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Warburg Medaille für Krebsforscher Ullrich

19.09.2005 - (idw) Verbund biowissenschaftlicher und biomedizinischer Gesellschaften (VBBM)

Für seine bahnbrechenden Arbeiten im Bereich der Onkologie wurde Prof. Dr. Axel Ullrich, Martinsried und Singapur, heute im Rahmen der Herbsttagung der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. mit der höchsten Auszeichnung im Bereich der Biochemie in Deutschland, der Otto Warburg-Medaille ausgezeichnet. Der Henry Ford Bau in der Garystrasse in Berlin ist ein besonders passender Ort für die Vergabe der Otto Warburg Medaille 2005: Wenige Meter entfernt steht das Otto-Warburg Haus, Wirkstätte des Nobelpreisträgers in seiner Zeit als Institutsdirektor in Berlin. Warburg selber wohnte 1931 bis 1970 in der Garystraße und wurde 1963 Ehrenbürger der Stadt.

Prof. Dr. Axel Ullrich, den diesjährigen Preisträger der Otto-Warburg Medaille, hat es in seinem bisherigen Leben nicht so lange an einem Ort gehalten. Ullrich erhielt seine Ausbildung in Biochemie und Genetik in Tübingen, Münster und Heidelberg, wechselte dann nach San Francisco - zunächst an die Universität, später zur Firma Genentech - bevor er 1988 Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried wurde. Seit 2004 ist er zudem Research Director des Singapore Oncogenome Laboratory und pendelt so erneut zwischen den Kontinenten.

Axel Ullrich gelangen in seiner Karriere eine Reihe wissenschaftlicher Durchbrüche. 1977 war er der erste, der das Gen für das Insulin-Vorläufermolekül Preproinsulin klonierte. Diese Arbeiten führten zur Entwicklung des ersten mittels Gentechnologie hergestellten Therapeutikums, dem Arzneimittel Humulin.
1984 klonierte Axel Ullrich das Gen des EGF-Rezeptors und erstellte die erste vollständige Beschreibung eines Krebsgens (c-erbB). Ein Jahr später folgte die Klonierung eines weiteren mit dem EGFR-Rezeptor verwandten Gens, HER2 / c-erbB2. EGF-Rezeptor und HER2 spielen eine maßgebliche Rolle in der Entstehung von Brustkrebs. Mit der Herstellung eines monoklonalen Antikörpers gegen HER2 entwickelte Ullrich den ersten spezifischen Wirkstoff gegen Krebs weltweit. Daraus entwickelten Genentech und Hoffmann-La Roche das Krebsmedikament Herceptin.

Die Liste der wissenschaftlichen Leistungen Ullrichs, aber auch die Beispiele des erfolgreichen Transfers dieser Erkenntnisse in Arzneiprodukte ließe sich noch mehre Seiten lang fortsetzen. Ullrichs einmalig umfangreiches Wirken spiegelt sich auch im Zitierverhalten der Kollegen: Für die Periode 1983 - 2002 ist Axel Ullrich der am fünfthäufigsten zitierte Naturwissenschaftler weltweit und der am häufigsten zitierte Deutsche (Science Watch, 2003).
Die Warburg-Medaille reiht sich ein in die Liste anderer herausragender Auszeichnungen, die Axel Ullrich in den letzten Jahren erhalten hat, u.a. den Deutschen Krebspreis, den Robert-Koch Preis, den King Faisal International Prize for Medicine oder den Preis "Busenfreund" der Patientinnenvereinigung Mamazone.

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. ist mit etwa 5500 Mitgliedern aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie die große wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Biochemie, Molekularbiologie und Molekularen Medizin in Deutschland. Die GBM fördert Forschung und Lehre der Biochemie und molekularen Biologie und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Biotechnologie und Medizin und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit.


Weitere Informationen und Pressekontakt:

Geschäftsstelle der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V.
Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister,
Tel.: 069 - 660 567-12 (während der Tagung: Tel. 0173 - 157 28 35)
E-Mail: maxton@gbm-online.de
http://www.gbm-online.de
Weitere Informationen: http://www.gbm-online.de Homepage der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM)
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