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Wird auch die Innovation ausgelagert?

26.08.2005 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Welchen Veränderungen unterliegen Innovationsprozesse, wenn Teile von Produktion und Dienstleistungen in Entwicklungsländer verlagert werden? - Wirtschaftsgeographin der Philipps-Universität Marburg erhält Fördergelder der Volkswagenstiftung Professorin Dr. Simone Strambach vom Fachbereich Geographie der Philipps-Universität Marburg erhält für das Vorhaben "The Changing Knowledge Divide in the Global Economy" 286.500 Euro von der Volkswagenstiftung. Die Fördergelder für das auf zunächst zwei Jahre angelegte Projekt teilt sie sich mit Professor Dr. Hubert Schmitz vom Institute of Development Studies der britischen University of Sussex. Mit ihrem ungewöhnlichen Forschungsansatz verknüpfen die Forscher Unternehmensvergleich und Regionalforschung, indem sie den Innovationsprozess von Unternehmen in hoch entwickelten Volkswirtschaften untersuchen, die auf spezialisierte Anbieter in Entwicklungsländern angewiesen sind.

"Während man in der internationalen Arbeitsteilung immer davon ausging, dass Innovationstätigkeiten in hoch entwickelten Ländern verbleiben, auch wenn standardisierte Tätigkeiten in der Produktion und bei Dienstleistungen ausgelagert werden", so Simone Strambach, "wollen wir überprüfen, ob das in der gegenwärtigen Phase der Globalisierung noch immer der Fall ist."

Viele Innovationsaktivitäten, die früher von innovierenden Unternehmen unternehmensintern ausgeführt wurden, werden heute von externen Anbietern wissensintensiver unternehmensorientierter Dienstleistungen (KIBS, knowledge intensive business services) übernommen oder an Hauptzulieferer, so genannte key supplier, übertragen. "Wir bezeichnen dies als die 'organisatorische Auflösung des Innovationsprozesses'", so Strambach weiter. "Uns interessiert insbesondere, ob und unter welchen Bedingungen dies dazu führt, dass Innovationsaktivitäten vermehrt an Standorten in Entwicklungsländern stattfinden und welche Folgen sich hieraus für Länder mit hohem Einkommen ergeben."

Wenig erforscht ist bislang, in welchem Ausmaß bei wissensintensiven Dienstleistungsindustrien - im Zuge steigender technologischer Möglichkeiten der Modularisierung von Leistungserstellungsprozessen - eine räumliche Entflechtung von Innovationsaktivitäten stattfindet. Am Beispiel der Softwarebranche wird Strambach darum untersuchen, um welche Arten von Innovationsaktivitäten es sich hierbei handelt und welche Voraussetzungen die spezifischen Standorte erfüllen müssen, damit die Wissensgenerierungsprozesse dorthin transferiert werden. Weil dies die Kenntnis des jeweiligen räumlichen Kontexts und der Aktivität regionaler und politischer Akteure in Innovationsnetzwerken voraussetzt, kooperieren Strambach und Schmitz auch mit Forschern in Brasilien und Indien.

Unter anderem werden die Wissenschaftler im Rahmen ihres Projekts je vierzig Interviews pro Fallstudie durchführen und dabei mit Vertretern der jeweiligen Branchen und Verbände, mit Wissenschaftlern, Journalisten und Regierungsmitgliedern sprechen.

Kontakt:

Professorin Dr. Simone Strambach: Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Geographie, Deutschhausstraße 10, 35032 Marburg
Tel.: (06421) 28 24212, E-Mail: simone.strambach@staff.uni-marburg.de

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