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Zusammenfassung der GDCh-Jahrestagung in Düsseldorf

19.09.2005 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

GDCh-Pressekonferenz am 12. September 2005 in Düsseldorf
Statement des Vorsitzenden des GDCh-Ortsverbands Düsseldorf, Professor Dr. Helmut Ritter Sehr geehrte Damen und Herren,

für Düsseldorf ist es sowohl eine Herausforderung als auch eine Ehre, erstmalig als Gastgeber für die GDCh-Jahrestagung fungieren zu dürfen. Ein Ziel dieser Jahrestagung ist es, junge und etablierte Wissenschaftler aus dem Hochschulbereich sowie Industrievertreter hier, in Düsseldorf an der Heinrich-Heine-Universität, zusammenzuführen, um über neue Strukturen nachzudenken.

Das gilt nicht nur, wie wir eben von Professor Felcht gehört haben, aber eben doch überwiegend für neue Strukturen im Bereich chemischer Stoffe; und so handelt das wissenschaftliche Programm dieser Tagung von vielen solcher neuen Strukturen, vielen interessanten neuen chemischen Verbindungen, ihrer Charakterisierung und von neuen Anwendungen. Gestern bei der Eröffnung der Tagung ging es um Nanostrukturen im Vortrag des Nobelpreisträgers Professor Sir Harold Kroto, und ausgezeichnet wurde ebenfalls bereits gestern Professor Dr. Armin de Meijere für seine Untersuchungen an extrem kleinen Kohlenstoffringstrukturen. (Über die zahlreichen weiteren Auszeichnungen - nur einen Preisträger haben wir heute stellvertretend in der Pressekonferenz - informieren Sie die ausliegenden Ausgaben des Wissenschaftlichen Pressedienstes der GDCh.)

Neben den Auszeichnungen sind die Highlights der Tagung die Plenarvorträge - neben Professor Felcht ist Professor Ertl, der gleich zu Ihnen spricht, ein solcher Plenarvortragender. Aber auch der Nobelpreisträger Professor Dr. Hartmut Michel, der über Strukturen und Mechanismen der Membranproteinkomplexe der Atmungskette morgen vortragen wird, gehört dazu sowie Professor Dr. Martha Greenblatt, die über "Novel Electronic Materials: Synthesis and Structure-Properties Relationships" spricht.

Das weitere wissenschaftliche Programm der Tagung wurde von 19 der 25 Fachgruppen und Sektionen der GDCh sowie vom GDCh-Jungchemikerforum und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie gestaltet. Stellvertretend für alle sitzt Professor Jekel, der Vorsitzende der Wasserchemischen Gesellschaft, hier auf dem Podium. Er wird Ihnen ein wichtiges Tagungsthema vorstellen, Wirkstoffe in der aquatischen Umwelt. Weitere Themen sind z.B. Katalyse in der Polymerisationssynthese, Smart Surfaces: Polymere in funktionalen Oberflächen, Medikamentenentwicklung mithilfe der Organischen Chemie, die Nuklearchemie in den Lebenswissenschaften, Weiche Materialien oder die Proteom-Proteinanalytik. Mit "neuen Strukturen für gleiche Chancen" befasst sich der GDCh-Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie gemeinsam mit dem GDCh-Jungchemikerforum, die GDCh-Vereinigung für Chemie und Wirtschaft stellt die ersten "Geprüften Projektmanager Wirtschaftschemie GDCh" in Vorträgen vor.

Unter den Podiumsdiskussionen möchte ich die zur "Chemikaliensicherheit in Deutschland und Europa" (Stichwort REACH) und zur "Pilotstudie Forschungsrating" mit Vertretern des Wissenschaftsrates hervorheben. Dann sollte nicht unerwähnt bleiben, dass eine Ausstellung unter Beteiligung von über 30 Firmen die Tagung begleitet und das für alle offene Job-Center morgen voraussichtlich einen ungeheuren Zulauf haben wird. Nicht zuletzt sei hervorgehoben, dass einige Firmen durch Spenden und Sponsoring diese Tagung unterstützen.

Noch ein Wort zur Chemie an der Heinrich-Heine-Universität: Sie ist ein Teil der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und ein fester Bestandteil im Verbund mit der traditionellen Medizin in Düsseldorf. Wir decken hier sämtliche Teilbereiche der Chemie ab wie Anorganische Chemie, Organische und Makromolekulare Chemie, Physikalische Chemie, Theoretische Chemie, Biochemie und Wirtschaftschemie. Dadurch ist ein breiter Fächerkatalog zur Auswahl für die Qualifizierungen unserer Studierenden gegeben.

Zudem existiert ein Verbund im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs, der auch die wissenschaftlichen Aktivitäten des Forschungszentrums Jülich und des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung, Mülheim, mit einbezieht.

Mit Freude können wir vermerken, dass die Zahl der Studienanfänger in unserem Bereich in den letzten Jahren wieder stark zugenommen hat, was auch mit der Akzeptanz der Chemie in der Gesellschaft zu tun hat. Die Studiengänge werden derzeit den Anforderungen der Zeit angepasst. In naher Zukunft werden wir Bachelor und Master-Studiengänge einführen.

Auch an unserer Universität wird demnächst der so genannte Globalhaushalt, d.h. die Selbstverantwortung der Mittelverwaltung, eingeführt. Die Fakultäten und deren Fächer unterliegen dann zunehmend dem finanziellen Druck, und es besteht die Gefahr, dass sie kaputt gespart werden. Die Forschung kann nur durch Einwerbung von Drittmitteln in dem erforderlichen Umfang realisiert werden. Zunehmend steht das Ausfüllen immer neuer Listen und Fragebögen im Vordergrund, wodurch den eigentlichen Aufgaben einer Hochschule, wie Forschung und Lehre, immer weniger Raum zur Verfügung steht. In dieser Hinsicht sind neue Denkstrukturen auch seitens der Politik dringend erforderlich.

Weitere Informationen: http://www.gdch.de
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