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Hänsel und Gretel kommen jetzt auch im 21. Jahrhundert an

17.06.2005 - (idw) Fachhochschule Südwestfalen

Hagener Fachhochschule kooperiert mit Märchenwald in Hohenlimburg: Ton- und Steuerungstechnik wird modernisiert Seit 1952 erfreuen sich Generationen von Kindern an Dornröschen, Aschenputtel oder Rotkäppchen im Hohenlimburger Märchenwald. An insgesamt 33 Stationen können die Kinder den Märchenfiguren per Knopfdruck Leben einhauchen: Plötzlich erwacht Dornröschen oder Baron Münchhausen fliegt durch die Luft, parallel dazu werden die Märchen erzählt, es ertönt Musik oder ein Knall sorgt für eine kleine Überraschung.

Im Laufe der Jahre haben die Märchen zwar nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, wohl aber hat die Technik im Märchenwald "Staub" angesetzt. "Die heutige Ton- und Steuerungstechnik", berichtet Ulrich Mönkemöller, Eigentümer des Märchenwaldes, " ist nun schon wieder mehr als 10 Jahre alt und die PC- Ersatzteilbeschaffung wird zunehmend schwieriger. Heute existieren neuere Technologien mit deren Hilfe wir auch den Märchenwald attraktiver gestalten können".

Damit der Märchenwald nicht in den technischen Dornröschenschlaf fällt, dafür sorgen jetzt Prof. Dr. Norbert Drescher, Dipl.-Ing. Eckard Fahr und vier Studenten vom Hagener Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Fachhochschule Südwestfalen. Ziel ist die Entwicklung eines völlig neuen Konzepts für die Steuerung des Märchenwaldes. Geplant ist der Einsatz kleiner Steuereinheiten, die autonom bis zu fünf Stationen im Märchenwald steuern. Jede Steuereinheit ist dazu mit einem kleinen mController ausgestattet, der die Taster und Sensoren der Stationen abfragt und die Motoren der Stationen entsprechend steuert. Jede Einheit besitzt darüber hinaus drei MP3 Player für die Vertonung, die vom mController ebenfalls gesteuert werden. Alle Steuerungseinheiten werden mit einem PC verbunden, der für die Überwachung und Wartung der Anlage zuständig ist.

"Wir bilden in unserem Fachbereich Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektrotechnik und der Technischen Informatik aus", so Prof. Drescher," dabei legen wir nicht nur Wert auf eine exzellente fachliche Ausbildung, sondern auch auf den Praxisbezug während des Studiums. Jeder Studierende muss im 6. Semester an einer Projektarbeit teilnehmen. Hierbei sammeln die Studierenden wertvolle Erfahrungen in Hinblick auf Teamarbeit und Projektmanagement. Für diese Projektarbeiten suchen wir immer interessante Fragestellungen aus der Praxis. Das Projekt Märchenwald passt daher hervorragend in unser Ausbildungskonzept".

Begeistert ist Ulrich Mönkemöller von den zukünftigen technischen Möglichkeiten: " Ziel soll es sein, dass wir eine Anlage erhalten, die störungsfrei läuft, von einer zentralen Stelle aus überwacht werden kann und Änderungen schnell und problemlos zulässt. Wir möchten in Zukunft auch kleinere interaktive Spielereien realisieren. So ist eine Station geplant, wo die kleinen Besucher ein Rätsel lösen müssen, bevor sich eine Märchenfigur in Bewegung setzt. Wir sind dann auch nicht mehr auf den vorgegebenen Inhalt einer CD angewiesen, sondern können eigene MP3 Dateien zusammenstellen, z. B. Märchen in englischer Sprache für Schulklassen".

Die Winterpause soll für die Umrüstung genutzt werden. Zu Beginn der Saison 2006 können sich die großen und kleinen Besucher des Märchenwaldes im Rahmen eines Tages der offenen Tür im April von der neuen Technik und Attraktivität überzeugen.

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