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Besonders klare Signale

09.06.2005 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Ein neuer Mikrowellen-Oszillator aus dem Ferdinand-Braun-Institut in Berlin-Adlershof ist winzig und phasenrauscharm. Seine Entwickler erhielten für die Publikation den "Best Paper Award" der deutschen Mikrowellenkonferenz in Ulm. Matthias Schott vom Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) ist kürzlich mit dem "Best Paper Award" der deutschen Mikrowellenkonferenz GeMiC (German Microwave Conference) ausgezeichnet worden. Koautoren der Arbeit sind Friedrich Lenk und Wolfgang Heinrich, beide ebenfalls vom FBH. In dem Paper stellen die drei Wissenschaftler einen Oszillator vor, der Mikrowellensignale in hoher Reinheit aussendet - "phasenrauscharm", wie es im Fachjargon heißt. Solche Oszillatoren sind das Herzstück vieler Kommunikations- und Radarsysteme, die auch im Alltag eine immer größere Rolle spielen. Beispiele dafür sind drahtlose Internetverbindungen (Stichwort: Wireless LAN), Abstandswarngeräte für Autos oder Einparkhilfen.

Der am FBH entwickelte Oszillator strahlt bei einer Frequenz von 10 Gigahertz (GHz). Sein großer Vorteil liegt nicht nur in der Phasenreinheit, sondern auch in seiner Bauweise: "Unser System ist monolithisch", erläutert Abteilungsleiter Dr. Wolfgang Heinrich. Das heißt, der Oszillator wird aus einem Stück Halbleitermaterial in den Reinräumen des FBH gefertigt, es muss nichts gelötet oder auf Platinen montiert werden. Das Bauteil ist kleiner als ein Reiskorn. Mit seinen 10 GHz eignet sich der so genannte Clapp Push-Push Oscillator speziell für Radarsysteme.

In einem weiteren Schritt wollen die Wissenschaftler versuchen, das "Rauschen", also störende Signale, noch weiter zu verringern. Sie haben bereits weitere Versionen ihres Oszillators realisiert, die sich auch für andere Anwendungsbereiche eignen. Derartige Mikrowellenbauteile sind einer der Schwerpunkte der Forschungsarbeiten am FBH. Die German Microwave Conference 2005 fand im April an der Universität Ulm statt. Die nächste Tagung wird im März 2006 in Karlsruhe sein.

Dieser Text ist in der aktuellen Ausgabe des Verbundjournals erschienen, der Zeitschrift des Forschungsverbundes Berlin. Sie befasst sich mit dem Thema ausländische Gäste in der Forschung und kann kostenlos angefordert werden (zens@fv-berlin.de).

Hintergrund:

Das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik ist eines der weltweit führenden Institute für anwendungsorientierte und industrienahe Forschung in der Mikrowellentechnik und Optoelektronik. Auf der Basis von III/V-Verbindungshalbleitern realisiert es Hochfrequenz-Bauelemente und Schaltungen für Anwendungen in der Kommunikationstechnik und Sensorik sowie hochbrillante Diodenlaser für die Materialbearbeitung, Lasertechnologie, Medizintechnik und Präzisionsmesstechnik. Die enge Zusammenarbeit des FBH mit Industriepartnern und Forschungseinrichtungen garantiert die schnelle Umsetzung der Ergebnisse in praktische Anwendungen. Das Institut beschäftigt 150 Mitarbeiter und hat einen Etat von 14 Millionen Euro. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.


Im Forschungsverbund Berlin (FVB) sind acht natur-, umwelt- und lebenswissenschaftlich orientierte Institute zusammengeschlossen, die wissenschaftlich eigenständig sind, aber im Rahmen einer einheitlichen Rechtspersönlichkeit gemeinsame Interessen wahrnehmen. Alle Institute des Forschungsverbundes Berlin gehören zur Leibniz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen:
Josef Zens
030 / 6392-3338
Weitere Informationen: http://www.fv-berlin.de/images/verbundjournal/verbund62.pdf - Das Verbundjournal als PDF-File
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