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Mathematische Preisfrage: Wo liegt die Mitte Oberfrankens?

20.07.2005 - (idw) Universität Bayreuth

32 Schülerinnen und Schüler der 5. - 8. Klassen oberfränkischer Gymnasien sind heute in der Universität von Regierungspräsident Hans Angerer mit Preisurkunden für 1. bis 3. Plätze beim Regionalwettbewerb der 13. Fürther Mathematik-Olympiade (FüMO) ausgezeichnet worden. Überraschung am Rande war die Einladung an die 11 bis 14jährigen Schüler, im Herbst an einem Workshop mit der dynamische Mathematik-Software GEONexT teilzunehmen, die im Frühjahr mit dem Deutschen Bildungssoftware Preis "digita 2005" ausgezeichnet worden war. Bayreuth (UBT). 32 Schülerinnen und Schüler der 5. - 8. Klassen oberfränkischer Gymnasien sind heute in der Universität von Regierungspräsident Hans Angerer mit Preisurkunden für 1. bis 3. Plätze beim Regionalwettbewerb der 13. Fürther Mathematik-Olympiade (FüMO) ausgezeichnet worden und erhielten von dem Vorsitzenden des Universitätsvereins Dipl.-Ing. Wolfgang Ramming ihre Leistungen anerkennende Büchergutscheine.
Für eine kleine Überraschung sorgte zudem der Mathematik-Didaktiker Professor Dr. Peter Baptist. "Von Preisträger zu Preisträger" - die von seinem Team erarbeitete, verfeinerte und ständig weiter entwickelte dynamische Mathematik-Software GEONexT, war im Frühjahr mit dem Deutschen Bildungssoftware Preis "digita 2005" ausgezeichnet worden - lud er die 11 bis 14-jährigen Jung-Mathematiker zu einem Workshop an die Universität ein.
Eingangs hatte Universitätspräsident Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Ruppert im Beisein vieler Eltern und Lehrer aus ganz Oberfranken bei seiner Begrüßung darauf hingewiesen, dass Mathematik eine "grundlegende Kulturtechnik" sei, deren Kernkompetenz fast alle wissenschaftlichen Felder berühre, wenn es um das Modellieren, die Voraussage und die Computerisierung von Sachverhalten gehe. "Eigentliche jede wissenschaftliche Disziplin kommt ohne die Grundlagen der Mathematik nicht mehr aus, ist auf sie angewiesen" , sagte Professor Ruppert, der auch auf die hervorragenden Berufsmöglichkeiten für Mathematiker aufmerksam machte.
Der Universitätspräsident nutze die Gelegenheit erneut darauf hinzuweisen, dass die Studierendenzahlen in den nächsten fünf Jahren noch einmal um 20 Prozent steigen werden, die bisher herrschenden Diplomstudiengänge in den nächsten Jahren durch Bachelor- und Master-Angebote abgelöst werden und deren erhöhter Betreuungsaufwand trotz weniger Hochschulpersonal eine gesteigerte Betreuungsintensität notwendig mache. Um die nach wie vorher zu hohe Abbrecherquote zu verhindern, werde man nicht umhin kommen, die Studiereignung mit speziellen Verfahren zu prüfen und zu bewerten. "Es macht keinen Sinn, ein Studium zu beginnen ohne zu wissen, was an Anforderungen auf einen zukommt." Deswegen müsse auch die Studienberatung intensiviert werden.
