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Neuer Impuls für die Geisteswissenschaften

22.07.2005 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Die Weiterentwicklung des Akademienprogramms - Union der Akademien setzt Empfehlungen um - Erste Sitzung der Wissenschaftlichen Kommission Ende Mai 2004 hat der Wissenschaftsrat das von der Akademienunion koordinierte Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien als wichtiges geisteswissenschaftliches Forschungsprogramm der Bundesrepublik ausgewiesen. Das Akademienprogramm, so der Wissenschaftsrat, ist ein zentrales Förderinstrument für langfristig angelegte Grundlagenforschung. Die hier entstehenden Wörterbücher und Gesamtausgaben, die Vorhaben zur Quellenforschung sowie zur Sicherung und Erschließung historischer Materialen sind eine unerlässliche Voraussetzung für die Forschung nicht nur in den Geisteswissenschaften.

Mit Blick auf diese Leistung hat der Wissenschaftsrat empfohlen, das Programm für neue Schwerpunkte zu öffnen, die Arbeit noch stärker zu vernetzen, die Konzentration auf die Geisteswissenschaften zu verstärken und die Evaluierung weiter zu entwickeln.

Die Union der Akademien hat sich wesentliche Teile der Empfehlungen zu eigen gemacht und sie in Verhandlungen mit Bund und Ländern umgesetzt. Ein wichtiger Teil der Umsetzung ist soeben mit der Neubildung der Wissenschaftlichen Kommission als des zentralen Beratungs- und Steuerungsgremiums zum Abschluss gekommen. Die Wissenschaftliche Kommission der Union, in der jede Akademie mit einem Mitglied vertreten ist, wurde durch sieben von der Deutschen Forschungsgemeinschaft entsandte Wissenschaftler ergänzt. Sie bestätigte den Vizepräsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Volker Gerhardt, als Vorsitzenden und wählte Frau Prof. Dr. Damaris Nübling (Universität Mainz / von der DFG entsandt) und Prof. Dr. Heiner Lück (Universität Halle / von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften entsandt) als Stellvertreter.

Auf ihrer ersten Sitzung hat die erweiterte Wissenschaftliche Kommission die Neuaufnahme von drei Projekten zur ökonomischen Rationalität, zur jüdischen Kultur im Mittelalter und zu den alltagsgeschichtlich besonders ergiebigen Leichenpredigten des 17. Jahrhunderts in das Akademienprogramm 2006 empfohlen. Sie hat außerdem Vorschläge für das neue Antragsverfahren ab dem Jahr 2007 erörtert. Dieses wird aber nur umzusetzen sein, wenn sich Bund und Länder über eine auch vom Wissenschaftsrat geforderte Neuordnung der Finanzierung verständigen. Das Akademienprogramm braucht nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrates eine verlässliche und der Öffnung des Programms angemessene Finanzierung; es braucht einen höheren Etat. Alle Mitglieder der erweiterten Kommission stimmten darin überein, dass eine allein an wissenschaftlichen Kriterien ausgerichtete Weiterentwicklung des Programms nur möglich ist, wenn die Finanzierung durch Bund und Länder auf eine sichere Grundlage gestellt wird.

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen

ist der Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission, Prof. Dr. Volker Gerhardt, unter Telefon 030/2093-2831 oder 0172/360 80 72, per Mail unter:
GerhardtV@Philosophie.HU-Berlin.de

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Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von sieben Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. So ist die Union zuständig für die Koordinierung und Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben ihrer Mitgliedsakademien. Sie empfiehlt die Bildung von Schwerpunkten für verwandte Projekte, fördert die Kommunikation zwischen den Akademien und betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen. Eine organisierte Zusammenarbeit der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften gibt es bereits seit über 100 Jahren. Sie geht zurück auf das sogenannte "Kartell", das 1893 in Leipzig für die Betreuung von über 30 gemeinsamen Akademie-Forschungsvorhaben gegründet wurde.

Weitere Informationen: http://www.akademienunion.de
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