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DCCV-Stipendien: Junge Impulse für Crohn-Colitis-Forschung

22.09.2005 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Leverkusen (DCCV) - Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung e.V. (DCCV) hat am 17. September 2005 auf einem Arzt-Patienten-Seminar im Rahmen der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Köln drei Ausbildungsstipendien im Umfang von insgesamt 20.000,- Euro vergeben. Die von der stellvertretenden DCCV-Vorsitzenden Birgit Kaltz verliehenen Stipendien fördern Forschungsvorhaben über die Früherkennung von Darmkrebs-Risiken bei Colitis ulcerosa (Dr. med. Dörthe Küster, Magdeburg), über die Ursachen von Durchfall bei Morbus Crohn (Dr. med. Sebastian Zeißig, Berlin) und über die Auswirkungen von Stress bei chronischen Darmerkrankungen (Dr. med. Jost Langhorst, Essen). Früherkennung von Risikos für Darmkrebs bei Colitis ulcerosa

Dr. med. Dörthe Küster, Assistenzärztin am Institut für Pathologie (Direktor: Prof. Dr. A. Roessner) des Klinikums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, erhielt das mit 5.000,- Euro dotierte DCCV-Ausbildungsstipendium "Grundlagen und klinische Forschung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)" für ihr Vorhaben zur Aufdeckung nicht vererbbarer und z.T. umkehrbarer Veränderungen an demjenigen Genmaterial von Dickdarmzellen bei Colitis ulcerosa, das bei Entzündung und Entartung eine Rolle spielt.

In seiner Laudatio hob Prof. Dr. med. Tilo Andus (Stuttgart) die große Relevanz des Vorhabens für die Früherkennung eines Risikos für Darmkrebs bei Colitis ulcerosa hervor. Die Stipendiatin verwendet in ihrem Projekt unter anderem ein neuartiges Verfahren, bei dem an kultivierten menschlichen Dickdarmzellen (kolorektale Enterozyten) durch die Zugabe aktivierter Immuneffektorzellen eine Entzündung simuliert wird. Dadurch können ohne Tierexperiment unter kontrollierten Bedingungen entzündungsbedingte Genveränderungen von Zellen des Kolonepithels untersucht werden. Auch die Rolle dieser Genveränderungen für verschiedene Entzündungsstadien und für die Entstehung von Dickdarmkrebs soll so aufgedeckt werden. Erhofft werden dadurch auch neue vorbeugende und therapeutische Möglichkeiten für Patienten mit Colitis ulcerosa.

Welche Mechanismen lösen den Durchfall bei Morbus Crohn aus?

Ein zweites ebenfalls mit 5.000,- Euro dotiertes Ausbildungsstipendium "Grundlagen- und klinische Forschung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)" erhielt Dr. med. Sebastian Zeißig, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medizinischen Klinik I (Leitung: Prof. Dr. M. Zeitz) der Charité Campus Benjamin Franklin in Berlin für sein Vorhaben über die Störung der Barriere- und Transportfunktion im Deckgewebe des Darms.

Das Projekt untersucht zum einen anhand von Gewebeproben elektronenmikroskopisch die Störung der Barrierefunktion von Schlussleisten zwischen Zellen des Deckgewebes (Epithel) bei Morbus Crohn. Zum anderen werden Veränderungen des Natriumkanals von Zellmembranen ebenfalls im Deckgewebe von Morbus Crohn untersucht. Da beide Störungen zur Auslösung eines Durchfalls führen können, kann das Projekt die Charakterisierung ursächlicher Faktoren für die Durchfall-Auslösung bei Morbus Crohn ermöglichen und zur Entwicklung von Medikamenten beitragen, die spezifisch an einzelnen gestörten Mechanismen angreifen und somit dem Wohlergehen betroffener Patienten dienen.

Auswirkungen von Stress bei chronischer Darmerkrankung

Das mit 10.000,- Euro dotierte Ausbildungsstipendium "Komplementärmedizin und Gesundheitswissenschaften bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)" verlieh die DCCV an Dr. med. Jost Langhorst aus Essen. Der Arzt an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin (Leitung: Prof. Dr. G.J. Dobos) der Kliniken Essen Mitte erhielt diese Förderung für sein Vorhaben über Reaktionen auf akute psychologische Stressbelastungen in Gehirn, Nervensystem und Immunsystem bei Patienten mit Colitis ulcerosa.

Als hochinteressantes Projekt, das sicherlich wichtige neue Erkenntnisse hinsichtlich des Einflusses von Stress auf CED liefern werde, bezeichnete Prof. Dr. med. Axel Dignass (Charité Campus Virchow-Klinikum, Berlin) das prämierte Projekt. Ziel dieser Studie ist es, hormonelle und immunologische Reaktionen bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in Situationen zu untersuchen, die Konzentrations- und Reaktionsvermögen erfordern. Um Unterschiede in den Reaktionen auf akuten psychologischen Stress zwischen Patienten mit Colitis ulcerosa und Gesunden zu erfassen, sollen je eine Versuchsgruppe mit 15 Patienten mit Colitis Ulcerosa in Remission sowie 15 gesunden Teilnehmern untersucht werden.

Ab 2006: Schwerpunktförderung für patientenorientierte Forschung

Die DCCV verstärkt im Jahr 2006 erneut ihre Förderung der Crohn- und Colitis-Forschung. Erstmals wird dann neben dem Ludwig Demling Forschungspreis (25.000,- Euro, gestiftet von der Falk Foundation) und dem DCCV-Ausbildungsstipendium "Komplementärmedizin bei CED" (10.000,- Euro) auch ein DCCV-Forschungsstipendium "Patientenorientierte Forschung bei CED" in Höhe von 25.000,- Euro ausgeschrieben - im Jahr 2006 für ein Vorhaben aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. Weitere Auskünfte über die Stipendien und Richtlinien der DCCV-Forschungsförderung können in der Geschäftsstelle der DCCV angefordert werden (Paracelsusstr. 15, 51375 Leverkusen, Tel. 0214 / 87608-0, Fax -88; Email: info@dccv.de; Internet: www.dccv.de/stipendien).

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Kontakt:
Dr. Reinhard Schüren
Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung - DCCV - e.V.

Paracelsusstr. 15
51375 Leverkusen
Telefon: 0214 87608 12
Telefax: 0214 87608 88
E-Mail: rschueren@dccv.de
Internet: www.dccv.de

Diese Pressemitteilung (mit Foto der Preisträger) ist auch online verfügbar unter
http://www.dccv.de/news/article1075.html
Weitere Informationen: http://www.dccv.de/stipendien - Auskünfte über die Stipendien und Richtlinien der DCCV-Forschungsförderung
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