Die Lacher auf seiner Seite hatte Regierungspräsident Angerer, der das Auditorium mit seiner mathematischen Aufgabe verblüffte: Man wisse ja, Oberfranken liege in der Mitte Europas, doch wo liege die Mitte Oberfrankens? Er empfahl den Preisträgern zudem, ihr offensichtliches Interesse an Mathematik durch das Angebot von Nachhilfestunde weiter zu schulen. Das verhelfe nicht nur zu ein paar Euro mehr sondern auch dazu, durch den Zwang zu erklären sich eigener Schwächen besser bewußt zu werden.
Dass der Wettbewerb eine konstruktive Beschäftigung mit Mathematik zum Ziel habe, unterstrich der Bayreuther Mathematiker Professor Dr. Thomas Peternell, der den Regionalwettbewerb betreut. Er kritisierte zugleich, dass Schule nicht ausreichend praktisches Problemlösungsverhalten schule, sondern sich zu sehr an den Vorgaben der Lehrpläne orientiere. "Mathematik ist eine Schlüsseltechnologie", sagte Peternell weiter, "die das abstrakte Denken schult und ständig auf Problemlösungsverhalten ausgerichtet ist." Dieses sei auch der Grund, warum Mathematiker in einer komplexen Berufswelt stark nachgefragt würden.
Professor Peternell informierte darüber, dass 283 Teilnehmer (133 Jungen und 150 Mädchen) aus 32 Schulen zu verzeichnen gewesen seien und unter den Preisträgern mehr Mädchen seien als Jungen, was im vergangenen Jahr genau umgedreht war. Betrübliche stimme allerdings, dass die Teilnahmebereitschaft von der 5. bis zur 8. Klasse deutlich abnehme.
Preisträger der 13. Fürther Mathematik-Olympiade 2004/2005 (Oberfranken)
Clavius-Gymnasium, Bamberg: 1. Preis: Geißler, Benjamin, 6. Klasse; 2. Preis: Köppel, Alina, 6. Klasse
Gymnasium der Englischen Fräulein, Bamberg: 1. Preis: Benda, Doris, 6. Klasse; Reuß, Silvy, 6. Klasse; 3. Preis: Metzner, Christina, 6. Klasse
Graf-Münster-Gymnasium, Bayreuth: 1. Preis: Schwemmer, Alexander, 6. Klasse
Gymnasium Christian-Ernestinum, Bayreuth: 2. Preis: Bundscherer, Judith, 6. Klasse
Wirtschaftswissenschaftl. Gymnasium, Bayreuth: 2. Preis: Brauer, Johannes, 8. Klasse; 3. Preis: Offner, Johannes, 6. Klasse
Gymnasium Albertinum, Coburg: 3. Preis: Jakob, Amelie, 6. Klasse
Gymnasium Alexandrinum, Coburg: 2. Preis: Richter, Daniel, 6. Klasse
Gymnasium Casimirianum, Coburg: 1. Preis: Güntzel, Naomi, 6. Klasse; 3. Preis: Pohl, Martin, 6. Klasse
Gymnasium Ernestinum, Coburg: 1. Preis: Kautler, Edith, 6. Klasse
Gymnasium Fränkische Schweiz, Ebermannstadt: 2. Preis: Grampp, Felix, 6. Klasse
Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium, Hof: 1. Preis: Reichstein, Thomas, 5. Klasse; Rießbeck, Helen, 6. Klasse
Schiller-Gymnasium, Hof: 2. Preis: Heß, Andrea, 6. Klasse: 3. Preis: Rohleder, Tamara, 5. Klasse; Beckstein, Daniel, 6. Klasse

Kaspar-Zeuß-Gymnasium, Kronach: 1. Preis: Skubich, Nicole, 5. Klasse
Caspar-Vischer-Gymnasium, Kulmbach: 1. Preis: Erlmann, Lisa, 6. Klasse; 3. Preis: Fischer, Sandra, 5. Klasse
Meranier-Gymnasium, Lichtenfels: 3. Preis: Würke, Felix, 7. Klasse
Gymnasium Naila: 1. Preis: Geiser, Rebecca, 6. Klasse; Weber, Jörg, 6. Klasse; 2. Preis: Vogel, Simone, 5. Klasse
Staatliches Arnold-Gymnasium, Neustadt bei Coburg: 1. Preis: Fischer, Tanja, 6. Klasse
Gymnasium Pegnitz: 2. Preis: Kraus, Jonathan, 5. Klasse; Wagner, Anna, 5. Klasse; Friedrich, Tobias, 8. Klasse; 3. Preis: Pietsch, Patrick, 6. Klasse

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