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Früh übt sich . . .Zweitklässler experimentieren in Hochschul-Chemielabor

27.07.2005 - (idw) Hochschule Reutlingen

Die Fakultät Angewandte Chemie der Hochschule Reutlingen öffnete ein Chemie-Labor für Zweitklässler. 23 sieben- bis achtjährige Schüler der Eduard-Spranger-Schule Reutlingen waren zum Experimentieren in einem echten Labor eingeladen. Mit neugieriger Begeisterung gingen sie ans Werk. "Gerade diese Neugierde und die natürliche Experimentierfreude, die bei Kindern in diesem Alter noch vorhanden ist, wollten wir nutzen, um das Interesse an der Chemie als naturwissenschaftliche Disziplin zu wecken", so Dekan Prof. Dr. Gerhard Schulz, "häufig geht das Interesse an Naturwissenschaften im Laufe einer Schulausbildung verloren, diesem Trend wollen wir etwas entgegen setzen. Und da fangen wir früh an".

Professorin Dr. Petra Groß-Kosche war der Motor dieser Initiative mit den Grundschülern. Sie arbeitete in Abstimmung auf den Lehrplan der Schule die Versuche aus. "Wo soll denn das Interesse für Naturwissenschaften herkommen, wenn nicht schon den Kindern chemische und physikalische Zusammenhänge, die einem überall im Alltag begegnen, nahe gebracht werden", erklärt sie ihr Engagement.
Petra Groß-Kosche hatte mit Unterstützung der Assistenten Michael Zimmermann und Falk Stukowski fünf Versuche zu dem Thema Kohlenstoffdioxid (CO2) vorbereitet. In einem ausgehändigten Manuskript sollten die Kinder ihre Beobachtungen und Ergebnisse protokollieren, ganz wie die Großen. Denn die Vorgehensweise unterscheidete sich hier nicht vom üblichen wissenschaftlichen Arbeiten der Erwachsenen. Zuerst kommt die Fragestellung und dann das Experiment mit Dokumentation des Versuchablaufs und Zusammenfassen der Ergebnisse.

Jeder Versuch wurde vorgeführt, bevor die Zweitklässler in Vierergruppen, jeweils mit einem Erwachsenen als Betreuer, selber experimentierten. So gab es Löseversuche von CO2 an Naturmaterialien wie Eierschalen, Schneckenhäusern, Muscheln, Kalkstein, Marmor und Granit. Wo passiert etwas, wo nicht? Dies sollten die Kinder genau beobachten. Als nächstes wurde die Frage geklärt, ob CO2-Gas eine Flamme löschen kann. Dafür war tatsächlich eine richtige kleine Apparatur aufgebaut, um aus Backpulver das CO2-Gas in ein Becherglas einzuleiten, in dem ein Teelichtchen brannte. Ergebnis: die Flamme erlosch. Die Kinder konnten dies erklären, nachdem ein Luftballon mit dem Edelgas Helium und ein weiterer mit CO2-Gas gefüllt wurde. Letzterer ging zu Boden, der heliumgefüllte Ballon stieg, d.h. CO2 ist schwerer als Luft und erstickte deshalb die Flamme im Becherglas. Handelsübliches Mineralwasser war ebenfalls gut für einen Versuch. Das leicht flüchtige CO2-Gas, jeder kennt den schalen Geschmack von abgestandenem Mineralwasser, wurde über ein Röhrchen in eine klare Lösung von Bariumhydroxid eingeleitet, die sich sofort milchig verfärbte, d.h. es entstand eine feste, in Wasser aufgeschlämmte, pulvrige Verbindung. Zuletzt lernten die Kinder noch den Unterschied zwischen wässrigem Eis und Trockeneis, was nichts anderes als gefrorenes Kohlenstoffdioxid ist, kennen. Sie beobachteten, dass das "Wassereis" flüssig wird, während das Trockeneis an der Luft sofort verdampft, ohne flüssig zu werden.
Nach einer Stunde "harter" Arbeit wurden die Kinder mit Luftballons, natürlich mit Helium gefüllten, belohnt.


Das Experiment sei gelungen, die Kinder waren mit Eifer dabei, wie Hannelore Hoffmann-Schlehahn, die Klassenlehrerin der 2B, berichtete. Am besten habe ihnen gefallen, dass sie selber experimentieren durften. Ganz besonders spannend sei der Versuch mit dem Backpulver in der chemischen Apparatur gewesen.
Auch die Professoren und Assistenten freuten sich über das gelungene Experiment mit den Zweitklässlern. "Das ist nicht das letzte Mal gewesen, das wir das machen", so die Studiengangleiterin Petra Groß-Kosche.

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