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Evaluierung von Zielstrukturen zur Behandlung myeloischer Systemerkrankungen

01.08.2005 - (idw) Wilhelm Sander-Stiftung

Klonale Erkrankungen der Myelopoese wie die akuten myeloischen Leukämien (AML) und chronisch myeloproliferative Erkrankungen (MPS) haben meist mehrere heterogene genetische Aberrationen in leukämischen Stammzellen als Ursache. Im Falle der AML legen Mutationsanalysen an Patientenmaterial und Ergebnisse aus Tiermodellen das Auftreten vielfältiger genetischer Veränderungen nahe. In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt untersucht ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover um Prof. Eder und Prof.'in Scherr die kooperative Wechselwirkung von genetischen Veränderungen in Leukämiemodellen, um neue Zielstrukturen zur Behandlung myeloischer Systemerkrankungen zu finden.

Für die Untersuchung der molekularen Mechanismen der Leukämogenese werden in der Regel genetisch veränderte hämatopoetische Stamm- und Vorläuferzellen in syngene Empfängermäuse transplantiert und deren Entwicklung klinisch und (molekular-)pathologisch verfolgt. Dazu werden in der Regel retrovirale Vektoren verwandt, die ein bekanntes dominantes Onkogen in transduzierten Zellen exprimieren ("Gain-of function"). Der klinische Verlauf erkrankter Tiere hängt dabei aber oftmals von unbekannten Sekundärmutationen, die im Verlauf der Expansion genetisch veränderter hämatopoetischer Stammzellen in vivo erworben werden, ab.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, durch Entwicklung und Einsatz bifunktionaler lentiviraler Vektoren, die durch einmalige Transduktion von hämatopoetischen Stamm- und Vorläuferzellen die Kooperation dominanter (onkogener) Veränderungen mit dem Verlust von Tumorsuppressorfunktionen direkt im Maustransplantationsmodell zu analysieren. Dazu sollen von einem lentiviralen Vektor sowohl ein Onkogen exprimiert wie durch Induktion von RNA-Interferenz (RNAi) der Funktionsverlust definierter (Tumorsuppressor-)Gene induziert werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sollen sowohl die Analyse der Kooperation von simultan erworbenen (dominanten) "Gain-of function"- mit "Loss-of function"-Mutationen erlauben, als auch Anhaltspunkte zur funktionellen Validierung möglicher neuer therapeutischer Zielstrukturen zur Behandlung myeloischer Systemerkrankungen liefern.

Kontakt:
Prof. Dr. Matthias Eder / Prof. Dr. Michaela Scherr
Tel: +49 511 5329207, FAX: +49 511 5329242,
E-mail: Eder.Matthias@mh-hannover.de / M.Scherr@t-online.de, homepage: www.mh-hannover.de/kliniken/haemonko/
AK_Scherr/index2.html

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 185.000 ¤
Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: www.wilhelm-sander-stiftung.de

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