eine Verbreitung der Schädlinge einschränken, ist eine internationale Zusammenarbeit unabdingbar", sagt Dr. Falko Feldmann von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) und Geschäftsführer der DPG. Invasive Arten gelten weltweit als eine der größten Gefährdungen der biologischen Vielfalt. Sie leben in ihrem Herkunftsgebiet meist unauffällig, können sich jedoch in einer neuen Umgebung stark ausbreiten, heimische Arten verdrängen, Ökosysteme verändern oder die Produktion der Landwirtschaft gefährden. Meist handelt es sich um flexible, anpassungsfähige Arten, die in ihrem neuen Lebensraum keine natürlichen Feinde oder Gegenspieler haben. Angesichts globaler Handelsströme, zunehmender Mobilität und klimatischen Veränderungen tritt das Problem immer stärker in Erscheinung. "Die potenzielle Bedrohung der Landwirtschaft und natürlicher Ökosysteme in Europa kann gar nicht genug betont werden", sagt Dr. David Alford, Vorsitzender des Exekutiv-Komitees des BCPC.
Der wissenschaftliche Diskurs wird sich nicht nur um Forschung drehen, sondern auch um notwendige administrative Maßnahmen. Nicht jede eingewanderte Art richtet in ihrer neuen Umgebung Schäden an. Wie können wir die Risikoanalysen verbessern, damit potenzielle Schaderreger schon früh erkannt werden? Welche Instrumente sind geeignet, die Einschleppung und Ausbreitung zu beobachten und zu verhindern? "Dazu muss in Zukunft die angewandte phytomedizinische Forschung einen maßgeblichen Beitrag leisten", sagt Dr. Georg F. Backhaus, Präsident der BBA und 1. Vorsitzender der DPG. Neben Forschung und Behörden ist auch der Handel gefragt. Qualitätsmanagementsysteme, die bereits im Produktionsprozess das Risiko einer möglichen Verbreitung gebietsfremder Arten minimieren, können einen wesentlichen präventiven Beitrag zur Vermeidung der Ausbreitung gebietsfremder Arten leisten. (BBA)
Weitere Informationen: http://www.phytomedizin.org/Invasive_Symposium/index.htm http://www.bba.de
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