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Klinische Guidelines sollen Sepsis-Sterblichkeit um ein Viertel senken

31.08.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neue Leitlinien werden auf dem Internationalen Sepsis-Kongress vom 7. -10. September in Weimar vorgestellt (Jena/Weimar) "Sepsis und Multiorganversagen" - unter diesem Motto findet in diesem Jahr der 2. Internationale Sepsis-Kongress, vom 7. bis 10. September im thüringischen Weimar statt. Mehr als 1.000 Teilnehmer und Referenten aus über 20 Ländern werden zu der von der Sepsis-Gesellschaft veranstalteten wissenschaftlichen Tagung erwartet.

Schwerpunkt des diesjährigen Kongresses wird die Diskussion und Bewertung neuer Leitlinien zur Diagnose und Therapie der immer noch häufig tödlichen Blutvergiftung (Sepsis) sein. "Mit Hilfe dieser Leitlinien sollte es uns gelingen, die Sterblichkeit bei Sepsis künftig um 25 Prozent zu verringern", erklärt Prof. Dr. Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Gesellschaft und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena.

Die Notwendigkeit dringender Maßnahmen im Kampf gegen die Blutvergiftung liegt auf der Hand: Nach erstmals für Deutschland vorliegenden Zahlen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützen und ebenfalls von Jena ausgehenden Kompetenznetzes Sepsis (SepNet) ist die Sepsis mit 60.000 Todesfällen im Jahr die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, häufiger noch als der akute Herzinfarkt. Jeder zehnte Patient auf deutschen Intensivstationen erleidet eine schwere Sepsis, bei jedem zweiten Sepsis-Patienten verläuft diese tödlich. "Sepsis ist eine unterschätzte Krankheit, die tödlicher und häufiger ist, als bisher vermutet", erklärt Oberarzt Dr. Frank Brunkhorst, Koordinator des Kompetenznetzes SepNet, die durch das Sepsis-Netzwerk erhobenen Daten.

Jüngste, für Deutschland repräsentative Erhebungen von SepNet belegen zudem, dass neue, sterblichkeitssenkende Therapien den Ärzten und Schwestern zwar bekannt sind, jedoch zu selten am Krankenbett angewendet werden. Hier die Ursachen zu diskutieren und Optimierungsstrategien zu finden, bildet einen weiteren Schwerpunkt des Weimarer Kongresses.

Ein weiterer Grund für die hohe Sepsissterblichkeit ist das bisherige Fehlen einer frühzeitigen bzw. korrekten Diagnose. Hierzu werden auf dem diesjährigen Kongress erstmals vor einem breiten Publikum neue bahnbrechende diagnostische Ansätze vorgestellt. Damit lassen sich Erreger schneller und umfassender nachweisen und die molekularbiologischen Reaktionen des Körpers auf schwere Infektionen genauer abbilden.

Eine Reihe nicht-medizinischer Programmpunkte begleiten das Fachprogramm: Als Novum wird am Rande der Tagung weltweit erstmalig eine Selbsthilfegruppe von ehemaligen Sepsis-Patienten und Angehörigen von Sepsis-Patienten gegründet. Zudem findet der Kongress gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege e. V. statt, da moderne Intensivtherapie nicht in erster Linie Apparatemedizin bedeutet, sondern auch durch einen intensiven Pflegeaufwand gekennzeichnet ist.

TERMINHINWEIS:
Kongress-Pressekonferenz
am 7. September 2005, 10.30 - 11.30 Uhr
Congress Centrum Neue Weimarhalle, Unescoplatz 1, Flügelsaal 1
Referenten:
Prof. Dr. Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Gesellschaft, Universitätsklinikum Jena

Prof. Dr. Tobias Welte, Abt. Pneumologie und Intensivtherapie, Medizinische Hochschule Hannover
Prof. Dr. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

Im Anschluss an die Pressekonferenz werden einige ehemalige Betroffene für Gespräche zur Verfügung stehen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Konrad Reinhart/OA Dr. Frank Martin Brunkhorst
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/9323101 oder 9323380
E-Mail: konrad.reinhart@med.uni-jena.de oder frank.brunkhorst@med.uni-jena.de

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