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Liturgiewissenschaftler im Dialog

23.09.2005 - (idw) Universität Erfurt

Tagung an der Kath.-Theologischen Fakultät der Universität widmet sich der Liturgiegeschichte im alten Erzbistum Magdeburg Der Geschichte der christlichen Liturgie an der Schwelle vom Spätmittelalter zum Zeitalter der Konfessionalisierung widmet sich eine Tagung, die am 30. September und 1. Oktober 2005 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt stattfindet. Veranstalter sind die Lehrstühle für Liturgiewissenschaft der Erfurter Fakultät sowie der Theologischen Fakultät Fulda. Die unter dem Titel "umb des worts und sacramenten willen" stehende Veranstaltung wird von der Fritz Thyssen-Stiftung gefördert.

Übergänge zwischen Epochen der Liturgiegeschichte sind für die Liturgiewissenschaft von besonderem Interesse. Die Veränderungen und Entwicklungen von gottesdienstlichen Ritualen, die wirkenden gesellschaftlichen Kräfte und Institutionen, die Veränderung ritueller Ausdrucksformen und religiöser Medien, aber auch von Theologie und Frömmigkeit, die Neudefinition religiöser Rollen usw. lassen sich gerade an Übergängen und in Zeiten des Umbruchs gut untersuchen. Lange Zeit sei die Epoche des Spätmittelalters liturgiegeschichtlich eher unter dem Aspekt der Auflösung mittelalterlicher Ordnungen gesehen, so die Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann (Erfurt) und Andreas Odenthal (Fulda), seit einiger Zeit werde neu nach den Leistungen dieser Epoche und ihrem reichen Frömmigkeitsleben gefragt. Hierzu solle die Tagung einen Beitrag leisten.

Die in Erfurt versammelten Wissenschaftler werden sich dem Epochenwechsel anhand von Beispielen aus dem Bereich des alten Erzbistums Magdeburg nähern. Für dieses Kirchengebiet hat sich nicht nur eine Fülle historisch bedeutender Kirchenbauten mit Einrichtungen und Kirchenschätzen erhalten, auch bislang ungesichtete liturgische Quellen stehen im reichen Maße zur Verfügung. Im interdisziplinären Dialog von Kirchen- und Kunsthistorikern, Literatur- und Liturgiewissenschaftlern sollen unbearbeitete Quellen gesichtet und neue Wege zum Verständnis der Veränderungen jener Epoche eröffnet werden. Man erhofft sich nicht zuletzt neue Erkenntnisse über die tatsächliche Praxis des Gottesdienstes, über bewahrte mittelalterliche Kirchenausstattungen und deren veränderte Nutzung sowie den Reichtum des Glaubenslebens. Die Tagung soll auch auf eine Region aufmerksam machen, die in der liturgiegeschichtlichen Forschung aufgrund der zeitgeschichtlichen Hemmnisse bislang zu wenig Beachtung gefunden hat.

Mit einem Vortrag über Bistum und Landesherrschaft Magdeburg zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit (Volker Leppin, Jena) wird die Tagung eröffnet. In die Liturgie in Frauenkonventen (Gisela Muschiol, Bonn) wie auch in den Gottesdienst des gemischt konfessionellen Domkapitels zu Halberstadt (Andreas Odenthal, Fulda) wird eingeführt. Mit einem Hallenser Liber Ordinarius von 1532 (Matthias Hamann, Erfurt) und Kirchengesangbüchern des 16. Jahrhunderts (Irmgard Scheitler, Würzburg) werden verschiedene Typen von Büchern der Liturgie behandelt. Die Reformation des Halberstädter Domes wird im Spiegel epigraphischer Denkmäler (Hans Fuhrmann, Halle) dargestellt. Mit Georg Witzel (1501-1573), der an der Erfurter Universität studiert hat, wird ein Theologe vorgestellt, der eine Reform der Kirche durch Reform der Liturgie anstrebte (Karlheinz Diez, Fulda).

Weitere Informationen/Kontakt:
Prof. Dr. Benedikt Kranemann Tel.: 0361-737-250

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