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Kristalle, Transistoren und Hybridautos - Zwei Jahrzehnte für die Mikroelektronik

21.06.2005 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) in Erlangen feiert sein 20jähriges Gründungsjubiläum - und damit 20 Jahre erfolgreiche Forschung und Entwicklung für die Schlüsseltechnologie Mikro- und Nanoelektronik. Im Sommer 1985 als Arbeitsgruppe der Fraunhofer-Gesellschaft ins Leben gerufen, ist das Institut in seiner heutigen Form aus der regionalen und europäischen Forschungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Mit Festveranstaltungen am 30. Juni und 1. Juli 2005 wird der fränkischen Erfolgsgeschichte aus der faszinierenden Zwergenwelt der Chips und Transistoren zum Geburtstag Ausdruck verliehen. Mikro- und Nanoelektronik sind in unserem Leben allgegenwärtig, ob in Handy, Computer oder Auto; sie dienen der Gesundheit oder einfach nur der Unterhaltung. Praktisch alle Industriezweige und damit unsere Wirtschaft hängen von ihnen ab - ohne sie würde unsere moderne Gesellschaft nicht funktionieren. Das Fraunhofer IISB arbeitet hier vor allem im Bereich der Basis für all diese Wunderdinge, angefangen von der Materialentwicklung in Form von hochreinen Halbleiterkristallen oder dünnsten Schichten, die nur wenige Atome dick sind, über winzige Transistoren und andere elektronische Bauelemente bis hin zur Computersimulation, Geräte-, Ferti-gungs- und Analysetechnik, mit der all dies zu bewerkstelligen ist. Die Strukturgrößen moderner Nanoelektronik liegen deutlich unter 100 Nanometern und in einem Prozessor mit mehreren hundert Millionen Transistoren darf kein einziges Bauelement ausfallen. Eine solche Anforderung an Präzision findet man in keinem zweiten Industriezweig. Versteckt unter Gehäusen und viel zu klein für das menschliche Auge, aber doch so entscheidend, bleibt diese faszinierende Nanowelt für den Benutzer meist unsichtbar.
Schon greifbarer ist da zum Bespiel die Technologie, die das IISB für energiesparende Hybridmotoren in den Automobilen der Zukunft entwickelt. Dies geschieht vor allem in der neuen Außenstelle des IISB, dem Zentrum für Kfz-Leistungselektronik und Mechatronik (ZKLM) in Nürnberg, das im September 2004 seine Arbeit aufnahm und am 10. Juni 2005 - fast pünktlich zum Institutsjubiläum - feierlich eröffnet wurde. Das IISB ist als essentieller Bestandteil der hervorragenden regionalen Forschungslandschaft zur Mikro- und Nanoelektronik wichtiger Partner für die IHK Nürnberg für Mittelfranken, den in Nürnberg ansässigen Förderkreis für die Mikroelektronik e.V. und die regionale, speziell auch die mittelständische Industrie. Es spielt als Kompetenzzentrum für seine Arbeitsgebiete eine bedeutende Rolle im Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik sowie in der Ausgestaltung der europäischen Forschungskooperation. Partner und Industriekunden des IISB finden sich weltweit. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg in Forschung, Ausbildung und Lehre.
Die Mikroelektronik unterliegt einer rasanten technischen Entwicklung, die als Massenmarkt zudem von starker wirtschaftlicher Konkurrenz geprägt ist. Nicht nur immer weitere Miniaturisierung und höhere Leistungsfähigkeit, sondern auch gänzlich neue Hürden physikalischer und ökonomischer Art kennzeichnen den Übergang von der Mikro- zur Nanoelektronik, wie er sich momentan vollzieht. Die wissenschaftlichen Herausforderungen werden dem IISB somit auch in den nächsten 20 Jahren nicht ausgehen. Das IISB sieht sich hier als Forscher an vorderster Front für die leistungsfähigsten Prozessoren und Speicher, aber auch als Ideenschmiede und Anlaufpunkt für den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse in weitreichendere Technologiebereiche wie die vielversprechende Leistungs- und Automobilelektronik, die gerade im Raum Erlangen-Nürnberg ein europäisches Industriezentrum hat. Auch die Forschung zu Materialien für Solarzellen zeugt von der breiten Aufstellung des Instituts in der vielfältigen Welt der Mikro- und Nanoelektronik. Damit ist das IISB auch in Zukunft ein zuverlässiger und innovativer Partner - für die öffentlichen Fördergeber, seine Industriekunden und den Standort Deutschland.

Zur Geschichte des Fraunhofer IISB:
Das IISB begeht sein Jubiläum gemeinsam mit seinem Schwester-Institut, dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), denn die beiden Erlanger Forschungsstätten können auf gemeinsame Wurzeln zurückblicken. Ihre Gründung im Jahr 1985 als Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Integrierte Schaltungen haben die Institute einer Initiative von regionaler Politik und Wirtschaft für die Förderung der Mikroelektronik-Forschung im Raum Erlangen-Nürnberg zu verdanken. Schnell fanden die beiden komplementär ausgerichteten Teilbereiche der Arbeitsgruppe ihre Erfolgsspur, so dass sie seit Anfang der 1990er Jahre als richtige Fraunhofer-Institute operieren konnten - zunächst formal noch verbunden und seit Anfang 2003 schließlich als zwei unabhängige Einrichtungen. Geleitet wird das IISB seit seiner Gründung von Prof. Dr. Heiner Ryssel, der auch den Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente an der Universität Erlangen-Nürnberg inne hat.
Das IISB ist als Einrichtung für angewandte Forschung enger Partner der Industrie. Nach der Inbetriebnahme des Zentrums für Kfz-Leistungselektronik und Mechatronik (ZKLM) in Nürnberg im Herbst 2004 als Partner für die regional sehr starke Leistungselektronik-Industrie wurde Anfang 2005 gemeinsam mit einem weiteren Fraunhofer-Institut im sächsischen Freiberg das Technologiezentrum Halbleitermaterialien als weitere Außenstelle des Instituts gegründet, um vor Ort der dort ansässigen einschlägigen Industrie direkten Zugang zur Forschung zu ermöglichen.


Kontakt:
Dr. Bernd Fischer
Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB)
Schottkystr. 10
91058 Erlangen
Tel. 09131/761-106
info@iisb.fraunhofer.de
Weitere Informationen: http://www.iisb.fraunhofer.de - Fraunhofer IISB Erlangen
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