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Deutsch-chinesisches Verbundforschungsprojekt: Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Krebs und virale Erkrankungen

31.08.2005 - (idw) Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Freiburger Biotech-Firma ProQinase und die Heinrich-Heine Universität Düsseldorf erhalten BMBF-Förderung

DÜSSELDORF/FREIBURG. Die ProQinase, eine Geschäftseinheit der KTB Tumorforschungs GmbH an der Freiburger Klinik für Tumorbiologie und das Institut für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf geben den Beginn eines Forschungsprojekts bekannt, das zur Entdeckung neuartiger Wirkstoffe für die Krebsmedizin führen soll. In Zusammenarbeit mit Forschern der Universitäten Peking und Qingdao, der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und dem chinesischen Biotech-Unternehmen Pason-Biotech werden Naturstoffe, die aus marinen Organismen Chinas isoliert werden, hinsichtlich ihrer Eignung als Wirkstoffe für die Behandlung von Krebs- und Viruserkrankungen untersucht. China besitzt eine immense Vielfalt an marinen Organismen, die eine bislang weitgehend unerforschte Quelle von Naturstoffen mit medizinischem Nutzen darstellen. Das Projekt vereinigt die Erfahrung der chinesischen Forscher im Bereich der marinen Organismen und Naturstoffchemie, die Expertise der Arbeitsgruppen von Prof. Peter Proksch und Dr. Rainer Ebel (Juniorprofessor) von der HHU Düsseldorf auf dem Gebiet der Isolierung, Aufreinigung und Charakterisierung von marinen Naturstoffen mit den Erfahrungen der Biotechnologie-Unternehmen in den Bereichen Wirkstoffentwicklung für virale Erkrankungen (Pason-Biotech) bzw. für die Tumortherapie (ProQinase). Das Projekt wird jetzt im Rahmen der Fördermaßnahme "Biologische Forschung und Technologie" des Bundesforschungsministeriums (BMBF) mit einer Fördersumme von rund 1 Million Euro in den kommenden drei Jahren unterstützt.

Marine Organismen wie Schwämme, Schnecken, Algen, Pilze und Bakterien sind eine anerkannte Quelle für Wirkstoffe mit medizinischer Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs (Ara-C), Schmerzbehandlung (Conotoxin) und viralen Erkrankungen (Ara-A). Naturstoffe dienen zudem auch als Startpunkt für die Entwicklung synthetischer Wirkstoffe wie beispielsweise AZT für die Behandlung von AIDS. "Bislang sind über 10.000 Naturstoffe mit pharmakologischen Wirkungen entdeckt. Da aber erst eine geringe Anzahl mariner Organismen untersucht worden ist, existiert hier ein unschätzbares Potential an neuartigen Wirkstoffen", erklärt Prof. Proksch. "Die Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Partnern erlaubt uns die Untersuchung von marinen Organismen aus einer Region, die sich durch eine gewaltige Diversivität an marinen Lebensformen auszeichnet und bisher im Hinblick auf marine Naturstoffe kaum erforscht ist". Die im Rahmen dieses Projektes isolierten Naturstoffe werden von PASON Biotech in biologischen Testsystemen auf ihre antivirale Wirkung hin untersucht und entwickelt. Gleichzeitig werden die Naturstoffe bei der ProQinase zunächst hinsichtlich ihrer inhibitorischen Wirkung an Proteinkinasen analysiert und anschließend in zellulären und Tiermodellen auf ihre anti-tumorale Wirkung hin geprüft.

Deregulierte Proteinkinasen stehen im kausalen Zusammenhang mit der Entstehung und Entwicklung von Krebserkrankungen. Hemmstoffe von Proteinkinasen wie z.B. Gleevec oder IRESSA sind inzwischen als Krebsmedikamente für die Behandlung bestimmter Krebserkrankungen zugelassen. "Die Entwickung von Proteinkinase-Hemmstoffen für die Krebsbehandlung steht mit der Zulassung der ersten Medikamente dieses Typs erst am Anfang. Aufgrund der Vielfalt der molekularen Störungen in den verschiedenen Formen der Krebserkrankungen fehlen für viele Krebserkrankungen noch effektive und gut verträgliche Medikamente. Hier stellt die Entwicklung neuartiger Proteinkinase-Hemmstoffe einen erfolgversprechenden Ansatz dar", sagt Dr. Michael Kubbutat, Leiter der Forschung und Entwicklung bei ProQinase. "ProQinase verfolgt dabei eine neue Strategie, die zum Ziel hat gleichzeitig unterschiedliche, aber für das Tumorwachstum notwendige Mechanismen zu blockieren. Die Kombination dieser Strategie mit dem Potential der Naturstoffe aus bislang unerforschten marinen Organismen könnte zur Entdeckung völlig neuartiger Wirkstoffe führen."

ProQinase in Kürze:
Die ProQinase ist eine Geschäftseinheit der KTB Tumorforschungs GmbH an der Freiburger Klinik für Tumorbiologie. Die ProQinase bietet Serviceleistungen aus ihrer Integrated Protein Kinase Technology Plattform (iProKiTe®) für pharmazeutische Kunden aus der ganzen Welt an. Gleichzeitig benutzt die ProQinase diese Plattform für die eigene Entwicklung von Medikamenten in Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Hochschule. iProKiTe® deckt den gesamten Bereich der Medikamentenentwicklung vom Hochdurchsatz-Screening über Selektivitätsbestimmung von Kinase-Inhibitoren, zellulären Assays und in vivo Modellen für Krebserkrankungen ab. Darüber hinaus hat die ProQinase durch ihre Anbindung an die Klinik für Tumorbiologie einen raschen Zugang zur klinischen Überprüfung der von ihr entwickelten Wirkstoffe.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
ProQinase
Dr. Michael Kubbutat
Head of Research & Development
ProQinase/KTB Tumorforschungs GmbH
Breisacher Str. 117

79106 Freiburg
Tel: +49 (0) 761 206-1780
E-mail: m.kubbutat@proqinase.com
info@proqinase.com
www.proqinase.com

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Prof. Dr. Peter Proksch
Dr. Rainer Ebel, Juniorprofessor
Institut für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie
Heinrich-Heine Universität
Universitätsstrasse 1
40225 Düsseldorf
Tel: +49 (0) 211 811 4163
E-mail: proksch@uni-duesseldorf.de
www.uni-duesseldorf.de/WWW/MathNat/PharmBio/
Weitere Informationen: http://www.proqinase.com
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