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Zielvereinbarungen werden unterzeichnet: Chancengleichheit auf gutem Weg

22.07.2005 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit werden am Mittwoch, 27. Juli 2005, um 13.00 Uhr im Dienstzimmer des Rektors die ersten Zielvereinbarungen zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Erlangen-Nürnberg unterzeichnet. Für die Hochschulleitung wird Rektor Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske die Vereinbarungen unterzeichnen, als Vertreter der Philosophischen Fakultät I, der Naturwissenschaftlichen Fakultät I sowie der Juristischen Fakultät setzen die Dekane ihre Unterschrift unter das Dokument. Die Arbeitsgruppe Chancengleichheit wurde von der Hochschulleitung der Universität Erlangen-Nürnberg eingerichtet, um das Konzept des Gender Mainstreamings - der Gleichstellung von Männern und Frauen in sämtlichen Bereichen der Hochschule - zu verankern. Eines der vielfältigen Projekte der Arbeitsgruppe zielt darauf, den Frauenanteil an den einzelnen Fakultäten zu erhöhen. Dazu schließt die Hochschulleitung Zielvereinbarungen mit den Fakultätsleitungen ab.

Die AG Chancengleichheit ist eine hochkarätig besetzte Projektgruppe aus Mitgliedern der Hochschulleitung, Frauenbeauftragten und studentischen Vertreterinnen. Seit 2004 wurden verschiedene Projektgruppen gebildet, um sich mit der systematischen Konzeptualisierung und Umsetzung von Zielvereinbarungen zur Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft in den Fakultäten zu beschäftigen.

In Zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten und den Dekanen der elf Fakultäten wurden spezifische Maßnahmenpläne zur gezielten Förderung des weiblichen, wissenschaftlichen Nachwuchses erarbeitet. Aufgrund ihrer besonders überzeugenden Konzepte wurden für die Pilotphase die Philosophische Fakultät I, die Naturwissenschaftliche Fakultät I und die Juristische Fakultät ausgewählt.

Head Hunting für Wissenschaftlerinnen
Während die Naturwissenschaftliche Fakultät I der Ungleichverteilung der Geschlechter bei einem Studentinnenanteil von 12% bereits im Studium mit regelmäßigen Vorträgen in Schulen, Schnupperpraktika und einem Mentoringprogramm entgegenwirken möchte, geht es bei der Juristischen und der Philosophischen Fakultät I vor allem darum, den Anteil der Promovendinnen dem Studentinnenanteil anzugleichen. Beitragen dazu werden neben einer systematischen Einzelförderung besonders begabter Frauen die Förderung einer frühzeitigen Teilnahme an wissenschaftlichen Tagungen. Weiterhin stehen Vorträge vorbildlicher Wissenschaftlerinnen aus dem In- und Ausland auf dem Programm. Wie in vielen Unternehmen bereits als Rekrutierungsmaßnahme praktiziert, werden in Zukunft an der Univerität Erlangen-Nürnberg berufungsfähige Wissenschaftlerinnen durch gezieltes Head Hunting angeworben.

Um diese Maßnahmen durchgängig und gewinnbringend in den Fakultätsalltag zu integrieren, schafft die Hochschulleitung im Gegenzug verschiedene Rahmenbedingungen und stellt Anreize zur Verfügung, welche die Fakultäten nach einem "Cafeteria-System" wählen konnten. So erhalten die Frauenbeauftragten der drei Fakultäten je nach Bedarf personelle oder finanzielle Unterstützung, um ihr großes Engagement noch effektiver einsetzen zu können.

Finanzielle Anreize
Außerdem werden die Fakultäten prozessbegleitend unterstützt: Beispielsweise erhält die Philosophische Fakultät I bei jeder Berufung einer Professorin eine Anschubfinanzierung in Höhe von ¤ 10.000. An der Naturwissenschaftlichen Fakultät I hingegen werden für die Laufzeit der Zielvereinbarungen Reise- und Tagungskosten sowie Vortragshonorare bei Gastvorträgen durch die Hochschulleitung übernommen. Wenn das Ziel, den Studentinnenanteil von 12% auf 20% zu erhöhen, 2010 erreicht wurde, erhält die Naturwissenschaftliche Fakultät I zusätzlich einen Finanztopf in Höhe von ¤ 5.000.


Als wichtige Rahmenbedingung werden ab dem Wintersemester 2005/06 durch die Hochschulleitung die ersten 12 Kinderkrippenplätze für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität zur Verfügung gestellt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten.

Geplant ist, das Projekt Zielvereinbarungen auf die anderen Fakultäten auszuweiten.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel
Prorektorin
Tel.: 09131/85-26662
renate.wittern@gesch.med.uni-erlangen.de

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