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Energiesparen mit System: Bremer Forscher sehen große Einsparpotenziale bei optimierten Heizungsanlagen

17.06.2005 - (idw) Universität Bremen

Wenn die einzelnen Komponenten von Heizungsanlagen optimal aufeinander abgestimmt sind, lässt sich der Energieverbrauch bei Heizungen erheblich reduzieren. Um Heizungsanlagen zu optimieren, ist allerdings die gezielte Qualifizierung der Fachhandwerker erforderlich. Diese Schlussfolgerungen ziehen Wissenschaftler der Universität Bremen und Ingenieure der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel zum Abschluss des dreijährigen Forschungs- und Qualifizierungsprojektes OPTIMUS, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert worden ist. 80 Prozent der Heizungsanlagen in Gebäuden sind Energiefresser. Allein durch die Optimierung der vorhandenen Technik können die Heizungen wesentlich effizienter arbeiten und viel Energie sparen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung (FPB) der Universität Bremen zum Abschluss des Forschungs- und Qualifizierungsprojektes OPTIMUS. In dreijähriger Forschungsarbeit hatte das Bremer Team um Professor Manfred Hoppe und Werner Müller zusammen mit Ingenieuren der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel und anderen Kooperationspartnern die Einsparpotenziale bestehender Heizungsanlagen untersucht.

Dabei stellten sie fest, dass die vorhandenen Heizungsanlagen in den meisten Fällen deutlich sparsamer arbeiten könnte, wenn die verschiedenen Anlagenkomponenten besser aufeinander abgestimmt und eingestellt würden. Die in fast 100 Versuchsobjekten und über 30 realisierten Optimierungen erhobenen Daten zeigen: Die Einsparungen sind gerade bei neueren Gebäuden oder solchen, die bereits energetisch saniert wurden, besonders hoch. "Das liegt daran, dass bei energetisch guten Gebäudehüllen die Anlagen häufig ein relativ großes Überangebot an Wärme und damit ein erhebliches Verschwendungspotenzial erzeugen", so Werner Müller von der FPB. Erst wenn die Heizungsanlagen genau auf die Wärmebedarfe abgestimmt sind, werden mögliche Einsparungen in vollem Umfang erreicht. Durchschnittlich lassen sich durch eine Anlagenoptimierung rund 10 kWh Energie jährlich je m2 beheizter Wohnfläche einsparen. Bei neueren Gebäuden lagen die Einsparungen sogar bei rund 18 kWh. Bei gas- oder ölbeheizten Anlagen sind die Einsparungen wiederum etwas höher als bei fernwärmebeheizten. Je nach Anlagentyp kommt noch ein geringerer Stromverbrauch für die Pumpen hinzu.

Qualifizierung der Fachhandwerker erforderlich

Wie die Untersuchungen weiter zeigen, lassen sich die zur nachträglichen Optimierung erforderlichen Maßnahmen mit Softwareunterstützung in aller Regel schnell und kostengünstig, ohne bauliche Veränderungen umsetzen. Allerdings müssen die durchführenden Fachhandwerker zuvor entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen absolvieren. Dabei geht es vor allem darum, die komplexen Systemzusammenhänge richtig analysieren und bewerten zu lernen. Dahinter steht ein ganzes Bündel von Wissen und Können, das die Wissenschaftler unter dem Begriff "Systemkompetenz" zusammenfassen. Dazu gehört beispielsweise auch die Fähigkeit zur Beratung und gezielten Kommunikation mit Kunden und Bewohnern. Diese kennen ihre Anlagen meist recht genau und können häufig bereits im Gespräch den Handwerkern wichtige Hinweise auf bestehende Anlagendefizite geben. Außerdem birgt gerade das richtige Nutzerverhalten - ob mit oder ohne Anlagenoptimierung - beachtliche Einsparpotenziale.

Ziel ist es nun, die Qualifizierung der Fachhandwerker bundesweit voranzutreiben und vor allem die Energieberater und Hauseigentümer über die Optimierung von Heizungsanlagen zu informieren. Noch einmal Werner Müller auf der Abschlusstagung des Projekts im Zentrum für Umweltkommunikation in Osnabrück: "An OPTIMUS kann man sehen, was eine bessere Aus- und Weiterbildung bewirken kann: Eigentümer und Nutzer sparen Energie und Geld, Umwelt und Ressourcen werden geschont und für das Fachhandwerk entsteht ein neues, zukunftweisendes Geschäftsfeld." Das Projekt OPTIMUS wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.


Weitere Informationen:
Universität Bremen
Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung (FPB)
Werner Müller
Tel. 0421 218 9017
E-Mail: wermue@uni-bremen.de
Weitere Informationen: http://www.optimus-online.de
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